Mit 93 Jahren gehört Ellen Burstyn zur ältesten Garde in Hollywood. Kein Wunder, dass sie schon bald für ihre jahrzehntelangen Verdienste um das Kino geehrt wird: Bei den kommenden Filmfestspielen von Venedig erhält sie wie auch George Clooney (65) einen Goldenen Löwen für ihr Lebenswerk. Doch wie nahm die Karriere von Ellen Burstyn eigentlich ihren Anfang?
Die in Michigan geborene Schauspielerin wusste schon früh, dass sie unbedingt vor der Kamera stehen will. So verließ sie ohne Abschluss die High School, um als Model in verschiedenen Kaufhäusern zu arbeiten. 1957 wurde sie dann – noch unter ihrem damaligen Künstlernamen Ellen McRae – für die Broadway-Komödie „Fair Game“ gecastet, in der sie direkt die weibliche Hauptrolle übernahm. Das Stück wurde 217 Mal aufgeführt und verschaffte der jungen Mimin weitere Aufmerksamkeit – bald erhielt sie erste Fernsehrollen, bevor sie 1963 nach New York zog, um am renommierten Actors Studio von Lee Strasberg Schauspielunterricht zu nehmen.
Mit diesem Meisterwerk wurde Ellen Burstyn weltbekannt
Nun ging alles ganz schnell: 1964 spielte sie in an der Seite von Tony Curtis und Debbie Reynolds in ihrem ersten Kinofilm mit – der Fantasy-Komödie „Goodbye Charlie“ von Vincente Minnelli.
Bis zu ihrem internationalen Durchbruch musste sie sich allerdings noch einige Jahre gedulden: 1971 gelang ihr mit Peter Bogdanovichs Coming-of-Age-Meisterwerk „Die letzte Vorstellung“ (in dem übrigens auch die Karriere einer weiteren Hollywood-Größe startete) der Sprung in die erste Liga Hollywoods – zugleich erhielt sie für ihre Nebenrolle ihre erste Oscar-Nominierung.
Endgültig zum weltweiten Star wurde sie wiederum zwei Jahre später mit einem absoluten Horror-Meilenstein: William Friedkins „Der Exorzist“. Hier spielte Burstyn Chris MacNeil, die Mutter der vom Teufel besessenen Regan (Linda Blair). Der stilprägende Schocker entwickelte sich zum weltweiten Phänomen und brachte Burstyn ihre zweite Oscar-Nominierung ein. Erst 2023 griff sie die Rolle für „Der Exorzist: Bekenntnis“ wieder auf.
Gerade mal ein Jahr später kam dann der nächste Karriere-Meilenstein: Für ihre Hauptrolle in Martin Scorseses Drama „Alice lebt hier nicht mehr“ durfte sie ihren ersten (und einzigen) Oscar in den Händen halten, wobei sie sich unter anderem gegen Gena Rowlands („Eine Frau unter Einfluß“) und Faye Dunaway („Chinatown“) durchsetzte.
Vor 26 Jahen gelang Ellen Burstyn ein spektakuläres Comeback
Für „Nächstes Jahr, selbe Zeit“ und „Der starke Wille“ gab es die nächsten Oscar-Nominierungen, doch in den 1980er-Jahren geriet ihre Kinokarriere zunehmend ins Stocken. Statt prestigeträchtiger Hauptrollen wurden ihr nun vor allem Rollen in Fernsehfilmen angeboten, zudem wurde ihre eigene Sitcom „The Ellen Burstyn Show“ bereits nach einer Staffel wieder eingestellt. Fortan konzentrierte sich die Tony-Award-Preisträgerin vermehrt auf die Theaterarbeit und kehrte ans Actors Studio zurück, wo sie später sogar gemeinsam mit Al Pacino die künstlerische Leitung übernahm.
Erst im Jahr 2000 gelang ihr ein triumphales Leinwand-Comeback: Für ihre Darstellung der Sara Goldfarb in Darren Aronofskys verstörendem Suchtdrama „Requiem For A Dream“, das in der offiziellen FILMSTARTS-Kritik die seltene Meisterwerk-Wertung von fünf Sternen erhielt, wurde sie mit ihrer sechsten Oscar-Nominierung belohnt.
Zwar unterlag sie schließlich Julia Roberts („Erin Brockovich“), doch ihre Karriere war damit endgültig wieder in der Spur. In den folgenden Jahren stand Burstyn wieder regelmäßig für Kinofilme vor der Kamera – darunter „Roter Drache“, „The Fountain“, „Interstellar“ und „Pieces Of A Woman“. Auch in fünf Folgen der Netflix-Hitserie „House Of Cards“ war sie zu sehen. Obwohl sie die 90 längst überschritten hat, ist Burstyn übrigens bis heute aktiv – aktuell sind drei neue Filmprojekte mit ihr angekündigt.
Wisst ihr eigentlich, wer der dienstälteste Hollywood-Star ist? Im folgenden Artikel, der anlässlich des 102. (!) Geburtstags dieser Schauspielerin erschienen ist, könnt ihr es erfahren:
Sie wird heute 102 Jahre alt, hat 1 Oscar gewonnen und 2 Sterne auf dem Hollywood Walk Of Fame: Die älteste Kino-Ikone der Welt begeisterte noch vor 8 Jahren bei den Oscars!