Dass dies kein klassischer Vampir-Film à la Hollywood wird, war bei Regisseur Radu Jude wohl klar – mit den 14 schrill-schrägen Episoden von „Dracula“ konnte wahrscheinlich trotzdem niemand rechnen. Der experimentierfreudige Regisseur aus Rumänien hat sich der Kultfigur seines Heimatlandes gewidmet und sich ausgiebig am Mythos um den Blutsauger abgearbeitet, und scheut auch in diesem neuen Werk nicht davor zurück, zu provozieren und zu irritieren.
Im August 2025 feierte Radu Judes „Dracula“ beim Festival in Locarno Premiere, nun wurde der US-Kinostart für den 29. Oktober angekündigt, pünktlich zu Halloween. Wann der Film hierzulande in die Kinos kommt, ist noch nicht bekannt.
Eine superkommerzielle Wundertüte
Der gerade veröffentlichte erste Trailer gibt sicher einen guten Eindruck davon, auf was für eine wahnwitzige Reise man sich mit den 170 Minuten von „Dracula“ begibt:
Radu Jude hat für den Film wieder ein Ensemble an rumänischen Darsteller*innen versammelt, darunter neue Gesichter ebenso wie bereits bekannte Namen wie Gabriel Spahiu, Eszter Tompa und Serban Pavlu, mit denen Jude bereits für andere Filme zusammenarbeitete.
In der offiziellen Ankündigung des Films heißt es, es sei „eine überraschende Mischung aus verschiedenen Geschichten aus neuen und alten Zeiten über den ursprünglichen Mythos von Dracula: eine Vampirjagd, Zombies und Dracula, der einen Streik zerschlägt, eine Science-Fiction-Geschichte über die Rückkehr von Vlad dem Pfähler, eine Adaption der ersten rumänischen Vampir-Novelle, eine tragische Romanze, eine vulgäre Volkssage, von KI generierte Kitschgeschichten... und vieles mehr!“
FILMSTARTS-Redakteur Michael Meyns hat den Film bereits gesehen und verleiht ihm 4 von 5 Sternen – er sei eine „postmoderne Wundertüte voller Verweise und Bezüge“ und „sicherlich die absurdeste Verfilmung des zeitlosen Stoffes“ sowie „der verrückteste Dracula-Film aller Zeiten“. Seine ganze Kritik könnt ihr hier nachlesen.
Wie wir es von Radu Judes früheren Werken wie „Erwarte nicht zu viel vom Ende der Welt“ oder „Bad Luck Banging Or Loony Porn“ kennen, dürfen wir in „Dracula“ viel direkte und indirekte Gesellschaftskritik erwarten – der Film soll sowohl das Aussaugen des Vampir-Mythos durch Hollywood und durch die rumänische Regierung (die einst eine Art Dracula-Disneyland plante) als auch andere aktuell relevante Phänomene wie die Arbeit mit künstlicher Intelligenz in den Blick nehmen. In einer früheren Ankündigung nannte Jude seinen „Dracula“ bereits „superkommerziell“.
Das nächste Monster wartet schon
Radu Jude, der laut eigener Aussage beim Filmfestival in Locarno letztes Jahr „gierig“ nach neuen Projekten ist und „so viel wie möglich mit dem Kino in allen Formen experimentieren“ möchte, hat übrigens noch eine weitere legendäre Horror-Figur auf seiner Liste: Er plant eine eigene Frankenstein-Verfilmung mit dem in Rumänien geborenen Marvel-Star Sebastian Stan.
Zuerst ist aber Guillermo del Toro mit seiner Version der Geschichte an der Reihe – sein „Frankenstein“ mit Jacob Elordi und Mia Goth kommt schon am 23. Oktober 2025 in ausgewählte Kinos und kurz danach zu Netflix. Hier ist der neueste Trailer:
Monster-Ikone feiert blutiges Horror-Comeback auf Netflix – und im Kino! Neuer Trailer zu Guillermo del Toros "Frankenstein"