War CGI früher wirklich besser? "Fluch der Karibik"-Regisseur erklärt, warum Computereffekte heute häufig schlechter sind
Julius Vietzen
Julius Vietzen
-Senior-Redakteur
Julius ist bei FILMSTARTS zwar hauptsächlich für Superhelden, Science-Fiction und Fantasy zuständig, liebt aber auch Filme und Serien aus jedem anderen Genre.

Mit „Fluch der Karibik“ und den beiden ersten Fortsetzungen hat Regisseur Gore Verbinski bewiesen, dass er sich auf gelungen visuelle Effekte (VFX) versteht. Daher sorgen seine Ausführungen zum Stand von CGI und Co. nun für einiges an Aufsehen.

Disney und seine verbundenen Unternehmen

Früher war alles besser? Das mag nicht immer stimmen, im Fall von Computereffekten würden aber fast alle Filmfans diese Aussage unterschreiben. Dabei werden häufig Filme wie „Terminator 2“ oder „Jurassic Park“ als Beweis genannt, obwohl auch an diesen Filmen bei aller unbestreitbaren Qualität die Zeit nicht spurlos vorbeigegangen ist. Oder – um ein Beispiel aus diesem Jahrtausend zu nehmen – die ersten drei „Fluch der Karibik“-Filme, die nach wie vor wirklich absolut erstaunliche visuelle Effekte vorweisen können.

„Fluch der Karibik“-Regisseur Gore Verbinski ist also jemand, der weiß, wie gute visuelle Effekte (VFX) gehen. Und so ist es auch kein Wunder, dass Verbinskis Aussagen zum Thema Computereffekte und CGI aktuell für ordentlich Diskussionen in Film-Fankreisen sorgen, etwa in einem Reddit-Post mit aktuell bereits 981 (!) Kommentaren (Stand 21. Januar 2026, 16.30 Uhr) – auch wenn diese Aussagen aus einem Interview zu seinem neuen Film „Good Luck, Have Fun, Don't Die“ stammen, das schon im November 2025 veröffentlicht wurde.

Ist die Unreal Engine schuld an schlechtem CGI?

Von der Seite But Why Tho wurde Verbinski gefragt, warum visuelle Effekte heute nicht mehr so gut aussehen wie früher. Seine Antwort: „Ich denke, die einfachste Antwort ist, dass die Unreal-Engine Teil der VFX-Landschaft geworden ist. Früher gab es eine Trennung: Die Unreal Engine war sehr gut bei Videospielen, aber dann haben die Leute angefangen zu glauben, dass man Unreal auch für fertige visuelle Effekte bei Filmen nutzen kann. Daher ist so eine Art Videospiel-Ästhetik Teil der Welt des Kinos geworden.“

Seiner Meinung nach würden Filme von Stanley Kubrick deswegen auch heute noch gut aussehen, weil dort hauptsächlich Miniaturen und gemalte Bilder für Effekte eingesetzt wurden. Die Videospiel-Ästhetik hingegen funktioniere „bei Marvel-Filmen, wo man weiß, dass man in einer überhöhten, unrealistischen Realität ist. Aber aus einer strikten fotorealistischen Perspektive funktioniert sie nicht.“

Noch zwei andere Probleme

Gleichzeitig gibt es laut Verbinski aber auch noch ein anderes Problem: nämlich die Bequemlichkeit der Verantwortlichen bei den Studios. „Sie denken, dass es niemanden interessieren wird, dass die Schiffe im Ozean so aussehen als wären sie gar nicht im Wasser. Beim ersten ‚Fluch der Karibik‘ waren wir damals tatsächlich auf dem Meer, in einem Schiff.“

„Und dann gibt es noch etwas anderes, einen Fehler, den Leute ständig bei visuellen Effekten machen“, erklärte Verbinski weiterhin. „Man kann einen sehr realistischen Hubschrauber erschaffen. Aber sobald er falsch fliegt, weiß dein Gehirn, dass er nicht echt ist. Der Hubschrauber muss sich jede Kurve verdienen. Er muss sich richtig bewegen. Animation ist auch wichtig, manchmal ist es nicht die Beleuchtung oder die Aufnahme, manchmal ist es die Bewegung.“

Good Luck Have Fun Don't Die
Good Luck Have Fun Don't Die
Von Gore Verbinski
Mit Sam Rockwell, Juno Temple, Haley Lu Richardson
Starttermin 12. März 2026
User-Wertung
3,3
Filmstarts
4,0
Vorführungen (20)

Bei dem eingangs bereits erwähnten „Good Luck, Have Fun, Don't Die“ haben sich Verbinski und sein Team daher das Ziel gesetzt, bei jedem einzelnen Bild des Films mindestens 50 Prozent des Bildes echt zu machen, wie er in dem Interview verriet. „Das sorgt dafür, dass man ehrlich bleibt. Man kann Requisiten als Platzhalter nehmen und wenn man den mit CGI ersetzt, weiß man, wie man das echte Element neu erschaffen kann.“

„Good Luck, Have Fun, Don't Die“ kommt am 12. März 2026 in die deutschen Kinos. Hier ist der Trailer:

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