Was lange währt, wird endlich gut? Nun, zumindest im Falle von „Megalopolis“ trifft diese Binsenweisheit am Ende nur bedingt zu. Nachdem Francis Ford Coppola die Idee für den Film bereits vor über 40 Jahren entwickelte und das Projekt um ein zerstörtes und wiedererrichtetes New York kurz vor 9/11 schon vor der Realisierung stand, bevor es aufgrund des Terroranschlags doch wieder zu den Akten gelegt wurde, war es im vergangenen Herbst endlich so weit. Das ultimative Herzensprojekt des „Der Pate“- und „Apocalypse Now“-Machers kam im September 2024 tatsächlich ins Kino – und legte eine fast schon historische Bruchlandung hin.
Das über 100 Millionen Dollar teure Dystopie-Epos, das Coppola aus eigener Tasche finanzierte, ging an den Kinokassen sang- und klanglos unter. Gerade einmal 14,3 Millionen Dollar konnte der Film mit unter anderem Adam Driver, Shia LaBeouf, Giancarlo Esposito und Aubrey Plaza einspielen – eine wirtschaftliche Vollkatastrophe, die ihre Spuren hinterlassen hat. Nicht zuletzt im privaten Portemonnaie Coppolas.
Doch auch mit 86 Jahren hat die Regie-Legende noch nicht genug vom Filmemachen, entspinnt bereits fleißig Ideen für weitere Filme – die allerdings auch irgendwie finanziert werden müssen. Erst im Juli berichteten wir beispielsweise von „Glimpses Of The Moon“, der eigentlich direkt in Produktion gehen könnte – wenn doch nur die Finanzen geklärt wären. Da Coppola seine „letzten 100 Millionen Dollar ausgegeben“ hat, um „Megalopolis“ auf die Beine zu stellen, ist er diesmal allerdings auf externe Geldgeber und Investoren angewiesen. Ob und wann das 30er-Jahre-Musical am Ende überhaupt produziert wird, stand so bis dato in der Schwebe. Nun aber scheint es tatsächlich gut um die Umsetzung zu stehen.
Feuer frei für "Glimpses Of The Moon"!
Wie nun bekannt wurde, konnte Coppola sein neues Filmprojekt auf konventionelle Art und Weise finanzieren – und zwar „mit Hilfe staatlicher Subventionen“, wie der Filmemacher unter anderem bei World Of Reel zitiert wird. „Glimpses Of The Moon“ soll letztlich zwar ebenfalls eine ordentliche Stange Geld kosten, wenn auch offenbar bei weitem nicht so viel wie sein jüngster Ausflug ins Sci-Fi-Sujet.
Einem Drehstart scheint somit nun nichts mehr im Wege zu stehen, das lässt auch der sogenannte Casting Call vermuten, der bereits die Runde macht. Demzufolge werden in Kalabrien bereits Darstellerinnen und Darsteller gesucht, bevor die auf 30 Tage angelegte Produktion in Süditalien dann im November sowie Dezember 2025 stattfinden soll.
Bei „Glimpses Of The Moon“ handelt es sich um eine lose Adaption von Edith Whartons gleichnamiger Buchvorlage*, die zugleich von Leo McCareys „The Awful“ inspiriert sein soll. Beide Geschichten handeln von einem Ehepaar, das sich eigentlich im Guten trennt – nur um schließlich zu bemerken, dass ihnen das Loslassen schwerer fällt als gedacht.
Der Film, den Coppola bereits als „schräg“ beschreibt und für den der Regisseur „starke Tanz- und Musical-Akzente“ verspricht, erinnert damit auch ein Stück weit an „Einer mit Herz“. Das Musical gilt als eine von Coppolas persönlichsten und auch ungewöhnlichsten Arbeiten, avancierte im Laufe der Zeit zwar zum Klassiker, hatte es seinerzeit aber ebenfalls schwer – was schon Anfang der 80er verheerende wirtschaftliche Folgen für Coppola nach sich zog. Mehr dazu könnt ihr in unserem Heimkino-Tipp zur 4K-Blu-ray des Films nachlesen:
Wegen dieses Films ist "Der Pate"-Regisseur Francis Ford Coppola pleite gegangen: Vergessener Kult-Klassiker neu im Heimkino*Bei dem Link zum Angebot von Amazon handelt es sich um einen sogenannten Affiliate-Link. Bei einem Kauf über diesen Link erhalten wir eine Provision.