Für unsere Initiative „Deutsches Kino ist (doch) geil!“ wählen wir jeden Monat einen deutschen Film, der uns ganz besonders gut gefallen, inspiriert oder fasziniert hat, um den Kinostart – unabhängig von seiner Größe – redaktionell wie einen Blockbuster zu begleiten. Für den Monat September ist die Wahl auf „Miroirs No. 3“ (Kinostart: 18. September) gefallen – und deshalb freuen wir uns auch ganz besonders, euch jetzt schon den ersten Trailer exklusiv zuerst auf FILMSTARTS präsentieren zu dürfen.
Nach dem doppelbödigen „Roter Himmel“ liefert Christian Petzold direkt den nächsten Film, der überwiegend nur in einem einzelnen ländlichen Sommerhaus angesiedelt ist. Aber diesmal geht es nicht darum, etwas oder jemanden zu entlarven und von seinem hohen Ross zu stoßen. Stattdessen lässt sich Petzold zu einer (fast schon märchenhaften) Utopie hinreißen:
Wir waren bei der Weltpremiere beim Filmfestival in Cannes selbst mit im Saal – und es wurde tatsächlich eine Menge gelacht! Aber was fast noch wichtiger ist: Vor allem sind wir unglaublich glücklich aus dem Kino gekommen, denn „Miroirs No. 3“ ist auf angenehm unaufdringliche Weise hoffnungsvoll. Der Film lädt zum Träumen ein, dass eine solche unwahrscheinliche Wahlfamilien-Utopie tatsächlich möglich sein könnte – zumal sich auch die Musik zunehmend immer verwunschener anhört.
So lautet das Fazit der offiziellen FILMSTARTS-Kritik (4,5 von 5 Sterne): „Trotz der Katastrophe zum Auftakt derart leichtfüßig und feinfühlig, dass man den Sommer in den Bildern regelrecht zu schmecken meint.“
Darum geht’s in "Miroirs No. 3"
Ein Wochenende zu viert, ein rotes Cabrio, die sommerliche Landstraße – und Laura (Paula Beer) mittendrin, aber irgendwie nicht bei sich. Von Beginn an wirkt sie entrückt, abwesend, und auch der Blickaustausch mit einer fremden Frau am Straßenrand – Betty (Barbara Auer), die einen Gartenzaun streicht – geht ihr nicht aus dem Kopf. Kaum angekommen am Ziel, hält sie es nicht mehr aus. Sie will zurück nach Berlin. Ihr Freund fährt sie, widerwillig und spürbar verärgert, zum nächsten Bahnhof.
Doch bis dorthin kommen sie nicht. Ein Knall, das Schnattern von Gänsen – der Wagen liegt verkehrt im Feld, der Freund tödlich verletzt. Laura überlebt wie durch ein Wunder, nur leicht verletzt, hinausgeschleudert aus dem Auto – direkt in Sichtweite des halbfertig gestrichenen Gartenzauns. Der Notfallsanitäter sieht keinen Grund für einen Krankenhausaufenthalt. Und so bleibt Laura einfach dort. Betty kümmert sich um sie. Still, fürsorglich, beinahe selbstverständlich…