George Lucas wollte, dass ein Affe (!) einen der berühmtesten "Star Wars"-Helden spielt – und wir haben sogar ein Bild davon
Björn Becher
Björn Becher
-Mitglied der Chefredaktion
Björn ist mit „Star Wars“ aufgewachsen, schaut alle Filme jährlich, hat zahlreiche Bücher rund um das beste Franchise der Welt gelesen und feiert gerade die herausragende 2. Staffel „Andor“.

Bei der Arbeit an seiner „Star Wars“-Trilogie hatte George Lucas eine Menge Ideen – und einige verwarf er davon auch. Bei manchen ist es wohl auch besser so. Oder könnt ihr euch einen Affen als mächtigen Jedi vorstellen?

Es wäre bestimmt auf irgendeine Weise putzig geworden, doch wir können uns kaum vorstellen, dass Yoda heute als mächtiger Jedi ein absoluter Fanliebling in den Geschichtsbüchern stünde, wenn George Lucas' ursprünglicher Plan aufgegangen wäre. Der „Star Wars“-Erfinder wollte seinen weisen Jedi-Meister nämlich ursprünglich von einem Schimpansen spielen lassen. Er hatte den Affen sogar schon für Probeaufnahmen ans Set geholt, wovon auch einige Bilder existieren.

Doch der Reihe nach. Als George Lucas mit den Planungen für sein heute auch als „Star Wars: Episode V“ bekanntes, erstes Sequel „Das Imperium schlägt zurück“ begann, war schnell klar, dass er eine mysteriöse außerirdische Kreatur einführen will.

George Lucas suchte eine Ratte und fand einen Schimpansen

„Eine Art Kreatur im Monsterstil – seltsam und bizarr, aber ein alter Indianer-Typ in der Wüste. ‚Herr der Ringe‛-Typ – zuerst abstoßend und schleimig, aber nach und nach lernt man ihn kennen – freundlich und weise. […] runzlige alte Weltraumkreatur. [...] ein verrückter kleiner Spinner, der wie eine Ratte herumwuselt und am Ende Luke viel über die Macht beibringt“, heißt es unter anderem in den originalen Aufzeichnungen von Lucas im Anschluss an ein Story-Meeting im November 1977, die in Paul Duncans Buch „Das Star Wars Archiv“ abgedruckt sind (Übersetzung durch uns).

Basierend auf diesen Beschreibungen von Lucas fertigte Joe Johnston, der später selbst als Regisseur (u. a. „Jumanji“, „Captain America“) Karriere machen sollte, eine Konzeptzeichnung an. Dieser erste Yoda erinnert mehr an einen Gnom aus bekannten Fantasy-Geschichten. Bei der Umsetzung kam Lucas, der die Figur (siehe oben) ja mit einer Ratte verglich, aufgrund der anvisierten Größe auf die Idee, ein anderes Tier zu wählen. Er wollte Yoda mit einem Schimpansen besetzen. Bekleidet, mit einem Stock in der Hand und einer Latexmaske versehen, sollte der Affe Yoda verkörpern … was Lucas von seiner Crew aber schnell ausgeredet wurde.

In Paul Duncans Lucasfilm / Taschen / Webedia GmbH
In Paul Duncans "Das Star Wars Archiv" - erschienen im Taschen-Verlag - dokumentieren Bilder die Entstehung von Yoda - darunter eine erste Konzeptzeichnung von Joe Johnston und ein Affe in einem Kostüm.

Denn bei den Proben stellte man schnell fest, dass der Affe natürlich seinen eigenen Willen hatte. Und zu dem gehörte nicht nur, dass es, wie beim Dreh mit Tieren ohnehin üblich, nicht immer einfach ist, ihn dazu zu bringen, Anweisungen umzusetzen. Vor allem hatte der Affe absolut keine Lust darauf, eine Maske zu tragen und nahm diese immer wieder ab.

George Lucas stand so vor einem Problem. Mittlerweile hatte zwar der legendäre Ralph McQuarrie Johnstons ursprüngliche Skizze weiterentwickelt und das nahezu finale Design von Yoda entworfen. Doch wie der kleine Kerl auf der Leinwand zum Leben erweckt werden sollte, wusste er nicht.

"Die Muppets"-Macher eilten zur Rettung

Da erinnerte sich George Lucas an die Dreharbeiten zu „Krieg der Sterne“ alias „Star Wars: Episode IV – Eine neue Hoffnung“ zurück. Denn direkt auf der anderen Straßenseite in den Elstree-Studios, wo er den Auftakt seiner Saga zu großen Teilen drehte, wurde für das britische Fernsehen die „Muppet Show“ aufgezeichnet. So kam es, dass Lucas „Muppets“-Erfinder Jim Henson und dessen Crew immer wieder sah, zum Fan wurde und sich mit ihnen anfreundete.

Luke mit Yoda - das hätte beinahe ganz anders ausgesehen. Disney und seine verbundenen Unternehmen
Luke mit Yoda - das hätte beinahe ganz anders ausgesehen.

Daher entschied er sich, Henson zu kontaktieren und ihn zu fragen, ob er glaube, er könnte eine Muppet bauen, die realistisch genug ausfällt, um als echt durchzugehen. Henson war skeptisch, weil er das noch nie versucht hatte. Aber gerade das machte ihn auch neugierig. Sie holten noch Maskenbildner Stuart Freeborn an Bord, der bereits Chewbacca für den ersten Film erschuf und vor allem bei Stanley Kubricks „2001: Odyssee im Weltraum“ den Affen mittels Animatronik-Technik Mimik bescherte – und der Rest ist Geschichte.

Mit einer vor allem von Puppenspieler Frank Oz gesteuerten animatronischen Muppet sowie in einigen Szenen dem kleinwüchsigen Schauspieler Deep Roy („Die unendliche Geschichte“) in einem Kostüm entstand eine der ikonischsten Figuren der Filmgeschichte – am Ende ganz ohne einen Affen am Set. Eine weitere amüsante Geschichte aus der Welt von „Star Wars“ gibt es im folgenden Artikel:

"Ich glaube euch nicht": "Star Wars"-Fans sind entsetzt, als sie nach Jahrzehnten C-3PO endlich richtig sehen

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