Wer an Harrison Ford denkt, hat natürlich sofort seine beiden Blockbuster-Paraderollen im Kopf: die des peitschenschwingenden Archäologen im „Indiana Jones“-Franchise sowie jene des draufgängerischen Weltraum-Schmugglers Han Solo in der legendären „Star Wars“-Original-Trilogie. Auch darüber hinaus assoziiert man den heute 84-Jährigen vor allem mit ernsten und actionintensiven Stoffen – beispielsweise mit der kultisch verehrten Noir-Dystopie „Blade Runner“, dem atemlosen Thriller „Auf der Flucht“ oder Wolfgang Petersens „Stirb langsam“-Variation „Air Force One“. Seine bislang einzige Oscar-Nominierung wiederum erhielt er im Jahr 1986 für den romantischen Krimi „Der einzige Zeuge“.
Doch obwohl er privat als eher grantiger Zeitgenosse gilt, hat Ford auch in mehreren Komödien mitgespielt – darunter dem 80er-Jahre-Hit „Die Waffen der Frauen“, der Medien-RomCom „Morning Glory“ oder „Sabrina“, einem Remake des gleichnamigen Billy-Wilder-Klassikers von 1954 mit Audrey Hepburn und Humphrey Bogart in den Hauptrollen. Letzterer fiel im Jahr 1995 an den Kinokassen durch – und auch Ford ist alles andere als ein Fan.
Ford spielt in „Sabrina“ den wohlhabenden Geschäftsmann Linus Larrabee, der alles daran setzt, eine sich anbahnende Romanze zwischen seinem jüngeren Bruder David (Greg Kinnear) und der Chauffeurstochter Sabrina (Julia Ormond) zu verhindern. Der Grund: David ist bereits mit der Tochter eines wichtigen Geschäftspartners verlobt. Um Sabrina von seinem Bruder abzulenken, täuscht Linus ebenfalls romantisches Interesse an ihr vor – und entwickelt dabei tatsächlich Gefühle für sie.
Harrison Ford bereut "Sabrina" – aber über eine Sache ist er froh
Auf dem Regiestuhl von „Sabrina“ nahm eine echte Regie-Legende Platz: Oscar-Preisträger Sydney Pollack („Jenseits von Afrika“). Doch das half leider ebenso wenig wie die Besetzung von Harrison Ford, den Film zu einem Erfolg zu machen. „Irgendwie haben [Sydney] und ich uns gegenseitig dazu überredet, daran zu arbeiten“, so Ford in einem Interview (via Far Out Magazine). „Sydney ist inzwischen gestorben. Ich vermisse ihn. Wir haben beide lange genug gelebt, um es zu bereuen. Es gibt keinen Grund, etwas zu machen, das bereits gemacht wurde.“
Ford war also der Ansicht, dass „Sabrina“ dem 50er-Jahre-Original letztlich nichts hinzuzfügen hatte. Doch immerhin einen positiven Aspekt kann er dem Projekt abgewinnen: „Zum Glück haben wir die Karrieren von Greg Kinnear und Julia Ormond ins Rollen gebracht. [Julia] war in dem Film wunderbar, und sie hat danach eine gute Karriere gemacht. Es war ein ehrenwerter Versuch, ein bizarres Abenteuer für uns beide.“
Deutlich stolzer ist Ford übrigens auf einen etwas in Vergessenheit geratenen Kriegs-Thriller. Um welchen zu Unrecht gefloppten Film es geht, erfahrt ihr im nachfolgenden Artikel:
"Der Film ist einzigartig": Harrison Ford ist stolz auf diesen hochspannenden Kriegs-Thriller, der im Kino zu Unrecht unterging