Vor 36 Jahren zerstörte dieses Fantasy-Abenteuer ein ganzes Franchise: In Deutschland sahen es trotzdem mehr als 1 Million Zuschauer im Kino!
Michael Bendix
Michael Bendix
-Redakteur
Schaut pro Jahr mehrere hundert Filme und bricht niemals einen ab. Liebt das Kino in seiner Gesamtheit: von Action bis Musical, von Horror bis Komödie, vom alten Hollywood bis zum jüngsten "Mission: Impossible"-Blockbuster.

Vor 32 Jahren kam der dritte Teil eines Fantasy-Franchise in die Kinos, der aber in jeder Hinsicht enttäuschte – obwohl er in Deutschland immerhin noch 1 Million Menschen zum Kauf eines Kinotickets bewegte. Hier erfahrt ihr, um welchen Film es geht.

Die unendliche Geschichte“ war 1984 der in Deutschland zweiterfolgreichste Film des Jahres – nur übertrumpft von „Police Academy“. Mehr als 4,8 Millionen Zuschauer*innen ließen sich von der Adaption des gleichnamigen Fantasy-Romans von Michael Ende in die Kinos locken. Nach so einem Hit war eine Fortsetzung schon damals obligatorisch. Da es nur eine einzige Buchvorlage gab, griff man für das 1990 erschienene Sequel auf die noch unverfilmte zweite Hälfte des Romans zurück, in der Bastian selbst nach Phantásien reist.

Zwar fehlte „Die unendliche Geschichte II – Auf der Suche nach Phantásien“ sowohl das philosophische Gehalt des Ausgangsmaterials als auch die imaginative Kraft des von Wolfgang Petersen („Das Boot“) inszenierten Vorgängers – trotzdem wollten immerhin noch 3,2 Millionen Zuschauer*innen das Fantasy-Abenteuer sehen, was für einen soliden achten Platz in den deutschen Kino-Jahrescharts reichte.

Doch was jetzt, da Michael Endes Roman nun endgültig keinen Stoff zum Verfilmen mehr hergab? Man erfand für den 1994 veröffentlichten dritten Teil einfach eine völlig neue Geschichte. Zwar tauchten auch hier Figuren wie Bastian Bux, die Kindliche Kaiserin oder der Glücksdrache Fuchur (der plötzlich aussah wie ein Stofftier) auf. Darüber hinaus gab es aber wenige Verbindungen zur literarischen Vorlage oder zum ersten Teil – auch deshalb, weil die mythische Welt von Michael Ende kaum noch eine Rolle spielte.

Die unendliche Geschichte III
Die unendliche Geschichte III
Starttermin 27. Oktober 1994 | 1 Std. 35 Min.
Von Peter MacDonald
Mit Jason James Richter, Melody Kay, Jack Black
User-Wertung
2,3

In „Die unendliche Geschichte III – Rettung aus Phantásien“ verlagert sich das Geschehen erstmals maßgeblich in unsere Realität. Bastian (Jason James Richter) flüchtet vor der Rowdy-Gang „Die Nasties“ (angeführt von einem jungen Jack Black!) in das magische Reich, woraufhin die Bande das zurückgelassene Buch stiehlt. Indem sie den Text manipulieren, bringen sie Phantásien an den Rand des Abgrunds.

Um das Buch der unendlichen Geschichte zurückzuerobern, werden Bastian und eine Gruppe phantásischer Wesen – darunter Fuchur und ein Steinbeißer-Kind – mithilfe des Amuletts Auryn in die Menschenwelt versetzt. Doch die Reise verläuft chaotisch: Die Gefährten werden über die ganze Stadt verstreut, und bald bekommt Bastians Stiefschwester Nicole (Melody Kay) das Auryn in die Hände. Während sie dessen Wunschkraft für eine Shoppingtour missbraucht, setzen die Nasties alles daran, nach dem Buch auch noch das zweite mächtige Artefakt an sich zu reißen...

„Die unendliche Geschichte III“ setzt auf einen slapstickhaft-albernen Tonfall – ein „Born To Be Wild“ singender Steinbeißer inklusive –, und das im Vergleich zu den Vorgängern erheblich reduzierte Budget sieht man ihm deutlich an. Letztlich scheiterte der Versuch, das Franchise als bunten 90er-Jahre-Ulk neu zu erfinden, auf jeder Ebene: Die Kritik zerriss den Film in der Luft, der Erfolg an den Kinokassen blieb aus.

Zwar verirrten sich in Deutschland noch immer etwas mehr als 1 Million Fans in die Lichtspielhäuser, doch auch damit blieb der Film deutlich unter den Erwartungen. In den USA wiederum entwickelte sich das Werk zu einem beispiellosen finanziellen Fiasko und verschwand schnell wieder von der Leinwand – womit schnell klar wurde, dass die Tage von „Die unendliche Geschichte“ als großes Kino-Franchise gezählt waren...

Wusstet ihr eigentlich, wie extrem strapaziös für Atreju-Darsteller Noah Hathaway die Dreharbeiten zu „Die unendliche Geschichte“ waren? Mehr dazu lest ihr im folgenden Artikel:

"Heute wäre es unmöglich, mit so etwas durchzukommen": "Die unendliche Geschichte"-Star Noah Hathaway enthüllt, dass er beim Dreh fast gestorben wäre

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