Zwar war Jean-Paul Belmondo jahrzehntelang einer der größten Stars des europäischen Kinos und wanderte vermeintlich mühelos zwischen anspruchsvollem Arthousekino, massentauglichen Komödien und krachender Action. Doch auch er war nicht vor den übereifrigen Scheren sicher, die deutsche Filmverleiher einst zückten. So wurde das Fremdenlegion-Action-Abenteuer „Die Glorreichen“ einst um stattliche zwölf Minuten gekürzt!
Diese um Handlungs- und Action-Passagen erleichterte Fassung lief im deutschen Kino und wurde auf Videokassette, im TV und auf DVD ausgewertet. Doch diese Woche, über 40 Jahre nach seiner Deutschlandpremiere, ist „Die Glorreichen“ hierzulande erstmals ungekürzt erschienen – und zwar im Rahmen seiner deutschen Blu-ray-Premiere!
Als Bonusmaterial enthält das hiesige Uncut-Debüt der französischen Antwort auf den Hollywood-Kriegsfilm „Stoßtrupp Gold“ ein Interview mit Regisseur Henri Verneuil, der auch Filme wie „Der Coup“ und „Lautlos wie die Nacht“ inszenierte.
Darum geht es in "Die Glorreichen"
Tunesien im Jahr 1943: Ein Trupp französischer Fremdenlegionäre soll Goldreserven an sich nehmen, die in einer Bank gelagert sind. Doch während dieser Mission geraten die Männer in einen Hinterhalt der Deutschen.
Nach diesem Massaker liegt es an Adjutant Mahuzard (Michel Constantin), Sergent Augagneur (Jean-Paul Belmondo) sowie an den Legionären Boissier (Michel Creton) und Borzik (Maurice Auzel), sich für ihre gefallenen Kameraden zu rächen und das Gold aus den Händen der Deutschen zu befreien...
Belmondo im Blockbuster-Modus
„Die Glorreichen“ ist ein Belmondo-Actioner, wie er im Buche steht: Kernige Figuren, krachende Verfolgungen, raue Gaunereien und mit schwarzem Humor garnierte Action ergeben französisches Popcornkino, wie es es in einer früheren Kinoepoche noch alltäglich war. Oder wie der katholische Filmdienst einst pikiert urteilte: „Eine fade Mischung aus Gewalttätigkeiten und dummen Sprüchen.“
Dennoch wurden in Deutschland über 580.000 Kinokarten dafür gelöst, was „Die Glorreichen“ laut Insidekino Rang 30 der Jahrescharts 1984 einbrachte und somit vor namhafter US-Ware wie „Superman III“, „Star Trek III“ und „Freitag der 13. – Das letzte Kapitel“ platzierte. In Frankreich wurden sogar mehr als 3,6 Millionen Eintrittskarten für „Die Glorreichen“ verkauft, womit sich das Belmondo-Spektakel auf dem fünften Platz der Jahrescharts einreihte – ein tolles Ergebnis, das jedoch aufgrund hoher Voraberwartungen mitunter als leise Enttäuschung abgestempelt wurde.
Und wenn euch „Die Glorreichen“ nicht genug Facetten Belmondos unterbreitet: Greift doch zusätzlich noch zum Belmondo-Best-Of, das vor wenigen Jahren erscheinen ist und den Superstar in ernster, süffisanter sowie explosiver Form präsentiert (mehr dazu).
Solltet ihr scharf auf Belmondo als Abenteurer sein, so habt ihr etwas mit Steven Spielberg gemeinsam! Denn der „Jurassic Park“-Regisseur ist glühender Fan eines humorvoll-abenteuerlichen Belmondo-Actioners und nutzte diesen Film wiederholt als Inspirationsquelle für denkwürdige Passagen in der „Indiana Jones“-Reihe. Mehr darüber erfahrt ihr in unserem folgenden Beitrag:
Steven Spielberg sah ihn ganze 9x (!!) im Kino: Abenteuer-Klassiker für Fans von "Indiana Jones" & "James Bond" erscheint in 4K*Bei den Links zum Angebot von Amazon handelt es sich um sogenannte Affiliate-Links. Bei einem Kauf über diese Links oder beim Abschluss eines Abos erhalten wir eine Provision. Auf den Preis hat das keinerlei Auswirkung.