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    Er war die Stimme von Jigsaw, Monk, dem Joker und vielen US-Präsidenten: Synchron-Legende Bodo Wolf ist tot
    Björn Becher
    Björn Becher
    -Mitglied der Chefredaktion
    Seit mehr als 20 Jahren schreibt Björn Becher über Filme und Serien. Hier bei FILMSTARTS.de kümmert er sich um "Star Wars" - aber auch um alles, was gerade im Kino auf der großen Leinwand läuft.

    Uns erreicht die traurige Meldung, dass Bodo Wolf bereits vor einigen Tagen verstorben ist. Der 1944 geborene Wolf gehört zu den bekanntesten Sprechern hierzulande und hat zahlreiche legendäre Figuren wie Jigsaw aus dem kommenden „Saw X“ geprägt.

    Touchstone Television / DC / Studiocanal GmbH

    Bodo Wolf wurde am 18. August 1944 geboren und sorgte zuerst vor allem als Schauspieler für Aufsehen. In der ehemaligen DDR stand er für zahlreiche Filme und Serien vor der Kamera – vor allem aus den DEFA-Märchenfilmen „Schneeweißchen und Rosenrot“ sowie „Der Prinz hinter den sieben Meeren“ dürften ihn viele kennen, die mit diesen Filmen aufgewachsen sind. Nach seiner Flucht nach Westdeutschland war er ab der zweiten Staffel regelmäßig bei „Liebling Kreuzberg“ zu sehen und hatte Rollen in diversen weiteren westdeutschen Serien. Doch seine größten Erfolge sollte er ab Anfang der 90er-Jahre als Sprecher feiern.

    Wolf vertonte Hörspiele und sprach Hörbücher und wurde vor allem zu einem der gefragtesten deutschen Synchronsprecher. Zuletzt war Wolf so unter anderem die deutsche Stimme von Christopher Walken, Richard Jenkins und Alan Alda. Ab Mitte der 2000er ersetzte er auch noch Peer Augustinski als deutsche Stimme von Robin Williams.

    Bodo Wolfs Figuren – von Jigsaw bis Joker

    Regelmäßig sprach Wolf zudem unter anderem auch Tony Shalhoub – so in dessen TV-Kultrolle als eigenwilliger Ermittler im Serien-Hit „Monk“. Es ist nicht die einzige Figur, welche Wolf für ein deutsches Publikum entscheidend prägte. So sprach er unter anderem auch Bryan Cranstons Hal in „Malcolm mittendrin“ sowie natürlich Jigsaw.

    Nachdem er Tobin Bell schon vorher ein paar Mal synchronisiert hatte, wurde Wolf ausgewählt, um dessen diabolisch-sadistischen Killer im Horror-Überraschungs-Hit „Saw“ zu sprechen. Auch für alle nachfolgenden Filme wurde er verpflichtet. Obwohl Wolf zuletzt bereits in den verdienten Ruhestand gegangen war, so schon 2022 nur noch in wenigen Produktionen zu hören war und bei der finalen Staffel von „Better Call Saul“ als Sprecher von Anwalt Clifford Main ersetzt wurde, ließ er es sich nicht nehmen, für die Jigsaw-Rolle noch einmal aus der Rente zurückzukehren.

    Bereits im deutschen Trailer zum kommenden „Saw X“ (Kinostart: 30. November 2023) ist er so noch einmal zu hören. Wie uns der deutsche Verleih StudioCanal auf Nachfrage bestätigen konnte, hat er auch den kompletten Film synchronisiert. Fans können den nun im Alter von 79 Jahren verstorbenen Bodo Wolf also noch ein letztes Mal in dieser Kultrolle hören.

    Daneben wird es aber viele alte Projekte geben, an denen sich Fans dank seiner Stimme immer und immer wieder erfreuen können. Das trifft übrigens nicht nur für Film- und Serienlieberhaber*innen, sondern auch für Videospielfans zu. Denn Wolf synchronisierte den Joker in „Batman“-Spielen – und das so gut, dass er selbst dem weltbesten Joker-Sprecher Mark Hamill Konkurrenz machte.

    Übrigens schien Wolfs Stimme für viele Synchron-Casting-Entscheider*innen die perfekte Wahl zu sein, um US-Präsidenten zu sprechen. So synchronisierte er nicht nur u. a. William Sadler als US-Präsident in Marvels „Iron Man 3“, Peter Strauss als US-Präsident in „xXx 2“, Perry King als US-Präsident in „The Day After Tomorrow“, Cotter Smith als US-Präsident in „X-Men 2“, Alan Dale als US-Präsident in „Homeland“ oder Victor Garber als Vize-Präsident in „Big Game“.

    Nein, er sprach mehrmals die deutschen Stimmen ein, wenn reale US-Präsidenten durch die Nutzung von Archivmaterial in Filme eingebaut wurden – wie zum Beispiel George W. Bush in „Green Zone“, „Fair Game“ oder „Into The Wild“, George Bush Sr. in „Eine unbequeme Wahrheit“ oder Bill Clinton in „Vielleicht, vielleicht auch nicht“, „Stirb langsam 4.0“ oder „Der menschliche Makel“.

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