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    Wegen Scarlett Johanssons Streit mit Disney: "Avengers 4"-Regisseure drehen vielleicht keinen weiteren Marvel-Film
    04.09.2021 um 11:30
    Tobias Mayer
    Tobias Mayer
    -Redakteur
    Tobias hat den Corona-Lockdown genutzt, um alle 23 Marvel-Filme der ersten drei Phasen noch mal zu gucken. Es hat sich gelohnt.

    Der Rechtsstreit zwischen Scarlett „Black Widow“ Johansson und Disney hat massive Konsequenzen in Hollywood. Dazu gehört, dass die Regisseure des zweiterfolgreichsten Films aller Zeiten ihre Verhandlungen über einen neuen Marvel-Film gestoppt haben.

    Marvel Studios 2019

    Fans mögen darüber darüber debattieren, wie groß oder klein die Bedeutung des MCU-Prequel-Films „Black Widow“ innerhalb der gesamten Story ist. Hinsichtlich seiner potentiellen Auswirkungen aufs Machtgefüge zwischen Schauspieler*innen und Studios in Hollywood ist die Bedeutung des Superheldenfilms jedenfalls enorm – was an Scarlett Johanssons Klage gegen Disney liegt.

    FILMSTARTS-Redakteur und Jurist Björn Becher hat die Details dieser Klage bereits an anderer Stelle anschaulich erklärt. Die Kurzfassung: Scarlett Johansson wirft Disney vor, dass ihr etwa 50 Millionen US-Dollar Einnahmen entgangen seien, da Disney „Black Widow“ entgegen eine Absprache zeitgleich im Kino und auf Disney+ veröffentlicht habe. Nun muss man wissen, dass die Vergütung von Top-Stars in der Regel eben auch mit den Kinoeinnahmen zusammenhängt – fallen die weg, bleibt weniger Geld für die Schauspieler*innen übrig. Darum werden hinter den Kulissen derzeit viele Verträge neu ausgehandelt – und manche Verhandlungen geraten ins Stocken.

    Die Russos sind sich nicht mehr sicher

    Das Wall Street Journal hat einen ausführlichen Artikel zum Streit zwischen Scarlett Johansson und Disney veröffentlicht. An einer Stelle heißt es, dass die „Avengers: Endgame“-Regisseure Joe Russo und Anthony Russo mit Disney über die Inszenierung eines weiteren Marvel-Films verhandelt haben, die Gespräche aber zum Stillstand gekommen seien. Der Streit zwischen Johansson und Disney habe sie darüber verunsichert, wie dieser Marvel-Film veröffentlicht wird (Kino und/oder Streaming?) und wie sie bezahlt werden. Im Klartext:

    Die Auseinandersetzung zwischen Scarlett Johansson und Disney hat dazu geführt, dass die Regisseure des mit Abstand erfolgreichsten Marvel-Films „Avengers: Endgame“, der auch noch der hinter „Avatar“ zweiterfolgreichste Film aller Zeiten ist, unsicher sind, ob sie in die erfolgreichste Film-Reihe aller Zeiten zurückkehren werden.

    Ausgang offen

    Um welchen Film es dabei geht, ist unbekannt. Die Russos hatten sich als Fans des „X-Men“-Helden Wolverine geoutet – sie wären also eine naheliegende Wahl für den ersten Mutanten-Film, der nach dem Kauf von Fox durch Disney zum Marvel Cinematic Universe gehört. Noch naheliegender wäre es, Joe Russo und Anthony Russo für „Avengers 5“ zu verpflichten, also das nächste massive Crossover-Event.

    Die Russos gehören zu den gefragtesten Regisseuren in Hollywood und haben kürzlich mit dem Agenten-Thriller „The Gray Man“ den bis dato teuersten Netflix-Film abgedreht. Insofern haben sie gegenüber Disney eine sehr starke Verhandlungsposition – und der Stopp ihrer Verhandlungen hat bestimmt auch einen taktischen Grund. Andererseits ist Disney auch nicht gezwungen, teure Regisseur*innen für die Marvel-Filme zu verpflichten, ganz im Gegenteil setzt man ja tendenziell auf den jungen (günstigen) Nachwuchs, der innerhalb einer bestens geölten Produktionsmaschine arbeitet. Es bleibt also abzuwarten, ob und wann die Russos noch mal einen Marvel-Film inszenieren werden.

    Was die Schauspieler*innen angeht, sind nach Scarlett Johanssons Klage bereits Erfolge zu vernehmen: Emma Stone hat für „Cruella 2“ einen neuen Vertrag ausgehandelt, der ihr vorab eine größere Summe garantiert – und wie im Newsletter des ehemaligen Hollywood Reporter-Redakteurs und Anwalts Matthew Belloni zu lesen ist, versuchen Dwayne Johnson und Emily Blunt für „Jungle Cruise 2“ derzeit ebenfalls, ihre Vergütungen an die neue Realität anzupassen, dass Filme im Kino längst nicht mehr so viel Geld machen wie früher.

    Der neue Marvel-Film "Shang-Chi" im Podcast

    In der aktuellen Folge unseres Leinwandliebe-Podcasts widmen wir uns dem neuesten, frisch gestarteten Marvel-Film „Shang-Chi And Legend Of The Ten Rings“ – und auch seiner Bedeutung für die Zukunft des Marvel Cinematic Universe (auf die wir in der Folge vom 9. September genauer eingehen werden).

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