"James Bond"-Eklat gibt Rätsel auf: Keine Waffen mehr für 007?!
Daniel Fabian
Daniel Fabian
-Senior-Redakteur
Fasziniert und berührt werden, aber auch ein stückweit über sich selbst erfahren – darin besteht für Daniel die Magie des Kinos.

Mit Denis Villeneuve wurde einer der aktuell gefragtesten Filmemacher Hollywoods verpflichtet, um das neue Abenteuer von 007 zu inszenieren. Was der „Dune“-Regisseur wohl von der jüngsten Aktion rund um den Kultagenten hält?

Amazon MGM Studios

Christopher Nolan würde liebend gerne mal einen „James Bond“-Film drehen, besteht bei seinen Filmen allerdings auf volle kreative Entscheidungsmacht. Zumindest für „James Bond 26“ hat man aber immerhin schon mal einen mehr als würdigen Ersatz für ihn gefunden: Denis Villeneuve entwickelte sich mit Filmen wie „Prisoners“, „Blade Runner 2049“ und „Dune“ zu einem der gefragtesten Filmemacher in der Traumfabrik – und soll dem legendären Spion nun einen gelungenen Einstand bescheren. Schließlich wird sein 007-Abenteuer das erste nach der Übernahme der Marke durch Amazon sein.

Während noch unklar ist, wer denn letztlich die Nachfolge von Daniel Craig antreten wird, dürfte für viele Villeneuve allein schon genug sein, um sich auf das, was auch immer folgen mag, zu freuen. Dennoch: Seit Amazons Machtübernahme rätseln viele Fans ebenso wie die FILMSTARTS-Redaktion, in welche Richtung der Versand- und Streaming-Riese mit dem Kult-Franchise am Ende gehen könnte. Von einer TV-Serie bis hin zu Kino-Spin-offs scheint vieles möglich. Doch niemand hat wohl damit gerechnet, was am vergangenen Wochenende für Furore sorgte…

Fragwürdige Überarbeitung: "James Bond"-Poster ohne Waffe

Im Laufe des vergangenen Wochenendes wurden vor allem in Großbritannien Stimmen laut, die sich über eine Neuerung echauffierten. Bereits am Freitag wurden die „James Bond“-Filme auf Amazon Prime Video – und damit auf der hauseigenen Streaming-Plattform der neuen 007-Heimat – mit neuen Postern versehen. So weit, so ungewöhnlich. Während den im Laufe der Jahre immer wieder mit neuen Artworks neues Leben eingehaucht wurde, wechselt auch die Konkurrenz von Netflix und Co. Thumbnails seiner Filme regelmäßig durch. In diesem Fall aber ist die Sachlage eine andere.

Denn es handelt sich dabei auf den ersten Blick um die altbekannten Motive. Einziger Unterschied: Auf sämtlichen Postern wurden die Waffen entfernt! Während dies bei einigen Exemplaren gar nicht weiter auffallen würde, wirken andere wiederum direkt befremdlich – etwa „James Bond 007 jagt Dr. No“. Die Pose von Sean Connery fühlt sich so völlig unnatürlich an. Man merkt, hier fehlt etwas. Bei „GoldenEye“ ebenso:

Unabhängig davon, ob die Darstellungen nun aus grafischer Sicht funktionieren oder nicht, gibt die Herangehensweise durchaus Rätsel auf. Denn selbst wenn Amazon beispielsweise Waffengewalt nicht verherrlichen wollte, ist die Pistole letztlich unweigerlich mit dem MI6-Agenten verbunden. Und nicht nur das: Sollte es sich um einen Versuch handeln, James Bond in der gesellschaftlichen Wahrnehmung von Schusswaffen zu lösen, wäre das nicht nur ziemlich unmöglich und irrsinnig. Man wäre dabei auch nur bedingt konsequent. Denn wer genau hinsieht, erkennt auf jedem der Filmposter natürlich immer noch das berühmte 007-Logo – inklusive Kanone!

Deadline bestätigt, dass es ausgerechnet um den James-Bond-Tag am 5. Oktober herum zu jenen Anpassungen auf der Streaming-Plattform kam. Auf eine Nachfrage habe man sich seitens Amazon Prime Video zur Angelegenheit allerdings nicht äußern wollen. Wie es im Falle einer solch verehrten Marke stets der Fall ist, gingen viele Fans natürlich alsbald auf die Barrikaden (man erinnere sich nur an die Überarbeitungen von Steven Spielbergs „E.T. - Der Außerirdische“, im Zuge derer aus Waffen kurzerhand Walkie Talkies wurden).

Sollen Waffen in der Bond-Zukunft nur noch eine Nebenrolle spielen? Soll die 007-Saga familienfreundlicher werden? All das sind natürlich rein spekulative Fragen, die derzeit zwar einige Menschen beschäftigen, die wir aber wohl erst in ein paar Jahren beantwortet kriegen. Einen Starttermin hat „James Bond 26“ nämlich nocht nicht. Das Vertrauen in Denis Villeneuve sollte mittlerweile jedoch groß genug sein, um dem Actioner freudig entgegen zu blicken.

Wen sich der ehemalige Bond-Mime Pierce Brosnan aktuell besonders gut in der Rolle vorstellen kann, könnt ihr indes hier nachlesen:

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