Christopher Nolan hat im Laufe seiner Karriere schon einige gigantische Produktionen auf die Beine gestellt. „Oppenheimer“, „Tenet“ und „Interstellar“ sind nur einige Beispiele. Mit „Die Odyssee“ ist nun das nächste Kino-Epos in die Lichtspielhäuser gekommen. Doch schon vor Jahren hätte der Regisseur um ein Haar einen gigantischen Historien-Actioner inszeniert, denn eigentlich sollte der britische Filmemacher die Regie bei „Troja“ übernehmen.
In einem Interview hat Christopher Nolan verraten, dass der Sandalen-Abenteuerfilm sein nächstes Projekt nach „Insomnia“ werden sollte. Doch eine Entscheidung des deutschen Filmemachers Wolfgang Petersen („Das Boot“) warf diese Pläne über den Haufen. Nolan gegenüber dem Filmmagazin Empire:
„Ich wurde ursprünglich von Warner Bros. engagiert, um „Troja“ zu drehen. Wolfgang [Petersen] hatte das Projekt entwickelt, und als das Studio beschloss, seinen Superheldenfilm nicht weiterzuverfolgen, wollte er es zurückhaben.“
Bei dem Superheldenfilm handelt es sich übrigens um „Batman Vs. Superman“. Den Comic-Kracher sollte dann Jahre später Zack Snyder umsetzen. Doch die verpasste Chance sollte Christopher Nolan eine ganz besondere Tür öffnen.
"Batman Begins" statt "Troja"
Laut dem Drehbuchautor David Goyer wurde Nolan stattdessen die Regie bei „Batman Begins“ als „Trostpreis“ angeboten – und der Rest ist Hollywood-Geschichte. Während Petersens „Troja“ zwar an den Kassen 490 Millionen US-Dollar einspielte, aber bei den Kritiker*innen durchfiel, legte Nolan mit der Wiederbelebung des Fledermaus-Helden den Grundstein für eine der besten Comic-Trilogien aller Zeiten. Diese zeigte nicht nur, dass Superheldenfilme mit einem ernsten Grundton wunderbar funktionieren können, der Erfolg an den Kinokassen ermöglichte dem Regisseur zudem, seine ambitionierten Herzensprojekte endlich frei umzusetzen.
Letztlich kann man sagen, dass Petersens Entscheidung „Troja“ zurückzufordern dazu geführt hat, dass wir Meisterwerke wie „The Dark Knight“ oder „Inception“ überhaupt erst zu Gesicht bekommen haben. Und jetzt – über 20 Jahre nach dieser Entscheidung – konnte Christopher Nolan ja tatsächlich doch noch selber seine ganz eigene Interpretation des griechischen Epos in die Kinos bringen. Obwohl das Mammutwerk an des Kassen richtig gut ankommt, gibt es auch negative Stimmen. Wer mehr darüber lesen will, klickt hier:
"Ich würde mich schämen": "Die Odyssee" erntet gnadenlose Kritik – ausgerechnet von einer Person, die großen Einfluss auf den Film hatteDies ist eine aktualisierte Wiederveröffentlichung eines bereits zuvor auf FILMSTARTS erschienenen Artikels.