Regie-Legende Martin Scorsese hat die Schnauze voll vom Kino – und der Grund ist durchaus verständlich
Stefan Geisler
Stefan Geisler
-Redakteur
Stefan liebt Film. Er vermisst die wöchentlichen Besuche in der Videothek, denn das ziellose Umherirren in den Gängen hat ihm Seherfahrungen wie "Donnie Darko" oder "Fear and Loathing in Las Vegas" beschert.

Martin Scorsese ist eine lebende Legende, der schon etliche Meisterwerke in die Kinos gebracht hat. Doch der Regisseur hat genug vom Kino – beziehungsweise von anderen Kino-Gästen.

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Wer an Kino denkt, der denkt auch an Martin Scorsese – schließlich hat der Filmemacher dieses mit Meisterwerken wie „Taxi Driver“, „Wie ein wilder Stier“ und „GoodFellas - Drei Jahrzehnte in der Mafia“ in seiner über 45-jährigen Karriere geprägt, wie kaum ein anderer Regisseur. Es fällt schwer zu glauben, dass ausgerechnet diese Koryphäe mit den Lichtspielhaus-Besuchen bricht – doch genau das ist geschehen.

In einem Gespräch mit Filmkritiker Peter Travers hat sich der Regisseur auch zum aktuellen Zustand des Kinos geäußert – und dabei verraten, dass er keine Filme mehr im Kino schauen würde. Der Grund liegt für Scorsese aber nicht in der Qualität der Filme – obwohl er dem modernen Hollywood-Blockbusterkino auch wenig abgewinnen kann – sondern in dem Verhalten des Publikums, das sich in den letzten Jahrzehnten deutlich gewandelt hat:

„Ich fragte den Maestro, warum er sich keine Filme mehr im Kino ansieht, und er schimpfte wie ein Rohrspatz über das Publikum, das während des Films am Handy quatscht, Snacks und Unmengen von Limonade bestellt und so viel Lärm macht, dass man die Schauspieler nicht mehr hören kann. ‚Komm schon, Marty‘, sagte ich, ‚wir konnten als Kinder auch nicht den Mund halten.‘ Seine Augen verdunkelten sich. ‚Ja, vielleicht‘, räumte er ein, aber wenn wir redeten, ging es immer um den Film und den Spaß, den wir hatten, wenn wir über die Details diskutierten.“

Scorsese besitzt mehrere Privat-Kinosäle

Natürlich hat Scorsese nicht komplett mit der großen Leinwand gebrochen – schließlich besitzt die Hollywood-Legende nicht nur einen, sondern gleich zwei private Kinoräume in seinen Immobilien. Neben einem Vorführraum in seinem Kino-Themenhaus hat er noch ein weiteres Zimmer in seinem New Yorker Stadthaus für diesen Zweck umgestaltet – beide ausgestattet mit einer umfangreichen Filmsammlung.

Und ganz ehrlich, wahrscheinlich würden die meisten Film-Fans lieber ungestört privat Filme genießen, als sich in öffentlichen Sälen mit anderen Gästen herumzuärgern. Falls ihr euch von Martin Scorsese schon immer mal eine Horrorfilm-Empfehlung gewünscht habt, dann klickt einfach in diesen Artikel:

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