Das Studio Ghibli hat einen erheblichen Anteil daran gehabt, Anime-Kultur auch im westlichen Markt zu etablieren. Und das ist auch kein Wunder, schließlich liefert die Filmschmiede bis heute qualitativ hochwertige Unterhaltung, zuletzt etwa den kryptisch-faszinierenden „Der Junge und der Reiher“, der hierzulande 2024 in die Kinos kam.
Bei der Frage nach dem besten Ghibli-Film scheiden sich derweil die Geister. Die ruhige Melancholie und das heimelige Gefühl von „Mein Nachbar Totoro“ findet ebenso seine Fans wie der knüppelharte Realismus von „Die letzten Glühwürmchen“, der selbst die härtesten Kino-Gänger*innen zu Tränen rühren dürfte. Für den Autor dieses Artikels ist beispielsweise der actionreich-atmosphärische, aber auch recht düstere „Prinzessin Mononoke“ das beste Werk des Studios, das mit seiner gut ausgearbeiteten Öko-Botschaft heute aktueller denn je zuvor ist.
Passend zum 25. Jubiläum kommt mit „Chihiros Reise ins Zauberland“ ein weiterer unbestreitbarer Ghibli-Klassiker erneut in die deutschen Kinos – und wird seit dem 18. August 2026 erneut auf der großen Leinwand gezeigt. Natürlich handelt es sich hierbei um einen echte Genre-Perle, die jeder Fantasy-Fan unbedingt einmal gesehen haben sollte. Wer dieses Versäumnis nachholen oder einfach mal wieder in die fantastisch animierte Welt eintauchen will, der hat jetzt im Kino die ideale Gelegenheit dazu. Aber Achtung: Schnellsein lohnt sich hier, denn der Film wird nur in ausgewählten Lichtspielhäusern gezeigt und läuft auch nur wenige Tage im Programm.
Darum geht es in "Chihiros Reise ins Zauberland"
Die kleine Chihiro durchquert während eines Ausflugs mit ihren Eltern einen mysteriösen Tunnel. Auf der anderen Seite erwartet sie eine geheimnisvolle Geisterwelt, in der ihre Eltern plötzlich in Schweine verwandelt werden. Auf sich allein gestellt, setzt Chihiro alles daran, ihre Eltern zurückzuverwandeln. Dabei erkundet sie die fremdartige Welt hinter dem Tunnel und stößt auf ein Badehaus für Götter und Geister, das von der Hexe Yubaba geführt wird.
Yubaba hält zahlreiche Wesen unter ihrer Kontrolle, indem sie ihnen ihre Namen stiehlt. Auch der Junge Haku ist ihrem Einfluss erlegen. Chihiro muss deshalb ihren ganzen Mut aufbringen, um nicht nur ihre Eltern aus den Fängen der Hexe zu befreien, sondern auch Haku von seinem Fluch zu erlösen.
Ein Fantasy-Meisterwerk durch und durch
Fiese Hexen, Bade-Enten, Rußmännchen und Ohngesichter – die Welt von „Chihiros Reise ins Zauberland“ ist ein Ort der Wunder und der Magie. Quasi an jeder Ecke gibt es in der fantastischen Welt für die kleine Chihiro neue Dinge und verrückte Bewohner*innen zu entdecken, die mal fürchterlich-grausam, mal zuckersüß, aber immer faszinierend sind. Obwohl der Film für ein jugendliches Publikum konzipiert ist, präsentiert er sich erstaunlich komplex, denn das Spiel mit gespiegelten Welten und Charakteren verlangt schon eine gewisse Assoziationsfähigkeit. Dennoch verliert das Fantasy-Märchen nie den kindlichen Leichtsinn – was auch durch eine ordentliche Portion Humor bewerkstelligt wird.
Dass der Film dazu auch noch berauschend schön aussieht, versteht sich fast von selbst. Wie für das Studio Ghibli zumeist üblich, ist hier alles noch handgemacht – und das sieht man. Jedes Bild ist ein Kunstwerk, das man sich über den Kamin hängen könnte und das zum Träumen einlädt. Kurzum: Wir können euch nur empfehlen, den Film passend zum 25. Jubiläum noch einmal auf der großen Leinwand zu genießen.
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