Hin und wieder ereignet sich der traurige Fall, dass Schauspielerinnen und Schauspieler versterben und nicht mehr miterleben können, wie sehr ihre Arbeit gewürdigt wird. Ein besonders bekanntes Beispiel ist etwa Heath Ledger, der 2008 im Alter von gerade einmal 28 Jahren infolge einer versehentlichen Überdosis verschiedener Medikamente starb. Ein Jahr nach seinem Tod wurde er für seine ikonische Darstellung des Jokers in „The Dark Knight“ mit dem Oscar als bester Nebendarsteller ausgezeichnet.
Auch „Black Panther“-Star Chadwick Boseman erlebte die Anerkennung für eine seiner letzten Rollen nicht mehr. Boseman starb 2020 an den Folgen einer Krebserkrankung. Für seine Darstellung in „Ma Rainey’s Black Bottom“ wurde er anschließend posthum für mehrere Preise nominiert. Unter anderem gewann er einen Golden Globe und erhielt zudem eine Oscar-Nominierung als bester Hauptdarsteller.
Ein ähnlicher Fall ereignete sich bereits vor rund 70 Jahren – und auch hier sollte der gefeierte Star nicht mehr erleben, wie sehr seine Arbeit das Publikum und die Filmwelt beeinflussen würde: James Dean.
Große Hoffnung für Hollywood
Zwischen 1954 und 1955 drehte Dean gerade einmal drei Filme: „Jenseits von Eden“, „… denn sie wissen nicht, was sie tun“ und „Giganten“. Mit seiner ersten Hollywood-Hauptrolle in „Jenseits von Eden“ gelang ihm der große Durchbruch. Das Filmdrama erzählt von einem Generationenkonflikt zwischen einem Sohn und seinem Vater und machte Dean auf Anhieb zu einem Symbol für die Rebellion der jungen Generation. Damit verkörperte er wie kaum ein anderer den gesellschaftlichen Wandel im Amerika der 1950er-Jahre.
Noch im selben Monat, in dem „Jenseits von Eden“ seine Premiere feierte, stand Dean bereits für sein nächstes Projekt vor der Kamera: das Filmdrama „… denn sie wissen nicht, was sie tun“. Darin spielt er den Jugendlichen Jim Stark, der bereits an seiner bisherigen Heimatstadt in Schwierigkeiten geraten ist. Seine Familie zieht deshalb mit ihm in eine neue Stadt – doch auch dort gerät Jim schon bald in Konflikte und gefährliche Auseinandersetzungen.
Die Premiere von „… denn sie wissen nicht, was sie tun“ erlebte Dean jedoch nicht mehr. Am 30. September 1955 starb der gerade einmal 24 Jahre alte Schauspieler bei einem Autounfall – nur rund einen Monat, bevor der Film in den US-Kinos anlief.
Innerhalb weniger Wochen nach der postumen Veröffentlichung entwickelte sich vor allem unter Jugendlichen ein regelrechter Kult um James Dean. Sein früher Tod und seine Rolle als rebellischer Außenseiter machten ihn endgültig zur Ikone einer jungen Generation.
Den Hype um Dean befeuerte auch Warner Bros. zusätzlich. Das Studio veröffentlichte „Giganten“, seinen letzten Film, den Dean kurz vor seinem Tod abgedreht hatte, erst am 24. Oktober 1956 – knapp über ein Jahr nach seinem Tod. So wurde auch sein letzter Auftritt auf der großen Leinwand zu einem posthumen Ereignis.
Bei den Oscars wurde Dean ebenfalls erst nach seinem Tod gewürdigt: 1956 erhielt er für „Jenseits von Eden“ eine Nominierung als bester Hauptdarsteller, 1957 folgte eine weitere für „Giganten“. Damit ist James Dean bis heute der einzige Schauspieler, der zweimal posthum für den Oscar als bester Hauptdarsteller nominiert wurde.
Über einen historischen Oscar-Gewinn könnt ihr im nachfolgenden Artikel mehr erfahren:
Vor 44 Jahren trat sie in einem Kriegsfilm als Mann auf und erhielt dafür einen historischen Oscar: Die außergewöhnliche Karriere von Linda HuntEin ähnlicher Artikel ist zuvor bereits auf unserer brasilianischen Schwesternseite AdoroCinema erschienen.