Nachdem Steven Spielberg Ende der 1990er und zu Beginn der 2000er mit schweren, nachdenklichen Stoffen wie „Schindlers Liste“, „Der Soldat James Ryan“ und „Minority Report“ eindrucksvoll bewiesen hatte, wie tief er in menschliche Abgründe blicken kann, wandte er sich mit „Catch Me If You Can“ wieder dem zu, was er besonders gut kann: Geschichten über vermeintlich gewöhnliche Menschen, die sich in außergewöhnliche Situationen manövrieren – und dabei zeigen, dass in ihnen mehr steckt, als man auf den ersten Blick vermuten würde.
In „Catch Me If You Can“ erzählt er die unglaubliche – aber wahre! – Geschichte des Frank W. Abagnale Jr., der es in den 1960er-Jahren zum bekanntesten Hochstapler der USA brachte und ganz nebenbei Millionen Dollar mit gefälschten Schecks einnahm. Die unterhaltsame, lose auf den Memoiren Abagnales* basierende, Gaunerkomödie mit Leonardo DiCaprio und Tom Hanks in den Hauptrollen könnt ihr am heutigen Sonntagabend um 20.15 Uhr auf RTL ZWEI ansehen – alternativ findet ihr sie zum Leihen bzw. Kaufen auf Amazon Prime Video.
Vom Teenager zum Trickbetrüger
Mit gerade einmal 17 Jahren flieht Frank (DiCaprio) nach der Trennung seiner Eltern von zu Hause – und entdeckt bald sein Talent zum Täuschen: Er fälscht Schecks, gibt sich als Pilot, Arzt und Anwalt aus und lebt sein bestes Leben.
Doch es dauert nicht lange, bis das FBI ihm auf den Fersen ist – und FBI-Agent Carl Hanratty (Tom Hanks) gibt alles daran, den Betrüger, der die Banken bereits um Millionen von Dollar gebracht hat, zu fassen. Es folgt ein Katz-und-Maus-Spiel quer über den Globus, das bald eine seltsam vertraute Dynamik annimmt: Je länger der unermüdliche Ermittler seinen jugendlichen Gegenspieler jagt, desto näher kommen sie sich auch.
„Catch Me If You Can“ ist dabei perfekt durchchoreografiert: Retro-Design, jazzige Titel-Sequenz, pointierte Montagen und toll aufgelegte Darsteller*innen (Christopher Walken als Frank Abagnale Sr. ist einfach Gold!) fügen sich in der Leichtigkeit eines Swings ineinander und bilden eine Hommage an eine Zeit, in der man mit Stil noch davonkommen konnte.
Doch unter der glänzenden Oberfläche findet sich Melancholie: Frank ist kein klassischer Bösewicht, sondern vielmehr ein einsamer Junge, der sich in Rollen flüchtet, weil er in seiner Familie keinen Platz mehr findet – und an Weihnachten seinen Verfolger anrufen muss.
Dabei ist Spielbergs Gaunerkomödie keinesfalls ein Meisterwerk – und das muss sie auch gar nicht sein. Manchmal ist charmante Unterhaltung mit einem Augenzwinkern und eine bittersüße Hollywoodgeschichte mit Starpower eben alles, was man braucht.
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