Gute Katastrophenfilme aus Hollywood waren in den vergangenen Jahren viel zu selten. Zu oft hatte man den Eindruck, dass sich die Verantwortlichen nur darauf beschränkten, ihre riesigen Budgets für möglichst viel Weltuntergangs-Bombast rauszuhauen. Dabei blieben aber oft eine fesselnde Geschichte und Figuren, deren Schicksal uns ans Herz geht, auf der Strecke. Der ehemalige Stunt-Experte Ric Roman Waugh konzentriert sich in „Greenland“ dagegen über weite Strecken auf Emotionen und Spannung – wobei er auch aus der Not eine Tugend machte.
Der Katastrophen-Thriller erzählt von der dreiköpfigen Familie Garrity, die sich angesichts des drohenden Weltuntergangs nach einem Kometeneinschlag quer durch Amerika zu einem geheimen Schutzbunker in Grönland durchschlagen muss. Mit einem für das Genre fast schon winzigen Budget von 35 Millionen Dollar behält Waugh diese Figuren die komplette Laufzeit im Fokus. Das Zusammenbrechen der Welt und die Einschläge weiterer Kometensplitter auf allen Kontinenten sind nur ein Hintergrundrauschen in den Nachrichten.
Spannung + Emotionen – das muss auch die Mischung für "Greenland 2" sein
Mit dem bewusst verengten Blick schafft es Waugh, die Spannungsschraube durchgehend anzuziehen. Weil Waugh daneben auf sein starkes Schauspielduo aus Action-Star Gerard Butler und der unter anderem aus „Deadpool“ bekannten Morena Baccarin zählen kann, reißt einen das Schicksal der Hauptfiguren zudem die ganze Zeit mit.
Jetzt haben sich Waugh, Butler und Baccarin erneut zusammengefunden. „Greenland 2“ knüpft an die Ereignisse des Vorgängers an. Nach fast fünf Jahren verlassen die Garritys den Schutzbunker, weil sie glauben, dass es in einem Krater in Frankreich wieder möglich ist, auf der Erde zu leben. Erneut beginnt eine gefährliche und lange Reise...
Mehr Geld für die Post-Apokalypse
Schon früh war klar, dass Regisseur Ric Roman Waugh für das Sequel mehr Geld zur Verfügung bekommt. War zuerst von einer Verdoppelung des Budgets die Rede, sprach Produzent Sébastien Raybaud in einem Interview mit Deadline sogar von 90 Millionen Dollar. Für den zweiten Teil sind somit deutlich spektakulärere Schauwerte zu erwarten – wobei wir davon ausgehen, dass Waugh nicht in die Sequel-Falle tappt, einfach mehr vom selben aber größer zu erzählen.
Das zusätzliche Budget ist in erster Linie nötig. Schließlich durchqueren die Protagonisten jetzt ein post-apokalyptisches, zerstörtes Europa. Um das gut darzustellen, braucht es eine gewisse Menge Geld. Gleichzeitig ist „Greenland 2“ mit den kolportierten Zahlen noch weit von den Summen gigantischer Hollywood-Blockbuster entfernt. Dass Waugh jetzt plötzlich nur noch auf Spektakel setzt und die Erzählung sowie seine Figuren vernachlässigt, ist daher nicht zu befürchten.
Die Chancen stehen damit bestens, dass „Greenland 2“ die Stärken des Vorgängers beibehalten kann und wir auch bei der neuerlichen beschwerlichen Reise der Familie Garrity mitfiebern werden. Gleichzeitig sollte der Film mit seinem Blick auf die post-apokalyptische Welt aber trotzdem um ein Vielfaches spektakulärer aussehen.
Ob diese Rechnung aufgeht, könnt ihr euch ab sofort selbst dort anschauen, wo solche Bilder noch immer die größte Wirkung entfalten: „Greenland 2“ mit Gerard Butler und Morena Baccarin läuft seit dem heutigen 8. Januar 2026 deutschlandweit in den Kinos. Mehr Informationen zum Film und zur Besetzung sowie zu den Kinovorführungen bekommt ihr hier. Einen Vorgeschmack gibt euch der deutsche Trailer: