John Ford und William Wyler gehören zu den ganz großen Gewinnern der Oscar-Geschichte: Ford ist bis heute der einzige Filmemacher, dem es gelungen ist, vier Mal als Bester Regisseur ausgezeichnet zu werden (u.a. für sein Meisterwerk „So grün war mein Tal“). Wyler hat „nur“ drei der begehrten Goldstatuen gewonnen – dafür konnte sich der „Ben Hur“-Schöpfer mit den meisten Nominierungen rühmen.
Doch zu jeder Erfolgsgeschichte existiert auch eine Kehrseite. So gibt es zahlreiche berühmte Regisseure, die zwar mehrmals auf einen Academy Award hoffen konnten – aber zumindest in der Kategorie „Beste Regie“ nie den Hochmoment erleben durften, nach dem obligatorischen „And the Oscar goes to...“ ihren Namen zu hören.
Alfred Hitchcock und Stanley Kubrick haben nie einen Oscar gewonnen ...
Vier Mal ohne Gewinn nominiert waren beispielsweise die italienische Regie-Legende Federico Fellini („Das süße Leben“), der Australier Peter Weir („Der Club der toten Dichter“) sowie Meisterregisseur Stanley Kubrick („Barry Lyndon“). Letzterer konnte allerdings einen Goldjungen für die Besten Spezialeffekte entgegennehmen (für „2001“), während gleich vier Fellini-Filme als Bester fremdsprachiger Film ausgezeichnet wurden. Weir wurde zumindest mit einem Ehrenoscar vertröstet …
… genau wie Robert Altman („Short Cuts“) und King Vidor („Ein Mensch der Masse“), die zuvor ganze fünf Mal leer ausgegangen sind. Ebenfalls fünffach nominiert, ohne je zum Besten Regisseur gekürt zu werden, wurde übrigens Alfred Hitchcock – doch mit „Rebecca“ gewann wenigstens ein Werk des „Master of Suspense“ den Hauptpreis.
... doch der größte Verlierer der Oscar-Geschichte trägt einen anderen Namen!
Während all die bisher genannten Regisseure zumindest in irgendeiner Form entschädigt wurden, ist Clarence Brown einer der unbestrittenen Verlierer in fast 100 Jahren Oscar-Historie. Denn mit sechs Nominierungen ohne Sieg wurde er häufiger übergangen als jeder andere Filmemacher. 1930 ging er gleich mit zwei Filmen ins Rennen („Romanze“ und „Anna Christie“), musste sich aber Lewis Milestone („Im Westen nichts Neues“) geschlagen geben. Bis einschließlich 1947 wurde er noch für „Der Mut zum Glück“, „...und das Leben geht weiter“, „Kleines Mädchen, großes Herz“ sowie „Die Wildnis ruft“ nominiert, verlor aber jedes Mal.
Brown hat in seiner rund drei Jahrzehnte umfassenden Karriere rund 50 Filme gedreht, darunter gefeierte Werke wie das Joan-Crawford-Melodram „Sadie McKee“. Vielleicht wäre ihm der langersehnte Oscar-Triumph sogar noch vergönnt gewesen, wenn er sich nicht im Jahr 1953 aus dem Filmgeschäft zurückgezogen hätte – nicht zuletzt wegen der Aktivitäten des sogenannten Komitees für unamerikanische Umtriebe, das unerbittlich Jagd auf (vermeintliche) Kommunisten machte und dadurch eine Atmosphäre der Angst und des Misstrauens in Hollywood schuf. Bis zu seinem Tod im Jahr 1987 engagierte sich Brown in verschiedenen Wohltätigkeitsorganisationen und hielt sporadisch Vorträge zum Thema Film – doch auf den Regiestuhl kehrte er nie wieder zurück.
Wenn ihr übrigens wissen wollt, welche Hollywood-Größe die allermeisten Oscars überhaupt eingesackt hat, dann lest doch auch den nachfolgenden Artikel: