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Die 75 besten Science-Fiction-Filme aller Zeiten
Von Carsten Baumgardt, Björn Becher, Andreas Staben, Gregor Torinus, Lars-Christian Daniels, Julius Vietzen, Stefan Geisler, Constantin von Harsdorf, Melanie Lauer, Christoph Petersen, Fabian Speitkamp, Matthias Börner & Bastian Dimter — 18.03.2017 um 08:37
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Die FILMSTARTS-Redaktion hat diskutiert, gewählt und sich entschieden: Wir präsentieren euch die 75 unserer Meinung nach besten Science-Fiction-Filme aller Zeiten!

„Dark City“ braucht sich nicht hinter dem großen Bruder „Matrix" zu verstecken

Platz 70: „Dark City
(Alex Proyas, USA, Australien 1998)


Der gewaltige Einfluss von „Matrix“ auf die Popkultur und das internationale Kino ist unbestreitbar, doch so ganz aus dem Nichts kam auch die geniale dystopische Zukunftsvision der Wachowski-Geschwister nicht – eine mögliche Inspiration könnte etwa neben Rainer Werner Fassbinders „Welt am Draht“ auch Alex Proyas' „Dark City“ gewesen sein, der bereits ein Jahr zuvor erschien. Das wird schnell deutlich, wenn man die Handlung der beiden Filme in groben Zügen zusammenfasst: Hier wie da glaubt die Menschheit, frei zu sein und wird doch tagtäglich von einer fremden Macht manipuliert, hier wie da erkennt nur eine kleine Gruppe von Menschen die Wahrheit und muss die übrigen befreien. Doch auch wenn beide Werke aufgrund der inhaltlichen Übereinstimmungen sogar ähnliche philosophische Themen behandeln (die wiederum unter anderem auf Fritz Langs „Metropolis“ zurückgehen), sollte man „Dark City“ keineswegs nur auf den Vergleich mit dem ungleich erfolgreicheren „Matrix“ beschränken – dafür sind beide Filme in ihrer Realisation zu unterschiedlich. Proyas' brillanter Science-Fiction-Thriller besticht dank großartigem Kostüm- und Setdesign und expressionistisch anmutenden Bildkompositionen vor allem durch seine düstere Noir-Atmosphäre, die ihn zu einem Genrejuwel mit ganz eigenem Gepräge macht.

Kurt Russell als Ex-Elite-Soldat Snake Plissken

Platz 69: „Die Klapperschlange
(John Carpenter, USA, Großbritannien 1981)


Ein Mann, ein Gefängnis, eine Mission: Mit „Die Klapperschlange“ hat Horror-Regisseur John Carpenter einen echten Genre-Klassiker erschaffen, der bis heute nichts von seiner Popularität eingebüßt hat. In einer nahen Zukunft ist die Verbrechensrate auf ein dermaßen bedrohliches Level angestiegen, dass Manhattan zu einer riesigen Gefängnisinsel umfunktioniert wurde. Als Terroristen die Air Force One kapern und diese in Manhattan abstürzen lassen, wird der inzwischen straffällig gewordene Ex-Militär Snake Plissken (Kurt Russell) mit der Aufgabe betraut, den Präsidenten aus dem Hochsicherheitsgefängnis zu befreien. Trotz der einfach gehaltenen Handlung steckt hinter „Die Klapperschlange“ mehr politischer Subtext, als man auf den ersten Blick vermuten könnte, denn Carpenter thematisiert hier die kollektive Angst vor dem Ausbruch eines Atomkriegs. Mit dem raubeinigen Snake Plissken hat John Carpenter zudem den Archetyp eines Cyberpunk-Actionhelden geschaffen, der mit einer ordentlichen Portion Zynismus und Waffengewalt einem maroden System entgegentritt und ganz nebenbei auch noch Kurt Russell über Nacht zu einem der gefragtesten Action-Darsteller Hollywoods beförderte.

Ein absolutes Unikat von Film!

Platz 68: „Flucht ins 23. Jahrhundert
(Michael Anderson, USA 1976)



Michael Bay wollte mit seinem Sci-Fi-Reißer „Die Insel“ eigentlich ein Remake von Michael Andersons düster-dystopischer Zukunftsvision „Flucht ins 23. Jahrhundert“ drehen, brach das Vorhaben aber etwa zur Hälfte seines Films ab und gab seinem Publikum nach einer recht getreuen Einführung einfach mal die Actionkante. Das kann er schließlich am besten. Andersons Original ist im Vergleich allerdings noch besser, weil sich der Regisseur mehr auf die spannenden inhaltlichen Themen konzentriert und nicht nur auf die pure Action. Bei der freien Verfilmung des gleichnamigen Bestsellers von William F. Nolan und George Clayton Johnson übt der Regisseur Kritik an einer gleichgeschalteten Gesellschaft, die sich von einem übergeordneten System ohne eigenen Willen kontrollieren und maßregeln lässt. Logan 5 (Michael York) ist ein sogenannter Sandmann, der im 23. Jahrhundert in einer unter der Erde angelegten Zivilisation Jagd auf die „Läufer“ macht – das sind Menschen, die nicht akzeptieren, dass das Leben aller Bürger mit dem 30. Lebensjahr endet, bevor sie laut Versprechung wiedergeboren werden. Logan infiltriert die Gemeinschaft der Läufer und gibt sich als einer der ihren aus – bis er einem dunklen Geheimnis auf die Spur kommt und die Seiten wechselt. „Flucht ins 23. Jahrhundert“ ist spannend, gesellschaftsrelevant und besticht nicht zuletzt mit exotischem Flair – eine Mischung aus 70er Jahre und 23. Jahrhundert! Alle Versuche, den Stoff in einem echten Remake neu aufzusetzen, sind bis jetzt gescheitert. Zuletzt hieß es 2016, dass an einem Drehbuch gearbeitet werde...

Virtuelle Realität zum Anfassen

Platz 67: „Videodrome
(David Cronenberg, USA 1983)



Mit dem Begriff „visionär“ wird besonders im Science-Fiction-Genre nicht gerade sparsam umgegangen, aber im Falle von David Cronenbergs prophetischem „Videodrome“ ist er absolut treffend. Von virtueller Realität über Egoshooter und Pay-TV-Porno bis zur totalen Kameraüberwachung und zur Filmpiraterie hat der Kanadier bereits 1983 eine ziemlich akkurate Beschreibung der schönen neuen Medienwelt vorgelegt. Die Geschichte eines TV-Produzenten (James Woods), der in einer illegalen Foltershow die Zukunft des Fernsehens zu erblicken glaubt und sich dann in den Bilderfluten verliert, nimmt schließlich sogar noch eine beunruhigende Wendung in cronenbergsche Body-Horror-Gefilde, wenn Mensch und Medium im Wortsinne verschmelzen: Lang lebe das neue Fleisch!

Sam Rockwell in Duncan Jones' Regiedebüt

Platz 66: „Moon
(Duncan Jones, Großbritannien 2009)



2009 wurde David-Bowie-Sprössling Duncan Jones mit seinem Langspiel-Debüt „Moon“ über Nacht zum gefeierten Science-Fiction-Hoffnungsträger. Dabei hat der nur rund fünf Millionen Dollar teure, kammerspielartige Weltraum-Thriller weder aufwändige Kulissen noch atemberaubende Spezialeffekte zu bieten. Stattdessen ließ Jones die Zuschauer an der beklemmenden Isolation seiner Hauptfigur Sam Bell (Sam Rockwell) teilhaben, der als einziger Angestellter in einer kleinen Mondstation nach dem Rechten schaut. Lediglich Roboter GERTY (Stimme: Kevin Spacey) leistet dem einsamen Angestellten während seiner Mond-Mission Gesellschaft. Insbesondere Sam Rockwells eindringliche Darstellung des vom schleichenden Wahnsinn befallenen Astronauten Sam Bell hat dazu beigetragen haben, dass sich „Moon“ über die Jahre zu einem echten Science-Fiction-Geheimtipp entwickelt hat.

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Kommentare
  • Martin S.
    http://www.filmstarts.de/na...Thank me later.
  • Rex_Kramer
    Für mich sehe ich das eher als Liste ohne Platzierung. Ich bin ein wenig überrascht, wie viel ich davon bereits gesehen habe, aber es sind auch viele "legendäre" Filme dabei, die ich mir wohl nicht ansehen werde, z.B. Platz 1. Es sind auch einige dabei, die ich eher als reinen Actionfilm betrachten würde und nicht als Sci-Fi.
  • Zach Braff
    "Gravity" wird soweit ich weiß nicht als Science-Fiction-Film betrachtet. Einfach weil es kein fiktionales Setting ist und die technischen Dinge wie im Film gezeigt aktuell auch so existieren.Edit: Zitat aus dem Wikipedia-Beitrag:"Es ist umstritten, ob der Film als Science-Fiction-Film bezeichnet werden kann. Science-Fiction-Filme beschäftigen sich mit fiktionalen Techniken sowie wissenschaftlichen Leistungen und deren möglichen Auswirkungen auf die Zukunft. In Gravity kommen keine fiktionalen Techniken vor und die Zukunft spielt kaum eine Rolle. So äußerte sich auch der Regisseur selbst explizit, dass es sich nicht um Science-Fiction handele. Er betont hingegen die Drama-Anteile seiner Arbeit. So fassten es auch einige Kritiker auf."
  • TresChic
    dieser Kommentar verdient mal 10000 dislikes. District 9 ist Hammer!!
  • TresChic
    Platz 1 war so klar, das ist halt Filmstarts. So wie Shining immer deren Nummer 1 bei den besten Horrorfilmen sein wird. Platz 2 geht aber in Ordnung - den hätte ich gerne mit der Technik von heute.
  • Zach Braff
    Stimmt wohl... Ist bei manchen Filmen einfach schwierig sie klar einem Genre zuzuordnen.Aber vergessen wird man "Gravity" sicher nicht haben, von daher kann ich mir nur meine erwähnte Begründung vorstellen.
  • Modell-101
    In den 70ern kannten die Leute damals wohl nichts anderes als dystopische Zukunftsvisionen.
  • TresChic
    Gravity ist kein SciFi Film nur weil er Weltall spielt. Wie oft soll man es dir noch erklären?
  • BobRoss
    Wie zu erwarten war Odysee im Weltraum ganz vorne und wie immer bin ich davon etwas enttäuscht. Ich halte den Film für massiv überbewertet seit ich die Vorlage dazugelesen habe. Deren Ende ist absolut verständlich und Kubrick hat es geschafft, das Ganze dermaßen zu verwurschteln, dass das Ende des Films nur schwer zugänglich ist. Natürlich sieht das Ganze fantastisch aus aber Szenen absichtlich unverständlich zu machen halte ich für ein Versagen des Regisseurs durch dessen Wunsch besonders künstlerisch, avant garde und anspruchsvoll zu sein. Nur zu steinigt mich :P
  • BobRoss
    Lies besser die Romanvorlage da hast du Storytechnisch mehr davon. Möchtest du den Film trotzdem ansehen dann können wegen dem Ende des Filmes ein paar Pilze nicht schaden, die machen das Ganze gleich doppelt so interessant :P
  • BobRoss
    Not all heroes wear capes.
  • John K.
    Selbst wenn man 2001 nicht mag muss man wenigstens die perfekte Inszenierung des Films anerkennen bzw loben. Gehört ganz klar zu den Klassikern die gut gealtert sind, die Effekte sind nach wie vor schön anzusehen ( ich mein der Film kam 1968 raus!!!). Und der kongeniale Score tut sein übriges.Der Mittelteil des Films war etwas langatmig aber die letzten 15 Minuten des Films gehören zu den beeindruckendsten Szenen der Filmgeschichte. Ich persöhnlich mag lieber Filme die anecken und zum Nachdenken anregen ( im Gegensatz zu Interstellar wo einen alles vorgekaut wird). Letzlich ist es egal wer auf Platz 1 ist, jeder in der Top10 hätte es verdient.
  • BobRoss
    Zum nachdenken anregen gut und recht. Wenn ein Film zB. dazu anregt über gesellschafltiche Themen nachzudenken bin ich voll dafür. Ich finde Kubrick hat aber schlicht und einfach die Geschichte unnötig verkompliziert um sie anspruchsvoller wirken zu lassen als sie ist.Die Story wie in der Vorlage beschrieben: Aliens platzieren Monolithen auf Planeten die vielversprechend aussehen Leben zu erzeugen. Ein weiterer Monolith wir im Weltraum in der Nähe platziert um zu testen ob das enstandene Leben intelligent genug ist um das Weltall zu bereisen. Schaffen es die Lebensformen den Monolithen zu erreichen wird ihnen das gesammelte Wissen der Aliens übermittelt. Die Lebensformen die Kontakt mit dem Monolithen hatten werden neu geboren um ihren Artgenossen den Weg zu zeigen damit sie eines Tages eine vollwertige Spezies auf dem Intelligenzlevel der Aliens sind. Kubrick hat es mMn nicht geschafft dieses simple Konzept verständlich zu verpacken. Er bevorzugt lieber einen sich selbst beim Altern zusehenden Astronauten um darzustellen "er macht die Erfahrungen eines ganzen Lebens in wenigen Augenblicken" und ein blaues, schwebendes Baby im Weltall als Wiedergeburt.Wegen dem visuellen. Optisch beeindruckend sind andere Filme auch. Deswegen sind sie nicht automatisch Klassiker.
  • Rex_Kramer
    Werde ich mal versuchen, auch wenn ich meine Probleme beim Verständis von Filmen mit philosophischem oder psychologischem Ansatz habe. Wobei ich letztlich ja nicht weiß, wie stark diese Ansätze in 2001 enthalten sind.
  • SeargentPaula
    Eine interessante Liste, die ich eher als Materialliste sehe. Dass Filme auch subjektive Erlebnisse sind, sollte ja klar sein (außer es geht um 2001, da gibt es nur die eine Wahrheit ;) ). Vor allem auf den etwas hinterer Plätzen war vieles dabei, was ich noch nicht kenne. Wobei ich die Top 20 fast komplett habe. Zum Thema weiter unten, in den Top 20 sind drei Filme, vom denen ich erwartet habe, dass sie das sein werden. Mit zweien kann ich nicht all zu viel anfangen und einen hasse ich regelrecht. Die Frage ist: Na und?
  • SeargentPaula
    Habe ihn mal gegoogelt. Sieht sehr interessant aus. Danke dafür.
  • Knarfe1000
    Avatar kann froh sein, überhaupt in die Liste aufgenommen zu werden.
  • Knarfe1000
    Absolut. Ist für mich ein Klassiker. Top 20 auf jeden Fall.
  • sprees
    FInde es an sich eine gute Liste nur erschliesst sich mir nicht warum der neue Star Wars Teil da auftaucht. Die anderen beiden müssen unbedingt hier auftauchen doch der neue Streifen der für mich ja eher ein Remake ist, hat hier finde ich nichts verloren. Finde es hätte eher dann schon ein Emmerich-Streifen auch schaffen können. Universal Soldier oder Stargate oder wegen mir Independence Day sind für mich absolut gute Streifen des Genres. Eher als der siebte Teil eines Franchises
  • Flo F.
    Ich find auch, dass die Prequel-Trilogie extrem interessant ist. Und mit Ewan McGregor einen Ford-Ebenbürtigen Protagonisten mit sich führt. Mein Ranking der Star Wars Filme wäre:: 1.Episode V2.Episode III3.Episode II4.Episode I5.Episode VI6.Episode IV
  • Flo F.
    Achte allein mal auf die Schnitte und frag dich, wie sie das gemacht haben. Gigantischer Film in allen Belangen.
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