Superzeitlupen, stilisierte Action, kontrastreiche Bilder: Wer schon einmal einen Film von Zack Snyder gesehen hat, wird die besondere Handschrift des Regisseurs erkennen. Allerdings hat er sich damit nicht nur Freunde gemacht – im Gegenteil: Für viele Filmfans ist Snyder fast schon ein rotes Tuch. Vielleicht ist das auch der Grund, warum seine Karriere nach dem Durchbruch mit „300“ und „Watchmen“ immer wieder Dämpfer verpasst bekommen hat – sowohl in der von Missverständnissen und Rückschlägen geprägten DC-Ära („Man Of Steel“, „Batman V Superman“) als auch bei Netflix („Army Of The Dead“, „Rebel Moon“).
Nachdem nicht nur seine Zeit als DCEU-Mastermind, sondern auch seine Zusammenarbeit mit dem Streamingdienst eher enttäuschend zu Ende gegangen sind, hat sich Snyder zuletzt auf ein Herzensprojekt gestürzt: „The Last Photograph“ befindet sich bereits seit mindestens 2011 (!) in Arbeit – und weil über die Jahre kein Studio den Film drehen wollte, hat Snyder „The Last Photograph“ nun als Indie-Produktion realisiert.
Das Herzensprojekt konnte Snyder so tatsächlich drehen, was der Filmemacher und seine Fans durchaus als Erfolg verbuchen dürfen. Allerdings sieht es weiterhin danach aus, als hätte Snyder im Filmgeschäft einen schweren Stand. Snyder finde keinen Verleih für „The Last Photograph“, weil der Film zu brutal und zu unkommerziell sei, hieß es etwa im August 2026. Und auch der Versuch, mit einer Premiere auf dem renommierten Toronto International Filmfestival einen passenden Verleiher zu finden, scheint eher ein Fehlgriff gewesen zu sein.
"The Last Photograph" wird vom Festivalpublikum verrissen
Das legen jedenfalls die ersten Reaktionen vom TIFF nahe. Während solche Posts in den sozialen Medien mittlerweile meist Teil der PR-Kampagne sind und dazu dienen sollen, die Vorfreude auf einen Film vor der Veröffentlichung anzuheizen, wurde „The Last Photograph“ vom anwesenden Publikum auf dem Filmfestival in Toronto gnadenlos in der Luft zerrissen.
Wenn man sich durch die einzelnen Reaktionen liest, wird dort tatsächlich kaum ein gutes Haar an dem Film gelassen – hier eine kleine Auswahl: „grotesk, schamlos, eine echte Schande“, „reißerisch, überladen und mehr als ein bisschen rassistisch“, „eine langweilige, frustrierende und zermürbende Erfahrung“, „absolut bodenlos“, „ziellos, gekünstelt, frauenfeindlich“, „einfach nur unverschämter Mist in jeder Hinsicht“, „überflüssig und im Schneckentempo erzählt“, „ein öder, brutaler, geschmackloser Totalausfall“.
Ist Zack Snyders neuer Film wirklich so schlecht?
Zu einem gewissen Teil sind diese extrem negativen Kritiken jedoch wohl auch der Tatsache geschuldet, dass der Künstler Zack Snyder und das Arthouse-Publikum des TIFF einfach nicht zueinander passen. In gewisser Weise war das also ein Fehlschlag, der abzusehen war. Die etwas nüchterneren Kritiken der Filmseite JoBlo.com oder des Branchenmagazins Deadline deuten zumindest darauf hin, dass „The Last Photograph“ zwar ganz sicher kein Meisterwerk ist, aber eben auch keine totale Katastrophe.
Angesichts dieser Vorzeichen scheint zumindest nicht ausgeschlossen, dass „The Last Photograph“ doch noch einen Verleiher findet und irgendwann auch hier nach Deutschland gelangt. Es könnte jedoch sehr gut sein, dass Snyder dafür noch einmal Hand an sein Herzensprojekt legen muss.
Zuletzt gab es übrigens Gerüchte, dass Snyder womöglich doch noch mal mit Netflix zusammenarbeiten könnte. Mehr dazu erfahrt ihr in diesem Artikel:
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