Heute im TV: Mit diesem Film ist Jim Carrey beim Publikum krachend durchgefallen – dabei ist die Komödie deutlich besser als ihr Ruf!
Stefan Geisler
Stefan Geisler
-Redakteur
Stefan liebt die Monty Pythons und deren Kult-Komödie "Ritter der Kokosnuss". Doch auch die skurrilen Filme von "Dänische Delikatessen"-Regisseur Anders Thomas Jensen oder Martin McDonaghs "Brügge sehen … und sterben?" haben ihn schon Tränen lachen lassen.

Jim Carrey, Matthew Broderick, Owen Wilson und Jack Black in einem Film von Ben Stiller? Da kann doch gar nichts schiefgehen, oder? „Cable Guy – Die Nervensäge“ hat dennoch einen schlechten Ruf. Zu unrecht, findet FILMSTARTS-Redakteur Stefan Geisler.

1996: Jim Carrey hat sich mit „Ace Ventura 1 & 2“, „Die Maske“ und „Dumm und Dümmer“ gerade zum Comedy-Liebling Amerikas aufgeschwungen und in „Batman Forever“ gezeigt, dass er auch ein Blockbuster-Publikum begeistern kann. Doch dann kam „Cable Guy – Die Nervensäge“ in die Kinos und entwickelte sich zum Realitätscheck für den Schauspieler.

Dabei war die schwarze Komödie aus kommerzieller Sicht nicht einmal ein krasser Flop, denn bei einem Budget von 47 Millionen Dollar konnte der Film weltweit fast 103 Millionen Dollar in die Kassen spülen. Doch „Cable Guy“ zeigt, dass nicht jeder Jim-Carrey-Film automatisch zum Publikums-Hit wurde.

Bis heute hat „Cable Guy“ den Ruf, der Tiefpunkt in der Filmografie des Komikers zu sein. Eine Meinung, der sich zumindest der Autor dieses Artikels nicht anschließen kann. Die Medienkritik-Komödie mag zwar nicht zu seinen besten Arbeiten gehören, fasziniert aber allein durch seine unangenehm schräge und ziemlich düstere Prämisse.

Wer sich selbst ein Bild davon machen möchte, hat jetzt die ideale Gelegenheit dazu: „Cable Guy – Die Nervensäge“ läuft am heutigen 17. Februar 2026 um 22.40 Uhr auf ZDF NEO. Die Wiederholung wird am 19. Februar um 4.55 Uhr ausgestrahlt. Wer den Film zu jeder Zeit und in der Originalfassung sehen möchte, der kann ihn jederzeit gegen eine Gebühr bei Online-Diensten wie Amazon Prime Video streamen:

Und darum geht es in "Cable Guy"

Steven Kovacs (Matthew Broderick) wird von seiner Freundin Robin Harris (Leslie Mann) aus der gemeinsamen Wohnung vor die Tür gesetzt und steht plötzlich allein da. In seinem neuen Apartment beauftragt er den Kabeltechniker Chip Douglas (Jim Carrey) mit der Installation der Elektrik. Aus reiner Höflichkeit zeigt Steven Interesse an der Arbeit des Installateurs und hört ihm zu – doch der sozial unbeholfene Techniker versteht das als Einladung zu einer echten Freundschaft. Schon bald verbringen die beiden immer mehr Zeit miteinander.

Während Steven noch unter der Trennung von Robin leidet, glaubt Chip, die perfekte Lösung für dessen Liebeskummer gefunden zu haben. Mit einem übergriffigen Plan will er seinem neuen „Freund“ helfen, erreicht jedoch das Gegenteil. Steven fühlt sich hintergangen und zieht sich von Chip zurück. Diese Zurückweisung kann Chip nicht verkraften – und seine anfängliche Anhänglichkeit schlägt in gefährlichen Wahn um.

Zu düster für Jim-Carrey-Fans

Woher kommt der Hass auf „Cable Guy – Die Nervensäge“? Im Grunde bringt der Film alles mit, was Jim-Carrey-Fans mögen. Der Komiker geht hier ohne Rücksicht auf Verluste in die Vollen und darf gerade in Sachen körperlicher Comedy zeigen, was in ihm steckt. Und auch die Besetzung ist zumindest aus heutiger Sicht ein absoluter Comedy-Volltreffer. Neben Carrey standen hier Matthew Broderick („Godzilla“), Owen Wilson („Zoolander“), Jack Black („Ein Minecraft-Film“), Bob Odenkirk („Nobody“) und Leslie Mann („Beim ersten Mal“) für Ben Stiller („Tropic Thunder“) vor der Kamera.

Vielleicht liegt es daran, dass es unheimlich schwerfällt, über Jim Carreys Figur und dessen Eskapaden zu lachen. Sein Chip ist ein tragischer Charakter, ein menschgewordener Autounfall, bei dem das Weggucken einfach unmöglich ist. Carrey zelebriert hier einen bewussten Bruch mit dem eigenen Image. Schließlich tritt er nicht als der liebenswert-durchgeknallte Held in Erscheinung, sondern ist ein wirklich unausstehlicher Typ, der dennoch im Grunde nur ein wahrlich bedauernswerter Tropf ist.

Zudem scheut sich „Cable Guy – Die Nervensäge“ nicht davor, unangenehme Themen wie Stalking, Einsamkeit und Depression im Zeitalter einer mehr und mehr digitalen Welt ganz offen anzugehen. Dadurch erinnert die Komödie zwischenzeitlich fast an ein Psycho-Drama, bei dem selbst die Comedy-Elemente nie die gewünschte Entspannung bringen. Denn statt den Konflikt mit einem Lacher zu lösen, wird hier die Eskalationsschraube ordentlich angedreht – bis zu einem radikal-erinnerungswürdigen Finale.

Langsam wird "Cable Guy - Die Nervensäge" neu entdeckt

Vielleicht war dieses Zusammenspiel verschiedener Genres seiner Zeit einfach etwas voraus. In den letzten Jahren ist die Fangemeinde von „Cable Guy – Die Nervensäge“ immens gewachsen. Es lohnt also durchaus, dem Film noch einmal eine Chance zu geben. Und ganz ehrlich, die Filmografie von Jim Carrey hat deutlich schlimmere respektive langweiligere Filme zu bieten als diese eigenwillige Gesellschafts-Satire.

Einen weiteren sehr ungewöhnlichen Film in Jim Carreys Schaffen könnt ihr übrigens hier entdecken:

Dieser viel zu unbekannte Endzeit-Horrorfilm zeigt Jim Carrey, Keanu Reeves und Jason Momoa in ihren ungewöhnlichsten Rollen

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