Warum ihr euch den 1998/99 gedrehten, aber erst über zwei Jahre später in die Kinos gekommenen „D-Tox - Im Auge der Angst“ eigentlich besser sparen solltet, fassen wir etwas weiter unten in diesem Artikel zusammen. Die Unerschrockenen unter euch dürfen es aber natürlich dennoch wagen:
„D-Tox - Im Auge der Angst“ läuft am heutigen 1. November 2026 um 22.20 Uhr auf Tele 5. Eine Wiederholung folgt in der Nacht vom 2. auf den 3. November um 0.20 Uhr. Alternativ könnt ihr euch den FSK-16-Streifen als Blu-ray zulegen, die sowohl die Kinofassung als auch die ursprüngliche Version enthält. Mehr dazu erfahrt ihr im nächsten Abschnitt dieses Textes. Im Streaming ist „D-Tox“ derzeit nicht zu haben – weder im Flatrate-Programm eines der gängigen Services noch als Video-on-Demand.
Ein absolutes Desaster
Wie ihr vielleicht schon gehört oder bei uns auf FILMSTARTS gelesen habt, hatte Denzel Washington damals das Angebot vorliegen, eine der beiden Hauptrollen in „Sieben“ zu spielen. Der Edelmime lehnte jedoch ab, weil ihm das Drehbuch zu düster war. Als Washington dann den fertigen „Sieben“ mit Brad Pitt an seiner Stelle sah, ärgerte er sich maßlos. Deshalb drehte er in den Folgejahren ein paar finstere Reißer wie unter anderem „Dämon - Trau keiner Seele“ und „Der Knochenjäger“, die aber nicht einmal ansatzweise an David Finchers Meisterwerk herankamen.
Ihr fragt euch, was das alles mit Sly Stallone und „D-Tox - Im Auge der Angst“ zu tun hat? Nun, nach Washington war auch der „Rocky“- und „Rambo“-Superstar für denselben Part in „Sieben“ angefragt worden und winkte ebenfalls dankend ab. Als „Sieben“ dann herauskam, um von der Presse und den in Scharen in die Kinos strömenden Filmfans gefeiert zu werden, reagierte Stallone ähnlich wie der Kollege Washington. Er war über die eigene Kurzsichtigkeit in Bezug auf das Potenzial von „Sieben“ enttäuscht und beschloss, möglichst bald einen ähnlichen Film zu drehen – wohl vor allem um seine Nerven zu beruhigen. Das Resultat davon ist „D-Tox - Im Auge der Angst“, für den Sylvester Stallone die damalige Rekordsumme von 20 Millionen Dollar an Gage einstreichen durfte.
Nach knapp zwei Jahren Vorproduktion begannen Ende 1998 die Dreharbeiten zu „D-Tox“ unter der Regie von „Ich weiß, was du letzten Sommer getan hast“-Macher Jim Gillespie. Als der Film fertig war, zeigte Universal Pictures ihn bei einigen Testvorführungen in den USA. Deren Publikum reagierte allerdings extrem negativ, sodass der für 1999 geplante Kinostart umgehend abgesagt wurde. Unter Aufsicht von Oscargewinner Ron Howard („Apollo 13“, „Rush“) gab man massive Story-Änderungen mit darauffolgenden Aufnahmen für zusätzliche Szenen sowie einen neuen Score in Auftrag.
Trotzdem war das Studio auch danach nicht sicher, was die Qualitäten des Films betraf. Deshalb wurde „D-Tox“ 2001 erst einmal exklusiv in Europa veröffentlicht, wo der Streifen sowohl bei der Kritik als auch beim Publikum durchfiel. 2002 folgte dann doch noch ein aufgrund vertraglicher Klauseln verpflichtender Kinostart in den USA, bei dem aber lediglich jämmerliche 80.000 Dollar eingespielt werden konnten. Für ein Superstars-Vehikel, das über 55 Millionen in der Herstellung gekostet hatte, war dies ein absolutes Desaster.
Aber ist der Film wirklich so mies? Leider ja. In unserer FILMSTARTS-Kritik vergeben wir nur laue 2 von 5 möglichen Sternen. Dabei hätte das spektakuläre Setting im Gebirge und die klaustrophobische Atmosphäre in einer dort lokalisierten unterirdischen Bunkeranlage durchaus Potenzial für einen formidablen Reißer gehabt. Doch leider geriet das Ganze so generisch und uninspiriert, dass schnell Langeweile aufkommt. Unser Rezensent Johannes Pietsch analysiert den also nicht nur finanziellen, sondern auch künstlerischen Flop mit diesen Worten: „[Die] Hetzjagd auf einen Serienkiller im tiefen Schnee der winterlichen Rocky Mountains möchte genauso düsterer Thriller im Stil von ‚Sieben‘ wie raffinierter Slasher Marke ‚Scream‘ sein und ist doch nur ein dümmlicher und fader Abklatsch der ohnehin völlig totgenudelten Teenie-Schlitzer-Welle – nur ohne Teenies.“
Empfehlen können wir das Einschalten also nicht einmal abgehärteten Stallone-Fans. Und das, obwohl dieser von einer durchaus prominenten Riege von Kolleg*innen begleitet wird. Denn mit dabei sind unter anderem: Tom Berenger („Platoon“), Charles S. Dutton („Die Jury“), Polly Walker („Die Stunde der Patrioten“), Robert Patrick („Terminator 2“), Stephen Lang („Avatar“), Jeffrey Wright („The Batman“), Courtney B. Vance („Ben Is Back“), Dina Meyer („Starship Troopers“), Sean Patrick Flanery („Der blutige Pfad Gottes“) und Kris Kristofferson („Pat Garrett jagt Billy The Kid“).
"D-Tox": Das ist die Story
Im Laufe der Jagd auf einen brutalen Serienkiller bricht die Welt von FBI-Agent Jake Malloy (Sylvester Stallone) in sich zusammen. Malloy untersucht eine Reihe von Morden an Polizisten, als er Zeuge wird, wie der gesuchte Psychopath auch noch seine große Liebe Mary (Dina Meyer) umbringt. Daraufhin fällt der Cop in eine tiefe Depression und gibt sich dem Alkohol hin.
Als nervliches Wrack wird er in eine Reha-Klinik überwiesen, um unter ärztlicher Aufsicht das Erlebte zu verarbeiten. Anstatt der erhofften Erholung muss er dort allerdings miterleben, wie ein Patient nach dem anderen ermordet wird. Hat sich der Killer doch unter die Patienten in der Anstalt gemischt. So bleibt Malloy nichts anderes übrig, als zu versuchen, ihn zu stellen, bevor er selbst das nächste Opfer wird …
Sylvester Stallone hat einige echte Kultfilme geschaffen, doch wie bei „D-Tox“ war längst nicht jede seiner Arbeiten ein Erfolg. Ein Flop traf den Star damals besonders hart: der seines heute fast vergessenen Regiedebüts:
"Die schlimmsten Kritiken seit Hitler": Dieser Flop hat Sylvester Stallone extrem hart getroffen*Bei dem Link zum Angebot von Amazon handelt es sich um einen sogenannten Affiliate-Link. Bei einem Kauf über diesen Link erhalten wir eine Provision. Auf den Preis hat das keinerlei Auswirkung.