Berlinale 2025: Das sind die Gewinner der Goldenen und Silbernen Bären
Christoph Petersen
Christoph Petersen
-Chefredakteur
Schaut 800+ Filme im Jahr – immer auf der Suche nach diesen wahrhaftigen Momenten, in denen man dem Rätsel des Menschseins ein Stück näherkommt.

In diesem Jahr haben insgesamt 19 Filme im offiziellen Wettbewerb der Berlinale um die Bären konkurriert. Die Jury hat sich beim Goldenen Bären für einen Gewinner entschieden, der für viele tatsächlich als bester Film des Festivals gilt.

Nach zehn Tagen Festival hat die siebenköpfige Jury entschieden, welche der 19 Filme (davon wie im vergangenen Jahr nur zwei aus Deutschland) im offiziellen Wettbewerb einen Silbernen oder gar den Goldenen Bären erhalten sollen. Angeführt wurde die Jury in diesem Jahr von „I’m Not There“-Regisseur Todd Haynes.

Ebenfalls Teil der Jury waren der marokkanische Filmemacher Nabil Ayouch („Zwielicht in Tanger“), die chinesische Schauspielerin Fan Bingbing („The 355“), die deutsche Kostümbildnerin Bina Daigeler, der argentinische Filmemacher Rodrigo Moreno („Die Missetäter“), die US-amerikanische Filmkritikerin Amy Nicholson und die deutsche Regisseurin und Schauspielerin Maria Schrader („Ich bin dein Mensch“).

Der Goldene Bär für den Besten Film …

… geht an „Oslo-Stories: TRÄUME“ von Dag Johan Haugerud

Wir vergeben für den Film: 4,5 von 5 Sternen

Das Fazit der offiziellen FILMSTARTS-Kritik zu „Oslo-Stories: TRÄUME“: Mit „Oslo-Stories: Träume“ schließt der norwegische Regisseur Dag Johan Haugerud seine Trilogie über „Sehnsucht/Träume/Liebe“ würdig ab – und etabliert sich endgültig als einer der aufregendsten Filmemacher des gegenwärtigen Weltkinos. Anhand der Geschichte einer möglichen Liebesaffäre zwischen einer 15-Jährigen und ihrer Lehrerin entfaltet Haugerud eine komplexe, immer wieder auch bewusst ambivalente Reflexion über das Leben und die Kunst, Realität und Fiktion, das Persönliche und das Entäußerte. „Träume“ ist ein schillernder, berührender Film, dem das Kunststück gelingt, einerseits stets zugänglich und unkompliziert zu bleiben – und sich doch bis zum Ende ein gewisses Geheimnis zu bewahren. Das ist großes Kino!

Der Silberne Bär für den Großen Preis der Jury (Platz 2) …

… geht an „The Blue Trail“ von Gabriel Mascaro

Wir vergeben für den Film: 2,5 von 5 Sternen

Das Fazit der offiziellen FILMSTARTS-Kritik zu „The Blue Trail“: „The Blue Trail“ beginnt als dystopische Satire, verliert sich aber zunehmend in episodenhaften Begegnungen und überdeutlichen Metaphern. Trotz einiger eindrucksvoller Bilder bleibt Gabriel Mascaros vierter Spielfilm zu unentschieden und harmlos, um wirklich zu fesseln – weder als politische Allegorie noch als Abenteuerdrama.

Der Silberne Bär für den Preis der Jury (Platz 3) …

… geht an „Die Nachricht“ von Iván Fund

Wir vergeben für den Film: 3 von 5 Sternen

Das Fazit der offiziellen FILMSTARTS-Kritik zu „Die Nachricht“: In diesem Roadmovie ist der Weg das Ziel. Eine zutiefst melancholische Meditation in gestochen-schönem Schwarz-Weiß, bei der man sich über ein kaum von der Hand zu weisendes Auf-der-Stelle-Treten schon deshalb nicht allzu sehr aufregen mag, weil man zumindest immer gespannt bleibt, welche Tiere noch für einen Kurzauftritt (soooo süß!) vorbeischauen werden.

Der Silberne Bär für die Beste Schauspielerische Leistung in einer Hauptrolle …

… geht an Rose Byrne für „If I Had Legs I'd Kick You

Wir vergeben für den Film: 2,5 von 5 Sternen

Das Fazit der offiziellen FILMSTARTS-Kritik zu „If I Had Legs I'd Kick You“: In „If I Had Legs, I’d Kick“ treibt Mary Bronstein eine von Rose Byrne beseelt gespielte Mutter in einen emotionalen Ausnahmezustand, den der Film jedoch nur mit zahlreichen Tricks und küchenpsychologischen Banalitäten aufrechterhalten kann.

Der Silberne Bär für die Beste Schauspielerische Leistung in einer Nebenrolle …

… geht an Andrew Scott für „Blue Moon

Wir vergeben für den Film: 3 von 5 Sternen

Das Fazit der offiziellen FILMSTARTS-Kritik zu „Blue Moon“: Richard Linklater erzählt vom Ende der Karriere des Liedtexters Lorenz Hart – nicht in Form eines klassischen Biopics, sondern als tragikomisches, sowohl räumlich als auch zeitlich begrenztes Dialogstück, das vor allem von Ethan Hawkes Performance angetrieben wird.

Der Silberne Bär für die Beste Regie …

… geht an Huo Meng für „Living The Land

Wir vergeben für den Film: 4 von 5 Sternen

Das Fazit der offiziellen FILMSTARTS-Kritik zu „Living The Land“: In seinem oft dokumentarisch anmutenden Film „Living The Land“ beschreibt der chinesische Regisseur Huo Meng das Leben der chinesischen Landbevölkerung Anfang der 1990er Jahre, zu Beginn jener wirtschaftlichen Entwicklung, die China bald zur Weltmacht werden ließ. Ohne nostalgisch zu werden, aber auch ohne ein abschließendes Werturteil, evoziert er eine untergegangene Welt, deren Riten und Traditionen vom unaufhaltsamen Fortschritt verdrängt wurden.

Der Silberne Bär für das Beste Drehbuch …

… geht an Rade Jude für „Kontinental '25

Wir vergeben für den Film: 3,5 von 5 Sternen

Das Fazit der offiziellen FILMSTARTS-Kritik zu „Kontinental '25“: Formal und narrativ bewusst schlicht gehalten und oft improvisiert wirkend, kommt „Kontinental ‘25“ nie so recht über den Status eines Nebenwerks hinaus. Die Wut, mit der der große rumänische Regisseur Radu Jude es aus dem Ärmel filmt und uns vor die Füße wirft, ist trotzdem spürbar und beträchtlich, und sie allein ist es, die diesen Film dann doch noch halbwegs trägt.

Der Silberne Bär für eine Herausragende Künstlerische Leistung …

… geht an das gesamte künstlerische Team von „Der Eisturm

Wir vergeben für den Film: 4 von 5 Sternen

Das Fazit der offiziellen FILMSTARTS-Kritik zu „Der Eisturm“: „Der Eisturm“ ist ein weiterer sperriger, rätselhafter, aber höchst stimmungsvoller Märchen-Albtraum von Lucile Hadžihalilović über falsche Idole, die Sinnestäuschungen des Kinos und die Suche einer Heranwachsenden nach einem Anhaltspunkt im Leben.

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