Der im Juli gestartete Marvel-Blockbuster „The Fantastic Four: First Steps“ bereitet derzeit viel Freude im Kino und wurde auch in unserer 4,0-Sterne-FILMSTARTS-Kritik treffend als „Frischzellenkur für das angeschlagene MCU“ bezeichnet.
Deutlich weniger positiv fielen vor 20 Jahren die Reaktionen zu der ersten offiziellen Film-Adaption der Comic-Reihe über die fantastischen Vier aus: „Fantastic Four“ (1,5 Sterne bei FILMSTARTS) war 2005 zwar kein finanzieller Flop, enttäuschte qualitativ aber in vielen Belangen.
Vielleicht wäre das Endergebnis anders ausgefallen, wenn die Macher damals auf Chris Columbus gehört hätten. Der Regisseur von Kult-Filmen wie „Kevin – Allein zu Haus“, „Mrs. Doubtfire“ und „Harry Potter und der Stein der Weisen“ war nämlich ursprünglich als Produzent und Drehbuchautor bei dem Superhelden-Streifen an Bord, wurde allerdings aus heiterem Himmel entlassen. Doch warum?
Chris Columbus wurde bei "Fantastic Four" noch vor den Dreharbeiten gefeuert
Im Fade To Black-Podcast sprach der 66-Jährige über seine (Nicht-)Beteiligung an „Fantastic Four“ und wie es zu seinem Rausschmiss kam:
„Ich traf mich mit den Verantwortlichen und hatte einige Ideen. Im Grunde sagte ich: ‘Einige dieser Konzeptzeichnungen sollten eher an Jack Kirby, den Schöpfer der Fantastic Four, und an das Silver Age von Marvel erinnern.’ Ich verließ das Treffen und auf dem Weg nach Hause erhielt ich einen Anruf vom Chef von 20th Century Fox, der mir mitteilte, dass ich gefeuert sei und zu viel eigene Meinung hätte.“
Columbus hatte sich für den Film also eine visuelle Hommage an die Comic-Vorlage gewünscht, wurde für diese keinesfalls schlechte Idee aber letztendlich geschasst. Gut möglich, dass „Fantastic Four“ mit ihm als Produzent in eine andere stilistische Richtung gegangen wäre, die bei Marvel-Fans mehr Anklang gefunden hätte.
Nichtsdestotrotz durfte Regisseur Tim Story zwei Jahre später noch die Fortsetzung „Fantastic Four: Rise of the Silver Surfer“ drehen, die jedoch ebenfalls ernüchternd aufgenommen wurde. Danach waren Chris Evans, Jessica Alba, Ioan Gruffudd und Michael Chiklis als fantastische Vier Geschichte.
Columbus hat mit dem Superhelden-Genre abgeschlossen
Columbus war offiziell zwar weiterhin als ausführender Produzent in den Credits beider Filme vermerkt, hatte allerdings nach seinem Rauswurf „nichts mehr damit zu tun“, wie er selbst in dem Podcast verriet.
Diese negative Erfahrung habe ihn „ein wenig verbittert“, was Superhelden-Filme betreffe. Zusätzlich sehe er aber auch, wie viele großartige Werke seitdem entstanden sind. Mittlerweile habe er selbst aber kein Interesse mehr daran, sich in dem Genre noch einmal auszutoben.
Stattdessen inszeniert er lieber andere Stoff, wie gerade die Krimi-Komödie „The Thursday Murder Club“, die heute bei Netflix startet.
Noch unfassbarer als Columbus’ „Fantastic Four“-Erfahrung ist übrigens die Geschichte hinter dem niemals veröffentlichten Film über das heldenhafte Quartett aus dem Jahr 1994. Hier könnt ihr mehr darüber lesen:
Vor 31 Jahren wurde ein "Fantastic Four"-Film gedreht, den niemand zu Gesicht bekommen sollte: Selbst viele Marvel-Fans haben vergessen, dass es ihn gibt!