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    Neu im Kino: Der bisher wohl verrückteste Marvel-Blockbuster und der schmerzhaft-derbe Animations-Spaß "Siegheilkirchen"
    07.07.2022 um 18:00
    Christoph Petersen
    Christoph Petersen
    -Chefredakteur
    Hat im letzten Jahr mehr als 800 Filme gesehen - und jede Minute davon genossen, selbst wenn der Film gerade nicht so gut war.

    Das Marvel Cinemativ Universe wird auch mit „Thor 4: Love And Thunder“ erneut die weltweiten Kinosäle dominieren. Aber diesmal hält das deutsche Kino mit seinem aktuell größten Star und „Liebesdings“ dagegen…

    Thor 4: Love And Thunder“ ist definitiv ein kurzweiliges Blockbuster-Vergnügen – und das liegt eben vor allem daran, dass Regisseur Taika Waititi und sein Star Chris Hemsworth rein gar nichts mehr ernst nehmen und das MCU, Comic-Verfilmungen und den ganzen Rest einfach nur noch mit Schmackes durch den Kakao ziehen. Trotzdem spaltet das Ergebnis …

    … schließlich fragt man sich bei solch potenziell grandiosen Handlungssträngen wie jenen um Natalie Portman als Mighty Thor oder Christian Bale als Götterschlächter Gorr dann schon, ob das nicht alles noch viel besser funktionieren würden, wenn nur die Macher ihren eigenen Film zumindest ein klein bisschen ernster genommen hätten?

    Das Fazit der FILMSTARTS-Kritik: „Die hochtourige, aber erzählerisch und tonal mitunter frustrierend uneinheitliche Metal-Hymne trieft nur so vor Selbstironie. In den besten Momenten sorgt das für grandiose Gags und ein gnadenloses Tempo. Zugleich fällt es bei dem omnipräsenten Augenzwinkern aber auch zunehmend schwerer, überhaupt noch irgendwas an diesem Film ernst zu nehmen – und das tut eigentlich tieftragischen Handlungssträngen wie jenen über eine krebskranke Jane Foster oder den desillusionierten Gorr gar nicht gut.“ (3 von 5 Sterne)

    Mehr zum Film gibt es in der aktuellen Episode unseres Podcasts Leinwandliebe:

    Elyas M’Barek trägt eine Plüsch-Klitoris auf dem Kopf

    Dass Elyas M’Barek mit seiner letzten (und ziemlich gelungenen) Komödie „nur“ 1,4 Millionen Besucher*innen in die deutschen Kinos gelockt hat, lag vor allem daran, dass „Nightlife“ von den Corona-Schließungen ausgebremst wurde. Nun also der nächste Anlauf – und diesmal auch mit einem echten Anliegen: In „Liebesdings“ von „High Society“-Regisseurin Anika Decker spielt der „Fack ju Göhte“-Star nämlich einen ausgebrannten Kinostar, der sich verliebt – und zwar ausgerechnet in Frieda (Lucie Heinze), die Betreiberin eines quasi-bankrotten Off-Theaters für queer-feministisches Kabarett…

    Das Fazit der FILMSTARTS-Kritik: „Die Gags zünden selten und die Funken sprühen gar nicht – da hilft es auch nur bedingt, dass Setting und Thematik für eine romantische Komödie wirklich spannend gewählt sind.“ (2 von 5 Sternen)

    Derb und obszön bis an die Schmerzgrenze!

    16 Jahre nach seinem Durchbruch mit dem bayerischen Arthouse-Superhit „Wer früher stirbt, ist länger tot“ liefert Regisseur Marcus H. Rosenmüller nun seinen ersten Animationsfilm ab – und der hat es wirklich in sich: Basierend auf den Arbeiten des Karikaturisten Manfred Deix entpuppt sich „Willkommen in Siegheilkirchen“ als Tabubruch in alle erdenkliche Richtungen – und auch dem Publikum scheint es zu gefallen: In Österreich wurde „Siegheilkirchen“ gerade erst als besucherstärkster heimischer Film des letzten Jahres ausgezeichnet…

    Fazit der FILMSTARTS-Kritik: „Der Humor und die Illustrationen sind derb bis an die Schmerzgrenze. Trotzdem hat die Coming-of-Age-Geschichte ihre unterhaltsamen und anrührenden Momente – selbst wenn sie am Ende weniger als aufrüttelnde Gesellschaftssatire und mehr als Hommage an das unverwechselbare Werk von Manfred Deix funktioniert.“ (3 von 5 Sternen)

    Der 51. Spielfilm von Woody Allen

    Wenn Woody Allen in seinen Filmen nicht selbst mitspielt, dann gibt es in den meisten Fällen einen Schauspieler, der quasi das Alter Ego des „Der Stadtneurotiker“-Regisseurs verkörpert. Im Fall von „Rifkin’s Festival“ ist das der sonst meist nur in der zweiten Reihe agierende Charakterdarsteller Wallace Shawn, der als Uniprofessor Mort auf dem Filmfestival in San Sebastián herumstreunt und sich in die deutlich jüngere Ärztin Jo (Elena Anaya) verguckt. Ebenfalls mit dabei: Gina Gershon („Showgirls“), Steve Guttenberg („Police Academy“) und Christoph Waltz als schachspielender Tod höchstpersönlich…

    Fazit der FILMSTARTS-Kritik: „Im qualitativ sehr wechselhaften Schaffen Woody Allens im 21. Jahrhundert mag es schon den einen oder anderen ähnlich schwachen Film gegeben haben. Einen, der so wenig versucht, der sich mit so abgehangenen Versatzstücken besserer Filme und mit derart flachen Digitalbildern zufriedengibt, gab es aber vielleicht noch nicht. Ob man dem umstrittenen Allen einen besseren Abschied von der Kinoleinwand wünscht, darüber mögen die Meinungen auseinandergehen. Ein würdiger Nachlass wäre ‚Rifkins Festival‘ jedenfalls nicht.“ (1,5 von 5 Sternen)

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