Als „Big Five“ werden die fünf wichtigsten Oscars bezeichnet: Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller, Beste Hauptdarstellerin, Bestes Drehbuch. In ein bis zwei dieser Kategorien ausgezeichnet zu werden, ist schon eine große Leistung. Aber gleich in allen fünf? Das haben in der 98-jährigen Geschichte des noch immer wichtigsten Filmpreises der Welt gerade mal drei Filme geschafft.
Dabei wird es vorerst auch bleiben: „Blood & Sinners“, „One Battle After Another“, „Hamnet“ und „Marty Supreme“ können bei der kommenden Oscar-Verleihung am 15. März 2026 zwar auf zahlreiche Statuen hoffen – ihnen allen ist aber gemein, dass unter den Nominierungen jeweils eine Königskategorie fehlt. Ihr seht: Es ist gar nicht so selbstverständlich, überhaupt für die „Big Five“ nominiert zu werden, geschweige denn, sie dann auch tatsächlich alle zu gewinnen.
Den ersten Big-Five-Gewinner gab es 1935
Zum ersten Mal ist einem Film das vermeintlich Unmögliche im Jahr 1935 gelungen: Frank Capras Screwball-Meisterwerk „Es geschah in einer Nacht“. Als Bester Film setzte er sich unter anderem gegen Cecil B. DeMilles Monumental-Epos „Cleopatra“, den Krimikomödien-Klassiker „Der dünne Mann“ sowie das Fred-Astaire-Musical „Scheidung auf amerikanisch“ durch. Capra gewann seinen ersten von insgesamt drei Regie-Oscars, während Clark Gable und Claudette Colbert in den Hauptrollen-Kategorien prämiert wurden. Einen Goldjungen für das Beste adaptierte Drehbuch gab es obendrein.
Von da an sollte es mehr als 40 (!) Jahre dauern, bis der nächste Film einen Big-Five-Triumphzug hinlegte: „Einer flog über das Kuckucksnest“ (1975)! Als Bester Film zog das Psychiatrie-Drama gegen „Barry Lyndon“, „Hundstage“, „Nashville“ und „Der weiße Hai“ ins Rennen – und konnte sich trotz der außergewöhnlich hochkarätigen Konkurrenz am Ende durchsetzen.
Dasselbe gilt für Regisseur Miloš Forman, der gegen Stanley Kubrick, Federico Fellini, Robert Altman und Sidney Lumet antrat. Hauptdarsteller Jack Nicholson konnte sich nach fünf Nominierungen endlich seinen ersten Oscar ins Regal stellen, Louise Fletcher wurde Beste Hauptdarstellerin. Zudem gab es auch hier einen Preis für das Beste adaptierte Drehbuch.
16 Jahre später gab es den nächsten – und bis dato letzten – Big-Five-Gewinner, bei dem der Durchmarsch noch ein bisschen unwahrscheinlicher war als bei seinen zwei Vorgängern: Schließlich haben es Horror- und Genrestoffe bei den Oscars traditionell schwer. Dennoch stand die Oscar-Zeremonie 1992 ganz im Zeichen von „Das Schweigen der Lämmer“.
Der Psychothriller-Klassiker, bei dem es sich für die FILMSTARTS-Community um den viertbesten Thriller aller Zeiten handelt, bot dem Gangsterdrama „Bugsy“, Barbra Streisands „Herr der Gezeiten“, dem epischen Politkrimi „JFK - Tatort Dallas“ und dem Disney-Zeichentrickmärchen „Die Schöne und das Biest“ die Stirn. Jonathan Demme wurde zum Besten Regisseur gekürt, und Anthony „Hannibal Lecter“ Hopkins durfte trotz gerade einmal 16 Minuten (!) Screentime einen Oscar als Bester Hauptdarsteller entgegennehmen. Weitere Preise gingen an Clarice-Starling-Darstellerin Jodie Foster sowie das Beste adaptierte Drehbuch.
Interessant ist übrigens auch, dass alle der genannten Filme jeweils nur diese fünf Oscars gewonnen haben – und keinen einzigen weiteren. Ganz anders verhält es sich beim großen Oscar-Hit des Jahres 2006, der im Laufe der Zeit ziemlich in Verruf (und mittlerweile auch Vergessenheit) geraten ist. Um welchen Film es sich handelt, erfahrt ihr im nachfolgenden Artikel:
Vor 20 Jahren gewann er den wichtigsten Oscar – doch heute spricht niemand mehr über diesen starbesetzten Film!*Bei den Links zum Angebot von Amazon handelt es sich um sogenannte Affiliate-Links. Bei einem Kauf über diese Links erhalten wir eine Provision.