Stellt euch Folgendes vor: Ihr schleicht mitten in der Nacht mit knurrendem Magen zu eurem Lieblingsburgerladen. Der Duft des heiß ersehnten Frikadellenbrötchens liegt bereits verführerisch in der Luft – doch plötzlich reißt euch grelles Licht aus der Dunkelheit, gefolgt von lautstarken Dialogfetzen aus dem Netflix-Film „Marriage Story“. Würdet ihr euch trotzdem auf euren nächtlichen Snack stürzen? Vermutlich schon. Aber ihr seid eben auch kein Wolf.
Marriage StoryIn Oregon sieht die Sache anders aus. Dort trifft dieses Szenario tatsächlich zu – nur, dass die „Snackjäger“ auf vier Pfoten unterwegs sind. Das US-Landwirtschaftsministerium (USDA) hat eine ungewöhnliche Taktik entwickelt, um Rinder vor nächtlichen Angriffen zu schützen: Drohnen spielen hitzige Wortgefechte zwischen „Star Wars"-Schurke Adam Driver und Scarlett Johansson ab, die zuletzt mit „Jurassic World: Die Wiedergeburt“ einen Kassen-Hit hatte, den ihr euch bereits vorbestellen könnt.
Wie "Marriage Story" Kuhleben rettet
In Oregon nahmen die Wolfsangriffe auf Rinder zuletzt zu. In nur 20 Tagen fielen elf Kühe Wolfsangriffen zum Opfer. Um die Herden zu schützen, setzt das USDA seither auf mit Wärmebildkameras ausgerüstete Quadrocopter, die selbst in stockdunkler Nacht Raubtiere orten können. Sobald ein Wolf aufgespürt wird, setzt ein greller Scheinwerfer ein – und aus den Lautsprechern der Drohne ertönt kein Jaulen oder Knurren, sondern menschliche Stimmen im hitzigen Streit.
„Die Wölfe sollen lernen: Menschen sind gefährlich“, erklärt Paul Wolf, Bezirksleiter der USDA, im Gespräch mit dem Wall Street Journal. Neben der Filmszene werden auch Knallgeräusche von Feuerwerk und Schüssen eingesetzt. Das Ergebnis spricht für sich: Seit dem Start dieser „Wolf-Hazing“-Strategie wurden in 85 Tagen nur noch zwei Kühe getötet.
Die Wahl fiel auf „Marriage Story“, weil die Szene sowohl männliche als auch weibliche Stimmen enthält – ein breiteres Spektrum an Tonlagen, das offenbar besonders abschreckend wirkt. Zwar könnten Drohnenpiloten auch live mit den Wölfen „sprechen“, doch standardisierte Aufnahmen verhindern, dass Unterschiede in Stimmlage oder Ausdruck die Wirkung mindern.
In der verwendeten Passage liefern sich Nicole und Charlie ein intensives, wortgewaltiges Gefecht – ein Moment, der 2019 nicht nur bei Netflix, sondern auch für kurze Zeit auf der großen Leinwand zu sehen war.
"Marriage Story" kann mehr als Wölfe vertreiben
„Marriage Story“ erhielt sechs Oscar-Nominierungen, darunter für den besten Film sowie für Driver und Johansson (eine Statue ging an Nebendarstellerin Laura Dern). In unserer Kritik (4,5 von 5 Sternen!) fasst FILMSTARTS-Chefredakteur Björn Becher zusammen: „Ein herausragend gespieltes, zutiefst berührendes Scheidungsdrama, das trotz seines tragischen Themas und seiner stolzen Laufzeit auch erstaunlich unterhaltsam geraten ist.“
Regisseur Noah Baumbach (Co-Autor von „Barbie“) verarbeitete in diesem gefeierten Werk eigene Erlebnisse: Im Zentrum steht ein Ehepaar, dessen Beziehung zerbricht. Nicole (Johansson) und Charlie (Driver) kämpfen nicht nur mit verletzten Gefühlen, sondern auch um das Sorgerecht für ihren Sohn.
Das Ergebnis ist ein berührendes, stellenweise scharfzüngiges Scheidungsdrama – und zugleich ein erstaunlich unterhaltsamer Blick auf das, was Liebe nach ihrem Ende hinterlässt. Baumbachs nächster Film „Jay Kelly“ mit Adam Sandler („Happy Gilmore 2“) und George Clooney („From Dusk Till Dawn“) steht übrigens schon in den Startlöchern. Ein erster Trailer gefällig?
Nach "Happy Gilmore 2" kommt "Jay Kelly": Erster Trailer zum neuen Netflix-Film mit Adam Sandler – und George Clooney!*Bei dem Link zum Angebot von Amazon handelt es sich um einen sogenannten Affiliate-Link. Bei einem Kauf über diesen Link erhalten wir eine Provision.