Vor einigen Jahren war man bei Netflix überzeugt, dass interaktive Titel die Zukunft sind. Gleich mehrere Formate produzierte der Streamingdienst, in welchen das Publikum die Kontrolle hat. Höhepunkt war der Film „Black Mirror: Bandersnatch“. Doch auf große Begeisterung stieß das nicht. Netflix gab das Experiment mittlerweile wieder auf, löschte sogar interaktive Inhalte von der Plattform.
Doch ein anderes Unternehmen nimmt jetzt einen neuen Anlauf – und das sogar im Kino. CtrlMovie hat sich auf interaktive Filme spezialisiert und laut eigener Aussage seit Jahren die Technik perfektioniert. Die Grenzen zwischen Kinofilm und Spiel sollen dabei verschwimmen. Jetzt sorgt das Unternehmen mit der Meldung für Aufsehen, dass man einen US-Kinostart für das neue Projekt „Slay Day“ sichern konnte.
Horror, bei dem ihr entscheidet, wer überlebt
„Slay Day“ soll im kommenden Herbst 2026 in die amerikanischen Kinos kommen. Das Publikum kann während des Films mit dem Handy über diverse Entscheidungen abstimmen. Dabei soll es so viele unterschiedliche Möglichkeiten geben, dass keine zwei Kinovorführungen den exakt selben Film zeigen werden. Allein zwanzig verschiedene Enden gebe es. Laut Pressemitteilung verwandele „Slay Day“ so „die Slasher-Formel in ein rücksichtsloses soziales Erlebnis“, bei dem das Publikum entscheidet, wer das Final Girl ist oder ob vielleicht sogar niemand überlebt.
Die vollmundige Ankündigung von Scott C. Silver dazu: „Es ist nicht nur ein Film, es ist ein neues Kinoerlebnis, bei dem jede Entscheidung in Echtzeit durch die Geschichte wirkt. Die Technologie lässt die Menschen Horror auf die persönlichste Weise erleben, die man sich vorstellen kann, denn dieses Mal sind die Tode das direkte Ergebnis der Entscheidungen des Publikums. Jede rücksichtslose Herausforderung. Jeder neidische Blick. Jeder tödliche Fehler. Du wählst. Sie zahlen!“
Das ist die Story von "Slay Day"
„Slay Day“ spielt in Anlehnung an eine Klassiker-Reihe des Genres (siehe auch unser Artikelbild) am Freitag, dem 13. des Jahres 1987. Sechs Teenager bereiten sich in der scheinbar perfekten Kleinstadt Belle Falls auf den wichtigsten Abend des Jahres vor: den Sadie Hawkins Tanz. Die Feierlichkeiten nehmen jedoch eine düstere Wende. Die Stadt beschließt, die sterblichen Überreste der ursprünglichen Sadie Hawkins zu exhumieren, um die Wahrheit hinter ihrer Mordserie fünfzig Jahre zuvor aufzuklären. Durch diese Entweihung wird eine bösartige Macht auf Belle Falls zurückgerufen, die Jagd auf die Jugendlichen macht.
Erdacht wurde die Story von Autor Andrew Matisziw, der vorher unter anderem den Serien „Goliath“ und „Die Firma“ beteiligt war. Regie führte der Debütant John David Buxton. Zur Besetzung gehören Jayden Bartels („Gänsehaut“), Shelby Simmons („A Big Bold Beautiful Journey“), Emma McNulty („FBI: Most Wanted“), Caleb Brown („Mother’s Day“), Luke Mullen („V/H/S/99“) und Lyndon Smith („Das Vermächtnis von Montezuma“).
Hier ist auch ein erstes Bild des Casts:
In Deutschland über Spiele-Plattformen verfügbar?
Ob „Slay Day“ auch nach Deutschland in die Kinos kommen wird, ist noch nicht bekannt. Die Verantwortlichen hinter dem interaktiven Filmprojekt haben aber zumindest schon Pläne für eine Auswertung jenseits der Kinoleinwand. So soll der Horror-Slasher später unter anderem über große Spiele-Plattformen wie Steam, die Playstation und die Xbox veröffentlicht werden. Schließlich ist dort ein Publikum zu finden, das interaktiven Elementen offen gegenübersteht.
Womöglich wird dies auch der Weg, über welchen „Slay Day“ dann seinen Weg nach Deutschland findet. Ein anderer Horrorfilm kommt dagegen in Kürze in die Kinos. Mehr dazu gibt es im folgenden Artikel:
Nur für Erwachsene: Remake von einst indiziertem Horror-Klassiker kommt ungekürzt mit FSK 18 ins Kino