Mit gleich zwei Filmen soll das legendäre indische Epos „Ramayana“ adaptiert werden – für die IMAX-Kinos und mit reichlich Hollywood-Unterstützung. Die Vorlage ist eines der bedeutendsten und ältesten Epen der indischen Literatur – vergleichbar mit Homers „Ilias“ und „Die Odyssee“ für den Westen. Die Projektankündigung wirkt damit auch wie eine Reaktion auf Christopher Nolans aktuelles Projekt „The Odyssey“. Auf jeden Fall werden nun zwei der bedeutendsten Epen der Weltliteratur parallel verfilmt.
In direkter Konkurrenz werden beide Filme aber nicht laufen. „Ramayana: Part I“ wird 2026 erst einige Monate nach Nolans Fantasy-Film in die Kinos kommen, „Ramayana: Part II“ sogar erst 2027.
Musik von Hans Zimmer & Spezial-Effekte von DNEG
Pikant und interessant ist aber trotzdem, dass der von „Dangal“-Regisseur Nitesh Tiwari inszenierte Zweiteiler auf reichlich Unterstützung von Nolan-Vertrauten zählen kann. Ganz vorne ist hier der legendäre deutsche Komponist Hans Zimmer („The Dark Knight“-Trilogie, „Interstellar“) zu nennen. Er wird die Musik gemeinsam mit dem ebenfalls Hollywood-erfahrenen indischen Komponisten A.R. Rahman („Slumdog Millionär“, „Blinded By The Light“) machen.
Hinter den VFX steckt zudem die Firma DNEG – eine der besten Spezialeffekte-Schmieden der Welt. Sie haben bereits acht Oscars im Schrank stehen – zuletzt unter anderem für „Dune“ und „Dune 2“. Mit Nolan gab es diverse Zusammenarbeiten unter anderem bei „Oppenheimer“, „Tenet“ „Dunkirk“ „Interstellar“ „Inception“ und „The Dark Knight“. DNEG-Chef Namit Malhotra gilt als eine der treibenden Kräfte hinter „Ramayana“. Schon seit 30 Jahren träumt er laut eigener Aussage davon, das Epos endlich als hochklassigen Blockbuster auf die Kinoleinwand zu bringen. Jetzt sei die Technik gut genug dafür, eine angemessene Umsetzung zu machen. Es gibt schon einige Realfilm-Adaptionen des Stoffes, die Malhotra aber nicht überzeugen können, sowie ein größtenteils gefeierter Animationsfilm aus dem Jahr 1993.
Weitere Hollywood-Erfahrung bringen unter anderem die Action-Choreografen Terry Notary („The Avengers“) und Guy Norris („Mad Max: Fury Road“) sowie die Produktionsdesigner Ravi Bansal („Dune 2“) und Ramsey Avery („Captain America: Brave New World“) mit.
"Ramayana" erklärt: Das ist das große indische Epos
Das „Ramayana“ ist eines der bedeutendsten und ältesten Epen der indischen Literatur und wird dem Weisen Valmiki zugeschrieben. Es entstand vermutlich zwischen dem 4. Jahrhundert v. Chr. und dem 2. Jahrhundert n. Chr.. Erzählt wird darin die Geschichte von Prinz Rama, der in Indien als das Idealbild von Tugend, Tapferkeit und Pflichtbewusstsein gilt.
Obwohl Rama der älteste Sohn von König Dasharatha von Ayodhya ist, wird ihm der Thron verwehrt. Stattdessen wird er für 14 Jahre in die Verbannung geschickt. Mit seiner treuen Frau Sita sowie seinem Bruder Lakshmana zieht er deswegen in den Wald. Dort wird Sita von Ravana, dem zehnköpfigen Dämonenkönig von Lanka, entführt. Rama begibt sich auf eine epische Reise, um sie zu befreien – unterstützt von göttlichen Wesen und Armeen, allen voran dem Affengott Hanuman.
Der indische Superstar Ranbir Kapoor, der zuletzt im harten Actionfilm „Animal“ zu sehen war und zudem mit „Brahmāstra“ ein anderes Fantasy-Epos anführte, übernimmt die Rolle des rechtschaffenen Gottessohns Rama. Yash („KGF“) wird als sein charismatischer Gegenspieler Ravana auftreten. Sai Pallavi („Amaram“) spielt die tugendhafte Sita, Ravi Dubey („Silsila“) ihren treuen Schwager Lakshman und Action-Legende Sunny Deol („Jeet“) verkörpert den legendären Affengott Hanuman.
Disney und seine verbundenen Unternehmen
Ziel der Macher ist es laut der offiziellen Ankündigung, das „Ramayana“ mit größtem Respekt und kultureller Tiefe neu zu interpretieren. Das Ergebnis soll ein opulentes, spirituell aufgeladenes Kinoerlebnis, das Geschichte, Mythos und Glaube miteinander verbindet, für ein weltweites Publikum werden.
Entsprechend wird der Film auch weltweit in den großen IMAX-Kinos laufen. Die Veröffentlichung von Teil 1 ist zum indischen Lichterfest Diwali 2026, und von Teil 2 ein Jahr später zum Diwali 2027 geplant. 2026 fällt das berühmte indische Fest auf Sonntag, den 8. November 2026, 2027 auf den Freitag, 29. Oktober 2027. An diesen Wochenenden dürften die Filme also jeweils in die Kinos kommen.
Übrigens sorgt Christopher Nolans „The Odyssey“ gerade für einige Diskussionen. Mehr dazu gibt es im folgenden Artikel:
"The Odyssey" sorgt schon ein Jahr vor Kinostart für Diskussionen – macht es Christopher Nolan anders als die meisten Historien-Epen?