"Schau dir diese Schauspielerin an!": Vor 27 Jahren verhalf Brad Pitt einem "Harry Potter"-Star zum großen Durchbruch

„Fight Club“ – ein Film, der längst zum Kultklassiker geworden ist. Das liegt auch an der überzeugenden Besetzung der Hauptrollen. Helena Bonham Carter war dabei aber nicht die erste Wahl und hat die Rolle letztendlich Brad Pitt zu verdanken!

Nach einem eher enttäuschenden Kinostart im Oktober 1999 ist „Fight Club“ heute nicht mehr aus der Popkultur wegzudenken. Die erste Regel des Fight Club („Ihr verliert kein Wort über den Fight Club!“) etablierte sich zum legendären Zitat. Zitierfähig, rabenschwarz und voller Gesellschaftskritik – mit seinem düsteren Psycho-Thriller schuf Regisseur David Fincher einen wahren Kult-Klassiker! Das ist neben dem legendären Twist im Finale auch der genialen Besetzung zu verdanken:

Edward Norton als namenloser, an Schlaflosigkeit leidender Protagonist und Brad Pitt in der Rolle des charismatischen Rebellen Tyler Durden sagten bereits früh zu. Bei der weiblichen Hauptrolle hat man sofort das Bild einer zierlichen Helena Bonham Carter im Kopf, mit übergrößer Sonnenbrille und umgeben von Zigarettenrauch. Doch die Suche nach der perfekten Besetzung der Marla Singer erwies sich als gar nicht so einfach.

Fight Club
Fight Club
Starttermin 14. Oktober 1999 | 2 Std. 19 Min.
Von David Fincher
Mit Brad Pitt, Edward Norton, Helena Bonham Carter
User-Wertung
4,7
Filmstarts
5,0
Auf Disney+ streamen

Mit Filmen wie „Zimmer mit Aussicht“ (1986), „Hamlet“ (1990) und „Wiedersehen in Howard’s End“ (1992) hatte Bonham Carter zwar schon eine beachtliche Filmografie vorzuweisen, allerdings wenig Erfahrung in Hollywood. Zudem spielte die britische Schauspielerin bis dato vor allem in Korsett und üppigen Röcken gekleidet in Historienfilmen – keine Rollen, die Marla Singer ähnlich sind! Nicht verwunderlich, dass sie nicht die erste Wahl war.

Eine Szene, die David Fincher überzeugte

Letztendlich war es Brad Pitt, der Helena Bonham Carter zu der Rolle in „Fight Club“ verhalf. Eines Tages war David Fincher bei Brad Pitt zu Hause, wie er Total Film erzählt. Und da sagte der Tyler-Durden-Darsteller: „Schau dir diese Schauspielerin an! Denk nicht darüber nach, schau sie dir einfach an.“ Pitt zeigte dem Regisseur die Sexszene am Ende von „Wings Of The Dove – Die Flügel der Taube“ (1997), die Fincher zutiefst berührte. „Ich fand sie in diesem Film emotional hinreißend“, schwärmt er.

Schnell kam es zu einem Treffen, aber es wartete bereits die nächste Hürde: Helena Bonham Carter musste zunächst überzeugt werden. „Ich glaube, [Helena Bonham Carters] Mutter hatte das Drehbuch gelesen und fand es einfach nur furchtbar“, gesteht David Fincher.

Auch Bonham Carter selbst bestätigt diese Behauptung. Erst in einem persönlichen Gespräch konnte der „Sieben“-Regisseur die Darstellerin überzeugen. Nachdem er ihr die Story erklärt hatte, wusste Helena Bonham Carter: „Ich will da mitmachen“, wie sie Total Film berichtet.

Zuvor war auch Janeane Garofalo im Gespräch gewesen. Doch die „Reality Bites“-Darstellerin behauptete, dass sie wegen Edward Norton absagte, der ihr angeblich nicht das nötige Talent zugetraut hatte – eine Behauptung, die Norton entschieden bestreitet. Darüber hinaus wurde vom Studio Reese Witherspoon vorgeschlagen, die David Fincher aber zu jung für die Rolle der Marla Singer fand und sich stattdessen an Julia Louis-Dreyfus, vor allem bekannt aus der Sitcom „Seinfeld“, wandte. Diese wusste aber gar nicht, wer David Fincher überhaupt war.

Und dann gab es da noch das Desaster mit Courtney Love, die ebenfalls als Marla Singer infrage kam. Wie sie im Podcast WTF with Marc Maron jedoch behauptet, verärgerte sie Brad Pitt, indem sie dem Schauspieler die Rechte an einem Biopic über ihren verstorbenen Ehemann Kurt Cobain verweigerte.

Doch auch wenn Pitt dafür verantwortlich ist, dass Courtney Love entlassen wurde – immerhin trug er auch dazu bei, dass mit Helena Bonham Carter schließlich eine überzeugende Besetzung gefunden wurde, die damit ihren endgültigen Hollywood-Durchbruch feierte. In den folgenden Jahren entwickelte sie sich zu einer gefragten Charakterdarstellerin und machte insbesondere durch ihre langjährige Zusammenarbeit mit Regie-Exzentriker Tim Burton auf sich aufmerksam, der mit ihr Filme wie „Planet der Affen“, „Big Fish“, „Sweeney Todd“ oder „Alice im Wunderland“ drehte. Im „Harry Potter“-Franchise war sie zudem als Bellatrix Lestrange zu sehen.

Es ist gar nicht so selten, dass Stars ihre Kollegen für Rollen vorschlagen. So empfahl auch Denzel Washington einen Schauspieler für einen Film, in dem er selbst nicht einmal mitwirkte – und verschaffte ihm damit einen oscarnominierten Triumph. Um wen es geht, erfahrt ihr hier:

"Eine Professionalität, wie ich sie noch nie erlebt hatte": Denzel Washington empfahl vor 5 Jahren diesen Schauspieler für eine Rolle, die ihm fast einen Oscar einbrachte

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Melina Albandopulos
Melina Albandopulos
-Freie Autorin
Mit Disney begann ihre Liebe zu Filmen. Auf der nicht kürzer werdenden To-Watch-List befindet sich aber alles – von Musical bis Western.
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