Mit diesem Film hat der "Mad Max"-Macher geschafft, woran eine der größten Regie-Legenden gescheitert ist – jetzt neu im Heimkino!
Sidney Schering
Sidney Schering
-Freier Autor und Kritiker
Er findet Streaming zwar praktisch, eine echte Sammlung kann es für ihn aber nicht ersetzen: Was im eigenen Regal steht, ist sicher vor Internet-Blackouts, auslaufenden Lizenzverträgen und nachträglichen Schnitten.

„Mad Max: Fury Road“-Regisseur George Miller produzierte mit „Tödliche Flaute“ einen Psychothriller, dessen Story zuvor schon Orson Welles auf die Leinwand hieven wollte. Jetzt gibt es den Film mit Nicole Kidman endlich auf Blu-ray.

Erfolgsschriftsteller Charles Williams weckte mit seinem Roman „Tödliche Flaute“ die Fantasie eines sagenhaftesten Regisseurs: Niemand Geringeres als „Citizen Kane“-Macher Orson Welles wollte in der zweiten Hälfte der 1960er die Geschichte einer nervenaufreibenden Schiffsfahrt verfilmen. Nach eigener Aussage schwebte ihm eine Abkehr von den Arthouse-Titeln vor, die er in den Jahren zuvor drehte.

Welles' Pechsträhne verfolgte ihn jedoch ungebrochen: Die Dreharbeiten waren von finanziellen Krisen und technischen Problemen geplagt, weshalb sie abgebrochen wurden, bevor alle wichtigen Szenen im Kasten waren. Sämtliche Hoffnungen, das Projekt irgendwie noch zu beenden, wurden 1973 begraben, als Hauptdarsteller Laurence Harvey verstarb.

16 Jahre später nahmen sich allerdings „Der Knochenjäger“-Regisseur Phillip Noyce, Drehbuchautor Terry Hayes („Mad Max II“), Produzent Doug Mitchell („Ein Schweinchen namens Babe“) und der in diesem Fall als Produzent tätige „Mad Max“-Schöpfer George Miller der Story an: Unter dem Titel „Todesstille“ brachten sie die „Tödliche Flaute“-Prämisse endlich ins Kino – und nun erhielt der Psychothriller ein Heimkino-Upgrade: Diese Woche ist „Todesstille“ erstmals in Deutschland auf Blu-ray erschienen!

Darum geht es in "Todesstille"

Das traumatisierte Ehepaar John (Sam Neill) und Rae (Nicole Kidman) will seine schmerzvollen, tragischen Tage hinter sich lassen und mit einem Bootstrip dem Alltag sowie sämtlichen finsteren Gedanken entkommen. Aber das Schicksal meint es schlecht mit ihnen:

Auf hoher See beobachten sie, wie ein Schiff versinkt. Sie retten den einzigen Überlebenden des Unglücks: Hughie (Billy Zane), dessen Aussagen über die von ihm beäugte Tragödie bei John gewaltiges Misstrauen wecken...

Schneidende Violinen und hitziger Sex

Bei den Australian Film Institute Awards 1989 räumte „Todesstille“ ab: Das nervenaufreibende (Quasi-)Kammerspiel auf hoher See wurde in acht Kategorien nominiert (darunter als „Bester Film“) und gewann das Down-Under-Pendant zum Oscar in vier Sparten (darunter „Beste Kamera“ und „Beste Musik“).

Für die preisgekrönte Musik, die mit prägnant-unheilvollem Brodeln, scharfer Percussion und schneidenden Violinen Spannung schürt, war Graeme Revell verantwortlich, der seine Wurzeln in der Industrial-Bewegung hat, aber auch für Filme wie „Harte Ziele“, „The Crow – Die Krähe“ sowie „From Dusk Till Dawn“ komponierte. Die eindrucksvollen Bilder entstanden derweil zwischen den Whitsunday Islands beim Great Barrier Reef und wurden vom „Der mit dem Wolf tanzt“- und „Apocalypto“-Kameramann Dean Semler eingefangen.

Übrigens: Auch in den USA stieß der Film auf starke Resonanz. So wählte ihn die New York Times 2004 unter die 1.000 besten Filme der Kinogeschichte. Wo der Thriller, der auch aufgrund einer hitzigen Sexzszene Ruhm ergatterte, in eurer Rangliste landet, können wir derweil zwar nicht vorhersagen. Aber wir wissen dafür ganz genau, dass Kidman weiterhin Interesse an der Mixtur aus Erotik und Spannung an:

Bieterkrieg entschieden: Prickelnder Thriller landet bei den "Midsommar"-Machern – und eine Oscar-Gewinnerin soll die Hauptrolle spielen!

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