"Es war alles zu viel für mich": Nach diesem Kriegsfilm zog sich einer der angesagtesten Hollywood-Stars aus dem Rampenlicht zurück
Melina Albandopulos
Melina Albandopulos
-Freie Autorin
Mit Disney begann ihre Liebe zu Filmen. Auf der nicht kürzer werdenden To-Watch-List befindet sich aber alles – von Musical bis Western.

Josh Hartnett hatte die Chance, einer der größten Schauspieler Hollywoods zu werden, doch er entschied sich dagegen – hier erfahrt ihr seine Gründe.

Er hatte die besten Voraussetzungen, einer der größten Stars Hollywoods zu werden. Denn mit Mitte 20 hatte Josh Hartnett schon geschafft, wovon andere aufsteigende Filmstars nur träumen können: eine außerordentliche Filmografie, Hauptrollen in großen Studio-Produktionen und eine enorme Popularität beim Publikum.

Neben Kirsten Dunst war er in Sofia Coppolas Psychodrama „The Virgin Suicides“ (1999) zu sehen, an der Seite von Ben Affleck und Kate Beckinsale wiederum trat er in „Pearl Harbor“ (2001) auf, jenem Kriegsfilm, bei dem Michael Bay das „Titanic“-Konzept kopiert und ein tragisches Liebesdrama mit einer historischen Katastrophe vereint hat. Josh Hartnett war auf dem besten Weg zum Aufstieg. Jung, attraktiv, ein Frauenschwarm – sogar mit Größen wie Leonardo DiCaprio und Johnny Depp wurde der Schauspieler verglichen.

Ein Meilenstein seiner Karriere

Im selben Jahr wie „Pearl Harbor“ folgte für Josh Hartnett ein weiterer Kriegsfilm und zugleich die erste Zusammenarbeit mit Meisterregisseur Ridley Scott, der bekannt ist für seine bildgewaltigen Filme wie „Blade Runner“ (1982) oder „Gladiator“ (2000). In „Black Hawk Down“ (2001) übernahm Josh Hartnett neben Ewan McGregor die Hauptrolle. Der Film basiert auf dem gleichnamigen Buch des Journalisten Mark Bowden und handelt von der Schlacht von Mogadischu – eine Folge des Bürgerkrieges in Somalia.

Doch genau dieser Film war es, der Josh Hartnett dazu brachte, der Traumfabrik in Los Angeles die kalte Schulter zu zeigen. „Ich habe Hollywood verlassen. […] Nach [„Black Hawk Down“] war alles zu viel für mich“, sagte er im Interview mit Marie Claire. „Ich hatte mein ganzes Leben am Filmset verbracht, und der Ruhm war beängstigend.“ Er erkannte, dass das Leben als Megastar nichts für ihn war und kehrte in seine Heimat Minnesota zurück.

Black Hawk Down
Black Hawk Down
Starttermin 10. Oktober 2002 | 2 Std. 23 Min.
Von Ridley Scott
Mit Josh Hartnett, Ewan McGregor, Tom Sizemore
User-Wertung
4,0
Filmstarts
4,0
Im Stream

Zwar war Hartnett in den folgenden Jahren noch in weiteren Filmen wie in „Hollywood Cops“ (2003) zusammen mit „Indiana Jones“-Legende Harrison Ford zu sehen (mit dem es am Set übrigens heftig gekracht haben soll). Die Entscheidung, Hollywood zu verlassen, war aber schon lange zuvor gefallen.

Von nun an zog sich der „Pearl Harbor“-Star zunehmend aus der Welt der Blockbuster zurück und übernahm Neben- und Hauptrollen in Independent-Filmen. Sogar das Angebot, Superman zu spielen sowie die Möglichkeit, den Titelhelden in Christopher Nolans „Batman Begins“ (2005) zu verkörpern, lehnte der Schauspieler entschieden ab.

Josh Hartnetts Comeback

Erst im Jahr 2014 stand Josh Hartnett mit der Gothic-Horror-Serie „Penny Dreadful“ nach langer Zeit wieder im Rampenlicht – das erste Fernsehprojekt seit seinem Debüt in einer Folge der Krimi-Serie „Immer wieder Fritz“ (1997). Dass er gerade für die im viktorianischen London spielende Serie, in der er zusammen mit der französischen Schauspielerin Eva Green und dem ehemaligen James-Bond-Darsteller Timothy Dalton zu sehen ist, ein Comeback feierte, ist nicht verwunderlich. Schließlich schwärmt Josh Hartnett im Interview mit HuffPost: „Es ist eine der am besten inszenierten Serien im Fernsehen.“ Auch auf der Kritiken-Sammelseite Rotten Tomatoes gilt „Penny Dreadful“ mit 91 Prozent als sehr gut.

Seit einigen Jahren ist Josh Hartnett auch wieder auf die Kino-Leinwand zurückgekehrt. Nachdem er in Guy Ritchies „Operation Fortune" (2023) mitwirkte, spielte er den Physiker Ernest Lawrence im Mega-Blockbuster „Oppenheimer“ (2023). So kam es fast 20 Jahre nach Hartnetts Batman-Absage doch zur Zusammenarbeit mit Christopher Nolan. 2024 sah man ihn in der Hauptrolle in M. Night Shyamalans Psychothriller „Trap: No Way Out“. Und in diesem Jahr dürfen sich Fans auf die Colleen-Hoover-Verfilmung „Verity - Dunkle Geheimnisse“ (ab 1. Oktober im Kino) freuen, in der Hartnett neben Dakota Johnson und Anne Hathaway auftreten wird.

Den Rückzug aus dem Rampenlicht Hollywoods in jungen Jahren bereut der „Black Hawk Down“-Darsteller allerdings nicht. Und er ist auch nicht der einzige Schauspieler, der eine vielversprechende Hollywood-Karriere ablehnte. Warum sich zum Beispiel Emma Watson aus der Film-Welt zurückgezogen hat, erfahrt ihr in diesem Artikel:

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