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Die 75 besten Science-Fiction-Filme aller Zeiten
Von Carsten Baumgardt, Björn Becher, Andreas Staben, Gregor Torinus, Lars-Christian Daniels, Julius Vietzen, Stefan Geisler, Constantin von Harsdorf, Melanie Lauer, Christoph Petersen, Fabian Speitkamp, Matthias Börner & Bastian Dimter — 18.03.2017 um 08:37
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Die FILMSTARTS-Redaktion hat diskutiert, gewählt und sich entschieden: Wir präsentieren euch die 75 unserer Meinung nach besten Science-Fiction-Filme aller Zeiten!

20th Century Fox

Platz 75: „Avatar - Aufbruch nach Pandora
(James Cameron, USA 2009)


Die Zahlen sprechen für sich: Mit einem Einspielergebnis von fast 2,8 Milliarden Dollar ist James Camerons visuell überwältigendes 3D-Abenteuer bis heute der weltweite Box-Office-Champion. Sein Ausflug auf den Planeten Pandora des Jahres 2154 hat das dreidimensionale Kino und die Motion-Capture-Technik auf ein völlig neues Level gehievt und angesichts des unvergleichlich intensiven Kinoerlebnisses waren die meisten Zuschauer bereit, über die sehr generische und ziemlich naive Story irgendwo zwischen „Pocahontas“ und „Der mit dem Wolf tanzt“ hinwegzusehen. Wenn wir mit Sam Worthington die Landschaft von Pandora erkunden, wo es die auf der Erde knapp werdenden Rohstoffe im Überfluss gibt, gehen einem buchstäblich die Augen über. Cameron hatte Jahre gewartet, bis die Technik soweit war, dass er seine Vision in die Tat umsetzen konnte und das sieht man. Einen ähnlichen langen Atem zeigt er nun auch bei „Avatar 2“ bis „Avatar 5“. Wir dürfen gespannt sein...

Hat es unter Menschen nicht leicht: David Bowie als Alien

Platz 74: „Der Mann, der vom Himmel fiel
(Nicolas Roeg, Großbritannien 1976)


Nicolas Roegs „Der Mann, der vom Himmel fiel“ ist so eigenwillig und ungewöhnlich wie sein von Pop-Superstar David Bowie verkörperter Alien-Protagonist: Der Außerirdische landet mit dem Auftrag auf der Erde, seinen von der Austrocknung bedrohten Heimatplaneten zu retten, doch von dem hiesigen Gewusel ist er zunächst tief verwirrt. Eine Irritation, die sich in Roegs sprunghaft-assoziativer Erzählweise spiegelt. Als der Gast aus dem All sich schließlich besser in unserer Konsumgesellschaft zurechtfindet, gibt er sich alsbald den schalen Verlockungen von Fernsehen, Alkohol und Sex hin: Die Anpassung gibt es nur für den Preis innerer Leere und Entfremdung. Der androgyne Bowie erweist sich als seltsam-charismatische Leinwandpräsenz und damit als Idealbesetzung für den Außenseiter, der uns den Spiegel vorhält.

Science-Fiction mit sozialem Bewusstsein: Neill Blomkamps „District 9“

Platz 73: „District 9
(Neill Blomkamp, USA, Neuseeland, 2009)


Der von Peter Jackson co-produzierte erste lange Spielfilm von „Elysium“-Regisseur Neill Blomkamp ist in mehrfacher Hinsicht ein ungewöhnliches Science-Fiction-Werk. Die Apartheid-Parabel bekommt durch Found-Footage- und Mockumentary-Elemente einen reportagehaften Anstrich, außerdem wurde „District 9“ für den Oscar in der Kategorie Bester Film nominiert, was noch nicht einmal das absolute Meisterwerk „2001: Odyssee im Weltraum“ geschafft hat. Als im Jahr 1982 ein außerirdisches Raumschiff in der Metropole Johannesburg landet, entdeckt man im Inneren des Vehikels mehr als eine Million insektenähnliche Wesen. Die Aliens werden in einem Lager untergebracht, das sich im Lauf der Jahre zu einem Slum entwickelt. Die folgende Story um Waffen, Ausbeutung und Diskriminierung steckt voller Anspielungen auf sehr reale Probleme, doch mit coolen Actionszenen, ungewöhnlichen Effekten und Sharlto Copley als zum Alien mutierendem Mitarbeiter des für die Sicherheit des Camps zuständigen Militärunternehmens sorgt Blomkamp dafür, dass der Ernst nicht überhandnimmt.

Acht Minuten sind keine lange Zeit - auch nicht für Jake Gyllenhaal in „Source Code“

Platz 72: „Source Code
(Duncan Jones, USA 2011)


In „Source Code“ erzählt „Moon“-Regisseur Duncan Jones von einem experimentellen Anti-Terror-Programm. Der Soldat Colter Stevens (Jake Gyllenhaal) steckt im Körper eines Fremden und durchlebt an Bord eines Zuges nach Chicago, der einem Bombenanschlag zum Opfer fällt, immer wieder eine Zeitschleife von acht Minuten bis zur Explosion, bei der er ums Leben kommt. Er muss die Zeit nutzen, um den Attentäter zu identifizieren. Dieses Szenario ist nicht nur äußerst spannend umgesetzt, sondern tangiert nebenbei die philosophischen Fundamente des Science-Fiction-Kinos, die Fragen nach Technologie und Transzendenz sowie nach der wahren Natur von Raum- und Zeiterfahrung. Seine ganze emotionale Tragweite bekommt der Film aber erst durch die zarte Romanze zwischen Colter und Christina (Michelle Monaghan) – eine Liebe, der immer wieder nur acht Minuten bleiben.

Regisseur Paul Verhoeven ist hier nicht beim Wort zu nehmen...

Platz 71: „Starship Troopers
(Paul Verhoeven, USA, 1997)


Regie-Provokateur Paul Verhoeven („Basic Instinct“, „Elle“) ist seiner Zeit mal wieder weit voraus, als er 1997 seine Sci-Fi-Satire „Starship Troopers“ vorlegt, die von vielen Kritikern und Zuschauern vorschnell als hohl-militaristisches Weltraum-Gemetzel mit faschistoiden Tendenzen abgetan wird. Aus heutiger Sicht ist das allerdings schwer nachvollziehbar, denn während all die Vorwürfe auf die Romanvorlage von Robert A. Heinlein tatsächlich zutreffen, ist Verhoevens ironische Distanz zu den gestählten (Arier-)Soldaten in der Rückschau beim besten Willen nicht zu übersehen. Wer tatsächlich glaubt, dass der Niederländer die melodramatischen Blut-und-Boden-Selbstaufopferungen auch nur für eine Sekunde ernstmeinen würde, kennt weder den Regisseur noch sein dezidiert antifaschistisches Oeuvre. Und dass er einem seine satirische anti-militaristische Botschaft nicht zentimeterdick aufs Brot streicht, sondern als einen – oberflächlich betrachtet – exzessiven Schlachten-Blockbuster verpackt, ist womöglich das Problem eines unaufmerksamen Publikums, aber bestimmt nicht das des Filmemachers.

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Kommentare
  • Martin S.

    http://www.filmstarts.de/na...

    Thank me later.

  • Rex_Kramer

    Für mich sehe ich das eher als Liste ohne Platzierung. Ich bin ein wenig überrascht, wie viel ich davon bereits gesehen habe, aber es sind auch viele "legendäre" Filme dabei, die ich mir wohl nicht ansehen werde, z.B. Platz 1.
    Es sind auch einige dabei, die ich eher als reinen Actionfilm betrachten würde und nicht als Sci-Fi.

  • Zach Braff

    "Gravity" wird soweit ich weiß nicht als Science-Fiction-Film betrachtet. Einfach weil es kein fiktionales Setting ist und die technischen Dinge wie im Film gezeigt aktuell auch so existieren.

    Edit:
    Zitat aus dem Wikipedia-Beitrag:
    "Es ist umstritten, ob der Film als Science-Fiction-Film bezeichnet werden kann. Science-Fiction-Filme beschäftigen sich mit fiktionalen Techniken sowie wissenschaftlichen Leistungen und deren möglichen Auswirkungen auf die Zukunft. In Gravity kommen keine fiktionalen Techniken vor und die Zukunft spielt kaum eine Rolle. So äußerte sich auch der Regisseur selbst explizit, dass es sich nicht um Science-Fiction handele. Er betont hingegen die Drama-Anteile seiner Arbeit. So fassten es auch einige Kritiker auf."

  • TresChic

    dieser Kommentar verdient mal 10000 dislikes. District 9 ist Hammer!!

  • TresChic

    Platz 1 war so klar, das ist halt Filmstarts. So wie Shining immer deren Nummer 1 bei den besten Horrorfilmen sein wird. Platz 2 geht aber in Ordnung - den hätte ich gerne mit der Technik von heute.

  • Zach Braff

    Stimmt wohl... Ist bei manchen Filmen einfach schwierig sie klar einem Genre zuzuordnen.
    Aber vergessen wird man "Gravity" sicher nicht haben, von daher kann ich mir nur meine erwähnte Begründung vorstellen.

  • Modell-101

    In den 70ern kannten die Leute damals wohl nichts anderes als dystopische Zukunftsvisionen.

  • TresChic

    Gravity ist kein SciFi Film nur weil er Weltall spielt. Wie oft soll man es dir noch erklären?

  • BobRoss

    Wie zu erwarten war Odysee im Weltraum ganz vorne und wie immer bin ich davon etwas enttäuscht. Ich halte den Film für massiv überbewertet seit ich die Vorlage dazugelesen habe. Deren Ende ist absolut verständlich und Kubrick hat es geschafft, das Ganze dermaßen zu verwurschteln, dass das Ende des Films nur schwer zugänglich ist. Natürlich sieht das Ganze fantastisch aus aber Szenen absichtlich unverständlich zu machen halte ich für ein Versagen des Regisseurs durch dessen Wunsch besonders künstlerisch, avant garde und anspruchsvoll zu sein. Nur zu steinigt mich :P

  • BobRoss

    Lies besser die Romanvorlage da hast du Storytechnisch mehr davon. Möchtest du den Film trotzdem ansehen dann können wegen dem Ende des Filmes ein paar Pilze nicht schaden, die machen das Ganze gleich doppelt so interessant :P

  • BobRoss

    Not all heroes wear capes.

  • John K.

    Selbst wenn man 2001 nicht mag muss man wenigstens die perfekte Inszenierung des Films anerkennen bzw loben. Gehört ganz klar zu den Klassikern die gut gealtert sind, die Effekte sind nach wie vor schön anzusehen ( ich mein der Film kam 1968 raus!!!). Und der kongeniale Score tut sein übriges.
    Der Mittelteil des Films war etwas langatmig aber die letzten 15 Minuten des Films gehören zu den beeindruckendsten Szenen der Filmgeschichte.
    Ich persöhnlich mag lieber Filme die anecken und zum Nachdenken anregen ( im Gegensatz zu Interstellar wo einen alles vorgekaut wird).
    Letzlich ist es egal wer auf Platz 1 ist, jeder in der Top10 hätte es verdient.

  • BobRoss

    Zum nachdenken anregen gut und recht. Wenn ein Film zB. dazu anregt über gesellschafltiche Themen nachzudenken bin ich voll dafür. Ich finde Kubrick hat aber schlicht und einfach die Geschichte unnötig verkompliziert um sie anspruchsvoller wirken zu lassen als sie ist.

    Die Story wie in der Vorlage beschrieben: Aliens platzieren Monolithen auf Planeten die vielversprechend aussehen Leben zu erzeugen. Ein weiterer Monolith wir im Weltraum in der Nähe platziert um zu testen ob das enstandene Leben intelligent genug ist um das Weltall zu bereisen. Schaffen es die Lebensformen den Monolithen zu erreichen wird ihnen das gesammelte Wissen der Aliens übermittelt. Die Lebensformen die Kontakt mit dem Monolithen hatten werden neu geboren um ihren Artgenossen den Weg zu zeigen damit sie eines Tages eine vollwertige Spezies auf dem Intelligenzlevel der Aliens sind. Kubrick hat es mMn nicht geschafft dieses simple Konzept verständlich zu verpacken. Er bevorzugt lieber einen sich selbst beim Altern zusehenden Astronauten um darzustellen "er macht die Erfahrungen eines ganzen Lebens in wenigen Augenblicken" und ein blaues, schwebendes Baby im Weltall als Wiedergeburt.

    Wegen dem visuellen. Optisch beeindruckend sind andere Filme auch. Deswegen sind sie nicht automatisch Klassiker.

  • Rex_Kramer

    Werde ich mal versuchen, auch wenn ich meine Probleme beim Verständis von Filmen mit philosophischem oder psychologischem Ansatz habe. Wobei ich letztlich ja nicht weiß, wie stark diese Ansätze in 2001 enthalten sind.

  • SeargentPaula

    Eine interessante Liste, die ich eher als Materialliste sehe. Dass Filme auch subjektive Erlebnisse sind, sollte ja klar sein (außer es geht um 2001, da gibt es nur die eine Wahrheit ;) ). Vor allem auf den etwas hinterer Plätzen war vieles dabei, was ich noch nicht kenne. Wobei ich die Top 20 fast komplett habe.
    Zum Thema weiter unten, in den Top 20 sind drei Filme, vom denen ich erwartet habe, dass sie das sein werden. Mit zweien kann ich nicht all zu viel anfangen und einen hasse ich regelrecht. Die Frage ist: Na und?

  • SeargentPaula

    Habe ihn mal gegoogelt. Sieht sehr interessant aus. Danke dafür.

  • Knarfe1000

    Avatar kann froh sein, überhaupt in die Liste aufgenommen zu werden.

  • Knarfe1000

    Absolut. Ist für mich ein Klassiker. Top 20 auf jeden Fall.

  • sprees

    FInde es an sich eine gute Liste nur erschliesst sich mir nicht warum der neue Star Wars Teil da auftaucht. Die anderen beiden müssen unbedingt hier auftauchen doch der neue Streifen der für mich ja eher ein Remake ist, hat hier finde ich nichts verloren. Finde es hätte eher dann schon ein Emmerich-Streifen auch schaffen können. Universal Soldier oder Stargate oder wegen mir Independence Day sind für mich absolut gute Streifen des Genres. Eher als der siebte Teil eines Franchises

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