Mehr als 120 Millionen Dollar seines privaten Vermögens hat „Der Pate“- und „Apocalypse Now“-Regie-Legende Francis Ford Coppola in die Realisierung seines bereits Anfang der 1980er konzipierten Herzensprojekts „Megalopolis“ reingebuttert. So sehr glaubte der Detroiter an den Film, dass er große Teile seines geliebten und durchaus florierenden Wein-Business veräußerte, um den superaufwändigen Dreh bezahlen zu können.
Doch das mit unter anderem „Star Wars“-Bösewicht Adam Driver hochkarätig besetzte Sci-Fi- und Polit-Monumentalwerk scheiterte an den Kinokassen komplett. Gerade einmal 14,3 Millionen Dollar konnte der Zweieinhalbstünder dort einspielen und mutierte so zu einem der größten Flops des neuen Jahrtausends. Auch die Kritiken fielen überwiegend negativ aus und Coppola wurde sogar bei den berüchtigten Golden-Raspberry-Awards, einer Art Anti-Oscarzeremonie, mit dem Preis für den schlechtesten Regisseur des Jahres bedacht.
Wenn sich schon für den eigentlichen Film kaum jemand interessierte, sollte man denken, dass es eine mehr als zweifelhafte Idee ist, ein Jahr später noch eine Doku in die Kinos zu bringen, die die Entstehung von „Megalopolis“ schildert, oder? Aber genau das hat sich der für „Leaving Las Vegas“ zweifach oscarnominierte Mike Figgis getraut. Sein „Megadoc“ wird beim Filmfest in Venedig (27. August bis 6. September 2025) uraufgeführt. Wann und auf welchem Weg „Megadoc“ in Deutschland zu sehen sein wird, ist bisher noch nicht bekannt.
Wer weiß, vielleicht spielt diese Making-of-Doku am Ende mehr Geld ein als „Megalopolis“. Genügend interessantes Bild- und Wortmaterial dürfte Figgis während des Drehs des gigantomanisch anmutenden Projekts sicher gesammelt haben. Berichten zufolge sprach der Regisseur zudem nicht nur mit Coppola, seinem Cast und diversen Behind-the-Scenes-Mitwirkenden, sondern auch mit Kollegen wie Spike Lee, George Lucas, Martin Scorsese und Steven Spielberg sowie mit Coppolas mittlerweile verstorbener Frau Eleanor Coppola über „Megalopolis“.
Eleanor Coppola hatte 1991 die Dokumentation „Hearts Of Darkness - Reise ins Herz der Finsternis“ über die Arbeiten an „Apocalypse Now“ co-inszeniert, die ein großer Erfolg war. In Interviews äußerte Figgis, seinen Film im Geiste von „Hearts Of Darkness“ gemacht zu haben.
Noch mehr "Megalopolis", noch verrückter!
Trotz der ernüchternden Reaktionen auf sein Werk und der daraus resultierenden finanziellen Bruchlandung hat Francis Ford Coppola „Megalopolis“ übrigens noch längst nicht abgeschrieben – zumindest nicht in den USA. Während der Streifen hierzulande längst als Blu-ray, DVD und Video-on-Demand erschienen sowie aktuell auch im Flatrate-Programm von Netflix zu sehen ist, gibt es all diese Optionen in Nordamerika noch immer nicht.
Stattdessen hat der immerhin schon 86-Jährige kürzlich eine Tournee durch sechs US-Städte absolviert, in deren Verlauf er den Film auf riesigen Leinwänden zeigte und im Anschluss mit dem Publikum persönlich über dessen komplexe Inhalte sprach. Zudem plant er, in absehbarer Zeit eine neue Schnittversion anzufertigen, die diverse vor dem originalen Kinostart herausgenommene Traum- und Fantasie-Sequenzen beinhalten soll. Nach Coppolas Angaben sollen diese das Ganze „noch verrückter“ wirken lassen.
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Dass die Investoren nach einem solch kolossalen Flop wie „Megalopolis“ nicht gerade Schlange stehen, um Francis Ford Coppola ihr Geld für seinen nächsten Film anzuvertrauen, scheint nachvollziehbar. Mehr zu dieser für den Meisterregisseur nicht gerade einfachen Situation lest ihr im folgenden Artikel:
"Ich habe meine letzten 100 Millionen Dollar ausgegeben": Nach Mega-Flop findet Hollywood-Legende keine Geldgeber für neues Projekt*Bei dem Link zum Angebot von Amazon handelt es sich um einen sogenannten Affiliate-Link. Bei einem Kauf über diesen Link erhalten wir eine Provision. Auf den Preis hat das keinerlei Auswirkung.