Ein Superheldenfilm lebt von spektakulären Kämpfen – doch was, wenn diese am Ende nicht so aussehen wie ursprünglich geplant? Genau das passierte Gui DaSilva-Greene, dem Stuntdouble von Chadwick Boseman in „The First Avenger: Civil War“. Eigentlich war es sein Moment: Er konnte halsbrecherische Moves ausführen, darunter einen dreifachen Kick gegen Captain Americas Schild, alles mit höchster Präzision.
Doch als der Action-Profi, der schon seit „Thor: The Dark Kingdom Teil des MCU ist und an zahlreichen weiteren Filmen (u.a. „Teenage Mutant Ninja Turtles“) beteiligt war, die fertige Szene im Kino sah, traf ihn der Schock. „Als ich den Film gesehen habe, brach es mir ein wenig das Herz, dass sie den Anzug digital überarbeitet hatten. Denn dadurch wirkt es so, als hätte ich bestimmte Dinge gar nicht selbst gemacht – die Verfolgungsjagd oder den dreifachen Kick gegen Captain Americas Schild, all das habe ich wirklich ausgeführt“, erklärte DaSilva-Greene im Buch MCU: The Reign of Marvel Studios*.
Für ihn fühlte es sich an, als hätte die digitale Nachbearbeitung seine Arbeit unsichtbar gemacht – selbst seine Körperstruktur sei verändert worden, um noch näher an Bosemans Silhouette heranzukommen. Für DaSilva-Greene war das eine bittere Erfahrung, die ihm bis heute nachhängt. Allerdings hat er später trotzdem weiterhin mit den Marvel-Studios zusammengearbeitet, zuletzt für „Avengers: Endgame“.
Bosemans Kampf um Authentizität – und ein fast verlorenes Vermächtnis
Während DaSilva-Greene mit den digitalen Eingriffen haderte, musste Chadwick Boseman selbst an anderer Stelle kämpfen: um die Stimme und Identität seines Helden. Marvel wollte ursprünglich, dass sein König T'Challa einen amerikanischen oder britischen Akzent spricht – eine Idee, die Boseman kategorisch ablehnte: „Für mich fühlte sich das wie ein Dealbreaker an. Ich dachte: ‚Nein, das ist ein so entscheidender Faktor – wenn wir das jetzt aufgeben, was werden wir dann als Nächstes opfern, nur damit sich manche Leute wohler fühlen?‘“
Gemeinsam mit Dialektcoach Sarah Shepherd entwickelte er stattdessen die unverwechselbare Sprachmelodie, die Wakanda frei von kolonialen Anklängen erscheinen ließ. „Ich wollte etwas finden, das sich authentisch und echt anfühlt und das hoffentlich die meisten Menschen verstehen können. Das war das Wichtigste“, so Boseman. Diese Entscheidung machte die Figur T'Challa nicht nur glaubwürdiger, sondern prägte das gesamte MCU nachhaltig.
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