Tom Ford kehrt dem Laufsteg den Rücken – und richtet seinen Fokus endgültig auf das Kino. Der Designer ist in den vergangenen Jahrzehnten als Mode-Ikone erst für Gucci und schließlich für sein eigenes Unternehmen zu einem der größten Stars der Branche geworden. Nebenbei hat er sich mit gerade einmal zwei Titeln als hochkarätiger Filmemacher etabliert - und auf diesen Bereich will er sich künftig konzentrieren. Jetzt arbeitet er nämlich endlich wieder an einem neuen Spielfilm. „Cry To Heaven“ ist Fords erste Regiearbeit seit „Nocturnal Animals“ aus dem Jahr 2016. Die Produktion hat bereits begonnen.
Dass Ford diesen Schritt ernst meint, hatte sich schon länger abgezeichnet. Vor zwei Jahren erklärte er im Interview mit GQ, er wolle sich von seiner erfolgreichen Modekarriere zurückziehen, um sich künftig vollständig dem Kino zu widmen. Zuvor hatte er seine eigene Marke für 2,8 Milliarden Dollar verkauft. Statt sich mit 64 Jahren zur Ruhe zu setzen, will er aber kreativ bleiben. „Ich möchte die nächsten 20 Jahre meines Lebens Filme machen. Die Uhr tickt“, sagte Ford damals und bezeichnete Mode als ein „Spiel für jüngere Männer“. „Cry To Heaven“ ist nun die konsequente Umsetzung dieses Plans.
Der Film basiert auf dem gleichnamigen Roman (im Deutschen erschienen als „Falsetto“) von Anne Rice, der Autorin hinter dem Klassiker „Interview mit einem Vampir“.
Hinter der Kamera arbeitet Ford mit Benjamin Kracun zusammen, der zuletzt unter anderem „Promising Young Woman“ visuell prägte. Die Produktion ist auf rund zehn Wochen angesetzt, ein Abschluss wird für Ende März erwartet – ein Zeitfenster, das bereits Spekulationen über eine mögliche Premiere bei den Filmfestspielen von Venedig im Herbst 2026 befeuert.
Ein ungewöhnlich hochkarätiges Ensemble
Für seine Rückkehr ins Kino hat Ford einen Cast zusammengestellt, bei dem man kurz Luft holen muss. Zum Ensemble gehören unter anderem Nicholas Hoult („Nosferatu”), Aaron Taylor-Johnson („28 Years Later”), Colin Firth („The King's Speech”), Ciarán Hinds („Rom”), George MacKay („1917”), Mark Strong („Kingsman: The Secret Service”), Owen Cooper („Adolescence”), Paul Bettany („Master And Commander”), Hunter Schafer („Euphoria”) und Thandiwe Newton („Westworld”). Für besonderes Aufsehen sorgt jedoch ein Name: Adele. Ja, genau diese Adele – „Cry To Heaven“ soll das Spielfilmdebüt der „Skyfall“-Sängerin markieren.
Oper, Obsessionen und großes Drama
Erzählt wird die im Venedig des 18. Jahrhunderts angesiedelte Geschichte zweier ungleicher Figuren: eines venezianischen Adligen und eines kastrierten Sängers aus Kalabrien, die versuchen, sich in der gnadenlosen Welt der Oper zu behaupten. Große Emotionen, Machtspiele und tragische Abhängigkeiten sind dabei fest eingeplant – Stoff also, der gut zu Fords Vorliebe für stilisierte Charakterdramen passt.
Bemerkenswert ist auch Fords Maßnahme, um die komplette Kontrolle zu behalten. Nach Gesprächen mit mehreren interessierten Studios entschied sich der Regisseur offenbar dafür, „Cry To Heaven“ selbst zu finanzieren, um den Film vollständig zu seinen eigenen Bedingungen realisieren zu können. Erst nach Abschluss der Produktion soll das Projekt dann auf den Markt gebracht und interessierten Verleihern angeboten werden.
Daher ist ein Kinostarttermin aktuell noch schwer abzuschätzen, könnte theoretisch aber noch 2026 erfolgen. Klar ist aber schon jetzt: Tom Ford kehrt nicht nur ins Kino zurück – er scheint entschlossener denn je, das Filmemachen zu seinem neuen kreativen Lebensmittelpunkt zu machen. Was ihr derweil schon dieses Wochenende neu im Kino schauen könnt, verraten wir euch im folgenden Artikel:
Neu im Kino: Detektiv-Kult aus Deutschland, Sci-Fi-Action und der jetzt schon "lustigste Film des Jahres"*Bei dem Link zum Angebot von Amazon handelt es sich um einen sogenannten Affiliate-Link. Bei einem Kauf über diesen Link erhalten wir eine Provision.