Disney wird James Cameron bei "Avatar 4 + 5" an die kurze Leine legen: Das kann auch eine große Chance für das Sci-Fi-Epos sein!
Christoph Petersen
Christoph Petersen
-Chefredakteur
Schaut 800+ Filme im Jahr – immer auf der Suche nach diesen wahrhaftigen Momenten, in denen man dem Rätsel des Menschseins ein Stück näherkommt.

Noch immer ist nicht final entschieden, wie es mit „Avatar 4“ und „Avatar 5“ weitergehen soll. Aber eines ist so gut wie sicher: Nach den enttäuschenden Ergebnissen von „Avatar 3“ wird es wohl keinen weiteren Blankoscheck für James Cameron geben.

Aktuell sind „Avatar 4“ und „Avatar 5“ noch auf den 19. Dezember 2029 und den 17. Dezember 2031 terminiert. Aber das lange Warten auf „Avatar 2“ hat uns gelehrt, dass sich solche Starttermine auch leicht um das eine oder andere Jahr nach hinten schieben lassen. Zumal das Einspielergebnis von „Avatar 3“ eine Entscheidung – egal in welche Richtung – alles andere als leicht macht:

Mit weltweiten Einnahmen von mehr als 1,4 Milliarden Dollar ist „Fire And Ash“ zwar der dritterfolgreichste Film des Jahres 2025 hinter den Animations-Megahits „Ne Zha 2“ und „Zoomania 2“ – und damit eigentlich prädestiniert für weitere Sequels. Zugleich ist das aber nicht einmal mehr halb so viel wie bei „Avatar“, der inzwischen bereits an der Drei-Milliarden-Marke kratzt. Beachtet man dann noch die gewaltigen Produktions- und Marketingkosten, ist die Entscheidung für eine Fortführung der Reihe plötzlich alles andere als ein Selbstgänger.

Wie viele Fans hat "Avatar" wirklich?

Zumal jetzt eine weitere Diskussion wieder hochkocht, die eigentlich schon seit 2009 geführt wird: Ist das Publikum wirklich interessiert an der „Avatar“-Saga – oder galt das Interesse vieler Kinogänger*innen nicht vielmehr den technischen Revolutionen, die James Cameron vor allem in den Teilen 1 und 2 auf der Leinwand entfesselt hat?

Der popkulturelle Fußabdruck speziell von „Avatar 3“ fiel jedenfalls vergleichsweise überschaubar aus. Wie das Branchenmagazin The Wrap mit Verweis auf Disney-Insider bereits vor einigen Tagen berichtet hat, stehen zwei Dinge vonseiten des Studios eigentlich schon fest: „Avatar 4“ und „Avatar 5“ sollen kommen – aber sie müssen kürzer und nicht ganz so teuer werden!

Eine echte Chance

Die Zeiten, wo man dem „Titanic“-Regisseur einfach Blankochecks ausgestellt hat, um dann irgendwann einmal einen „Avatar“-Film zu bekommen, scheinen jedenfalls vorüber zu sein – und es ist nicht wirklich klar, wie der technikvernarrte Perfektionist James Cameron auf eine solch veränderte Situation reagieren würde. Wenn es nur noch darum geht, weitere „Avatar“-Teile zu einem üblichen Blockbuster-Budget von 200 Millionen Dollar zu produzieren, die zwar die Story vorantreiben, aber nicht mehr das Filmemachen an sich revolutionieren, wäre für James Cameron wahrscheinlich wirklich die Zeit gekommen, die Ikran-Zügel an einen anderen Regisseur weiterzureichen.

Zugleich wäre es für „Avatar 4“ aber auch eine Chance, wenn die Verantwortlichen den Gürtel – was das Budget und was die Laufzeit angeht – plötzlich enger schnallen müssten: Ich erwarte von „Avatar“ entweder ein spannendes Sci-Fi-Abenteuer – oder eine 3D-Erfahrung, wie ich sie so noch nicht erlebt habe. Aber wenn „Avatar 3“ einfach die Story von „Avatar 2“ praktisch noch einmal wiederholt, mit nur leicht besseren 3D-Effekten und einer kaum zu rechtfertigenden Länge von drei Stunden und 15 Minuten, dann war das zwischendrin schon hart an der Grenze. Da könnte der Zwang zur Mäßigung (und wir sprechen ja nur von einer Beschränkung auf immer noch epische zweieinhalb Stunden) womöglich wahre Wunder wirken.

Die Technik kann nicht länger das einzige Zugpferd sein

Zugleich würde eine Budget-Grenze dafür sorgen, dass man nicht mehr nur darauf setzen kann, eine Technikrevolution nach der anderen anzuzetteln (zumal diese ja im Fall von „Avatar 3“ eh schon halbwegs ausgeblieben ist). Stattdessen müsste man wieder mehr Kreativität in Drehbücher stecken, die auch über das visuelle Spektakel der Szenen hinaus begeistern.

James Cameron liebt Pandora über alles, das steht völlig außer Frage – aber diese Begeisterung ist zuletzt nicht mehr eins-zu-eins beim Publikum angekommen. Da wäre es womöglich an der Zeit für weniger Gadgets und bessere Skripts – und gerne auch ein bisschen weniger Spiritualismus-Kitsch. Aber dieses Steckenpferd wird man James Cameron vermutlich noch weniger austreiben als seinen Hang zur technischen Avantgarde …

Dass James Cameron auch berührende Charaktermomente erschaffen kann, hat er zum Beispiel mit einer Anspielung auf diese herzzerreißende wahre Geschichte bewiesen, die er mit in sein Katastrophen-Epos „Titanic“ hineingeschmuggelt hat:

Der Präsident der Titanic-Stiftung enthüllt ein bewegendes Schicksal: "Sie baten darum, ihre Füße mit einer Decke zusammenzubinden, um gemeinsam zu sterben"

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