Georg Elser und Claus Schenk Graf von Stauffenberg waren so dicht dran, Adolf Hitler zu töten, wie niemand sonst. Doch die Attentate im November 1939 im Münchner Bürgerbräukeller durch Elser und Stauffenbergs Versuch am 20. Juli 1944 in der Wolfsschanze scheiterten bekanntlich. Wie viele andere davor und in den Jahren dazwischen.
Historiker gehen von über 40 bekannten Attentaten und Attentatsplänen auf Hitler aus. Der US-Schriftstellerin und Star-Biografin Charlotte Chandler zufolge soll angeblich auch eine der größten Hollywood-Diven aller Zeiten geplant haben, Hitler zu ermorden: der deutsche Weltstar Marlene Dietrich.
Biografie enthüllt Attentatspläne
Die Berliner Schauspielerin wurde 1930 mit „Der blaue Engel“ von Josef von Sternberg schlagartig in ganz Deutschland bekannt. Mit der Rolle der charismatischen Varieté-Sängerin Lola Lola („Ich bin von Kopf bis Fuß auf Liebe eingestellt“) machte sich die Dietrich unsterblich – und folgte nach dem hiesigen Kino-Erfolg ihrem Förderer von Sternberg nach Hollywood. In der Traumfabrik erlangte sie durch Klassiker wie „Marokko“ oder „Der große Bluff“ Weltruhm.
Den Nazis blieben der Ruhm und die Strahlkraft der Diva in den USA und weit darüber hinaus natürlich nicht verborgen. Hitler und Reichspropagandaminister Joseph Goebbels taten viel, um den Schauspielstar zur Rückkehr in die Heimat zu bewegen – erfolglos. Die Nazi-Hasserin Dietrich weigerte sich für den NS-Staat aufzutreten und schlug konsequent alle noch so attraktiven Angebote aus, darunter ein versprochener Triumphzug durchs Brandenburger Tor bei ihrer Wiederkehr.
Ihre Ablehnung gegenüber Hitler und seiner menschenverachtenden Politik ging so weit, dass Dietrich den Tyrannen vorgeblich verführen wollte – mit dem Ziel, Hitler anschließend zu ermorden. Diese Behauptung stellt zumindest die Dietrich-Biografin Charlotte Chandler in ihrem 2011 erschienen Buch „Marlene Dietrich – A Personal Biography“ auf. Bei ihrer These beruft sie sich auf den Hollywood-Star Douglas Fairbanks, einen ehemaligen Geliebten Dietrichs.
"Ihn zu töten wäre etwas, wofür es sich zu sterben lohnt"
Chandler schreibt, dass sich Dietrich zum Schein auf das Angebot der Nazis eingelassen hätte und ins Deutsche Reich zurückgekehrt wäre. Allerdings unter einer Bedingung: Ein Treffen mit dem Diktator allein. Dietrich war bewusst, wie sehr Hitler sie schätzte und genau diese ihr entgegengebrachte Bewunderung und Hingabe wollte sie für ihr Attentat ausnutzen. „Ich hätte ihm gesagt, wie sehr ich ihn bewundere und verehre. Und wie verzweifelt ich ihn liebe“, soll Dietrich Fairbanks anvertraut haben (via Far Out Magazine).
Doch wie und mit welcher Mordwaffe hätte Dietrich Hitler umbringen wollen? Schließlich waren die Sicherheitsvorkehrungen streng und der Reichskanzler stets von Personenschützern umgeben. Doch auch darüber hatte sich Dietrich schon Gedanken gemacht. Eine vergiftete Haarnadel wäre das Mittel der Wahl gewesen! Einzig mit der Nadel im Haar (und sonst völlig unbekleidet) wollte sie sich Hitler präsentieren – und dann eiskalt zuschlagen.
Dabei soll ihr bewusst gewesen sein, selbst nicht unbeschadet aus dem Attentat herauszukommen. „Ich würde nicht erwarten, zu entkommen. Aber ich wäre bereit zu sterben. Hitler zu töten wäre etwas, wofür es sich zu sterben lohnt“, habe Dietrich Fairbanks gesagt. Dietrich wollte ihre Tat übrigens bereits 1930 umsetzen – drei Jahre vor der Ernennung Hitlers zum Reichskanzler und neun Jahre vor Kriegsbeginn.
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Doch bekanntlich blieb es beim Plan, oder besser, der Mordfantasie. Die Schauspiellegende leistete im Krieg aber auf andere Weise Widerstand und setzte dabei ihr Leben tatsächlich immer wieder aufs Spiel. Als Truppenbetreuerin ging sie im Zweiten Weltkrieg „auf Tour“ und trat ab 1944 vor begeisterten US-Soldaten an der Front auf. Sie machte engagiert Werbung für Kriegsanleihen und sammelte Spenden für den Krieg gegen Nazi-Deutschland. Damit reizte sie die braune Brut bis aufs Blut!
Dietrich arbeitete im Laufe ihrer Karriere mit unzähligen Leinwand-Ikonen zusammen. Lest hier, welcher Schauspieler beim Dreh mit der Diva so eingeschüchtert war, dass er am Set zunächst auf Abstand ging. Es handelt sich um einen der größten Western-Stars aller Zeiten:
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