"Ich verstehe, warum es die Fans so verärgert hat": Das Ende von "Dexter" gefällt nicht mal dem Star der Serie
Louis Verheyen
Louis Verheyen
-Freier Autor
Genießt alle Facetten des Kinos und lässt sich von „Mulholland Drive“ ebenso gern verstören wie von „Call Me By Your Name“ verzaubern. Hofft immer noch wehmütig darauf, dass Richard Kelly mal wieder einen Film dreht.

Dank der fantastischen neuen Sequel-Serie erfreut sich „Dexter“ derzeit wieder großer Beliebtheit. Nach dem furchtbaren Ende der Originalserie hätte damit wohl niemand mehr gerechnet – davon war nämlich selbst der Hauptdarsteller enttäuscht!

2013 war es, als die vorerst letzte Folge der schwarzhumorigen Krimiserie „Dexter“ ausgestrahlt wurde – und Fans fassungslos vor ihren Bildschirmen zurückließ. Bis zum berühmt-berüchtigten „Game Of Thrones“-Finale galt „Dexter“ fast ausnahmslos als die Nummer eins der Serien mit den schlechtesten Enden aller Zeiten. Und so geriet die einst mitreißendste Show im Fernsehprogramm in den Folgejahren mehr und mehr in Vergessenheit.

Über ein Jahrzehnt später ist der Hype um den sympathischsten Serienkiller der Welt aber wieder riesig. Mit mittlerweile zwei Sequel-Serien und einem Spin-off wird die Geschichte vom Blutspuranalysten Dexter Morgan, der tagsüber in der Miami Polizeiwache Mordfälle löst und nachts selbst welche verursacht, immer weiter ausgebaut. Im selben Fahrwasser erlebt aber auch die Originalserie aktuell ihren zweiten Frühling: „Dexter“ konnte in letzter Zeit nämlich viele neue Zuschauer für sich gewinnen und wird im Internet gerade mit lauter Memes zelebriert.

Dexter
Dexter
Starttermin 2006-10-01
Serie: Dexter
Mit Michael C. Hall, Jennifer Carpenter, David Zayas
User-Wertung
4,4
Auf Paramount+ streamen

Im Gegensatz zu Serien wie „Lost“ oder „Die Sopranos“, deren Enden zwar damals polarisierten, dafür aber im Nachhinein noch häufig gelobt wurden, kommt das Finale von „Dexter“ auch beim heutigen Publikum nicht gut an. Die letzte Folge der Originalserie wirkt nach all den Jahren immer noch genau so unspektakulär wie damals – findet sogar Dexter-Darsteller Michael C. Hall, wie er Entertainment Tonight verriet.

Michael C. Hall findet das Ende von "Dexter" ebenso enttäuschend wie die Fans

Hier nochmal eine kurze Auffrischung, was das „Dexter“-Ende betrifft: Nachdem seine Schwester Debra durch seine Mitschuld stirbt, realisiert Dexter, dass er in seinem Umfeld nichts als Leid verursacht. Um nicht auch noch seinen Sohn zu gefährden, lässt er sich in einem Akt der Selbstlosigkeit von einem vermeintlich tödlichen Sturm mitreißen. Die letzte Szene offenbart jedoch, dass Dexter in dem Sturm gar nicht gestorben ist, sondern in einer abgelegenen Schneehütte sein selbst auferlegtes Exil absitzt.

Enttäuschend war dieses Ende vor allem deshalb, weil es schlicht die Thematik der vorherigen Staffeln wiedergekäut hat: Ein weiteres mal musste sich Dexter damit abfinden, dass sein Doppelleben genau die Menschen gefährdet, die ihm am nächsten stehen. Diese Erkenntnis machte er aber vier Staffeln zuvor schon mit dem tragischen Tod seiner Frau Rita, wodurch die finale achte Staffel nur noch wie eine müde Wiederholung wirkte. Viel spannender hätten es die Fans gefunden, wenn Dexters Polizei-Kollegen ihm endlich auf die Schliche kommen – dieses Potenzial ließ die Serie allerdings bis zuletzt liegen.

„[Die Serie] hatte kein wirkliches Ende. Sie hat uns einfach an diesem sehr unbefriedigenden und merkwürdigen Punkt zurückgelassen.“, findet auch Michael C. Hall. „Auch wenn es Sinn für den Charakter gemacht hat, dass er sich nach all dem Chaos in dieser Position wiederfindet, verstehe ich total, warum warum es die Fans so enttäuscht und verärgert hat“.

"Dexter"-Star fühlte sich verpflichtet, das schlechte Ende wiedergutzumachen

Die negativen Zuschauerreaktionen waren auch der Hauptgrund, warum Hall im Jahr 2021 – fast 10 Jahre nach dem ursprüngliche Serienfinale – für das Miniserien-Sequel „Dexter: New Blood“ zurückkehrte. Ihm tat es natürlich ebenso weh, dass seine Paraderolle mit einem derart unzeremoniellen Finale verwachsen war. „Weil ich wusste, dass die Zuschauer nicht zufrieden mit dem Ende der Serie waren, war auch ich nicht zufrieden damit.“, so Hall. „[Die Fortsetzung] habe ich mir selbst geschuldet, ich habe sie dem Charakter geschuldet und ich habe sie den Fans geschuldet“.

„New Blood“ sollte also die zuvor begangenen Fehler ausbügeln, und das gelang der Miniserie über weite Strecken auch ziemlich gut. Das verschneite Örtchen, an dem sich die Handlung nun abspielte, war eine schöne Abwechslung zum sonst so sonnigen Miami. Auch der schwarze Humor, der in den letzten Staffeln zunehmend verloren ging, blühte durch die kauzigen Kleinstadtbewohner des neuen Settings wieder auf. Zusätzlich brachte Dexters entfremdeter Sohn, der wie sein Vater eine dunkle Seite in sich trägt, eine spannende frische Dynamik in die Serie.

Umso bitterer war es dann allerdings, als die Fortsetzung erneut in einem so halbgaren Finale mündete: Am Ende wurde Dexter nämlich urplötzlich von seinem Sohn erschossen, womit lauter angedeutete Handlungsstränge einfach so fallen gelassen wurden. Besonders irritierend: Fan-Liebling Angel Batista kehrte für die Serie zurück, durfte aber nicht ein einziges Mal mit seinem Ex-Kollegen und besten Freund Dexter interagieren. Damit war es das bereits zweite enttäuschende „Dexter“ Ende – und zusätzliches Salz in der Wunde der Fans.

Aller guten Dinge sind drei (?)

Ob es wieder an der negativen Zuschauerresonanz lag, dass 2025 überraschenderweise ein weiteres Kapitel im „Dexter“-Kosmos erschien, lässt sich nur vermuten. Jedenfalls konnte „Dexter: Wiedererwachen“ auf ganzer Linie überzeugen. Wie der Titel schon verrät, ist Dexter bei der Auseinandersetzung mit seinem Sohn nicht wirklich gestorben und begibt sich nun in New York auf die Suche nach ihm. Dabei trifft er auf jede Menge bekannte Gesichter aus der originalen Serie – mit denen er diesmal auch endlich wieder interagieren darf - und darüber hinaus auf spannende neue Widersacher, welche die jüngste Staffel sogar zu einer der besten der gesamten Serie machen.

Allerdings ist die Sequel-Serie noch nicht auserzählt und erhält mindestens noch eine weitere Staffel. Ob „Dexter“ beim dritten Versuch also endlich zufriedenstellend abgeschlossen wird, bleibt weiterhin in der Schwebe. Wie Michael C. Hall es aber schon passend ausgedrückt hat, hätten sowohl er selbst als auch die Fans einen angemessenen Abgesang auf den Charakter längst verdient!

Übrigens: Die Produktion der zweiten Staffel von „Dexter: Wiedererwachen“ ist derzeit im vollen Gange, und im Zuge dessen haben die Macher bereits enthüllt, welchem Widersacher sich Dexter diesmal stellen muss. Warum sich Fans besonders darüber freuen dürften, erfahrt ihr im folgenden Artikel:

Fan-Wunsch erfüllt: Das wird der neue Bösewicht in "Dexter: Wiedererwachen" Staffel 2 – er wurde schon in Staffel 1 erwähnt

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