An welche Szenen denkt ihr beim Weihnachts-Komödien-Klassiker „Kevin – Allein in New York“ als Erstes? Vielen kommt bestimmt Kevins Ankunft am Flughafen LaGuardia in den Sinn. Dort wird ihm klar, dass er im Big Apple angekommen ist („Ich bin in New York!“). Andere haben mit Sicherheit die Szenen im Kopf, in der Kevin erstmals Mr. Duncans kunterbunte Spielzeugwelt betritt oder – im emotionalen Finale – am Rockefeller Center auf seine Mutter trifft.
Zu den ikonischsten Momenten zählt auch Kevins Aufeinandertreffen mit der „Taubenfrau“ im New Yorker Central Park. Gespielt wird die obdachlose Frau, die eine ganz besondere Beziehung zu ihren Tieren hat, von Brenda Fricker. Dieser Name sagt heute wohl nur noch eingefleischten Film-Fakten-Nerds und „Kevin-Experten“ etwas. Vor 35 Jahren war das anders. Damals zählte Fricker zu den gefragtesten Nebendarstellerinnen Hollywoods. Und das lag vor allem an ihrem Oscar-Gewinn für einen der besten Filme der 1980er-Jahre.
Emotionales Biopic: Das ist "Mein linker Fuß"!
Die irische Schauspielerin wurde 1990 mit dem Gewinn des Academy Awards für ihre Nebenrolle in Jim Sheridans Meisterwerk „Mein linker Fuß“ schlagartig weltberühmt. Das mit etlichen renommierten Filmpreisen ausgezeichnete Drama erzählt die Lebensgeschichte des schwerbehinderten irischen Künstlers Christy Brown (1932–1981).
Brown (Daniel Day-Lewis) litt seit seinem vierten Lebensjahr unter zerebraler Kinderlähmung, die dazu führte, dass er nur seinen – titelgebenden – linken Fuß bewegen konnte. Dennoch entwickelte er schon früh (und dank seiner unbändigen Willensstärke) die Fähigkeit, mit seinem Fuß Texte zu schreiben und sogar zu malen. Mit großem Erfolg, denn Brown – und mit ihm seine beeindruckenden Bilder – wurden schließlich international bekannt.
Fricker schlüpft in die Rolle von Browns Mutter, die sich aufopferungsvoll um ihren Sohn kümmert, ihn fördert und nie den Glauben an ihn verliert. Sie spielte ihren Part so glaubhaft und nachdrücklich, dass es Filmpreis-Nominierungen und Ehrungen hagelte. Der Höhepunkt: Ihr Oscar-Sieg im März 1990. Auch Day-Lewis erhielt einen Goldjungen – als Bester Hauptdarsteller.
Hollywood-Karriere in der zweiten Lebenshälfte
Für Fricker, damals bereits Mitte 40, war es ein später globaler Durchbruch. Immerhin war sie zu jener Zeit auch schon ein Vierteljahrhundert (!) als Schauspielerin aktiv. Sie begann in den 1960er-Jahren am Theater, in den ausgehenden 1970ern folgte eine kleine Rolle in der populären britischen Soap „Coronation Street“ (übrigens die langlebigste TV-Serie aller Zeiten, die als Vorbild für einen deutschen Fernseh-Dauerbrenner diente).
Zehn Jahre danach erhielt Fricker eine große Nebenrolle in der BBC-Krankenhausserie „Casualty“ – ihr Durchbruch in Großbritannien. Dort kannten Ende der 80er-Jahre Millionen TV-Zuschauer ihr Gesicht – nach „Mein linker Fuß“ kamen etliche Filmfans auf der ganzen Welt hinzu. Es war Frickers Start in eine mehr als fünf Jahre andauernde Karriere als begehrte Nebendarstellerin.
Denn nach ihrem Oscar-Triumph wirkte sie in mehreren größeren Hollywood-Produktionen mit. Darunter „Liebling, hältst Du mal die Axt?“ (1993) an der Seite des späteren „Austin Powers“-Darstellers Mike Myers und Joel Schumachers starbesetzter Justiz-Thriller „Die Jury“ drei Jahre später.
Am mit Abstand bekanntesten aber ist und bleibt Frickers legendäre Rolle als „Taubenfrau“ im Millionenhit „Kevin – Allein in New York“. Sie erweckt diese beliebte Figur aus dem „Kevin“-Universum mit großer Sensibilität und Ausdruckskraft zum Leben. Eine Person, die nur zu Beginn bedrohlich und unnahbar wirkt, im Laufe der Zeit aber ihr einfühlsames, freundliches Wesen offenbart – und zu Kevin wichtigster Vertrauten im Film wird.
Trotz seines Erfolgs mit „Mein linker Fuß“ blickt Daniel Day-Lewis heute übrigens sehr kritisch auf den 80er-Jahre-Kritiker-Liebling und Oscar-Hit. Hier erfahrt ihr den Grund:
"Wäre heute nicht mehr möglich": Einer der besten Schauspieler unserer Zeit steht kritisch zu eigenem Film – trotz Oscar-Erfolg!FILMSTARTS bietet dir täglich die neuesten Nachrichten über Kino, Serien und Fernsehen. Abonniere FILMSTARTS hier bei Google Discover, um auch unsere Kritiken, Interviews, Streaming- und TV-Tipps sowie die besten und interessantesten Geschichten über deine Lieblingsfilme und -serien nicht zu verpassen.
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