Mit „Heat“ schuf Regisseur Michael Mann 1995 ein echtes Cop-vs.-Gangster-Meisterwerk, das längst Klassikerstatus erreicht hat. Als dann 2022 eine Romanfortsetzung erschien, ließ Mann keinen Zweifel daran, dass er „Heat 2“ auch auf die große Leinwand bringen will. Im März 2025 verriet der Regisseur schließlich, dass er ein fertiges Drehbuch beim Hollywood-Studio Warner Bros. eingereicht habe.
Doch der Zeitpunkt dafür hätte kaum ungünstiger sein können. Die aktuellen Warner-Chefs Michael De Luca und Pamela Abdy stehen unter Druck: Ihnen werden mehrere kostspielige Flops zur Last gelegt, darunter „Joker: Folie À Deux“ und Bong Joon-hos „Mickey 17“. Zwar haben sie diese Projekte nicht selbst angestoßen, sondern geerbt, doch in Hollywood zählt am Ende oft nur, wer zum Zeitpunkt des Kinostarts am Ruder ist.
Hinzu kommt, dass auch bei den kommenden Filmen, die De Luca und Abdy selbst verantworten, Zweifel bestehen, ob sie ihre hohen Produktionskosten wieder einspielen können. Etwa bei Paul Thomas Andersons nächstem Film „One Battle After Another“, der Gerüchten zufolge mindestens 130 Millionen Dollar gekostet haben soll. Zwar spielt mit Leonardo DiCaprio einer der größten Namen Hollywoods die Hauptrolle, doch bislang hat kein einziger Film von Anderson auch nur annähernd 100 Millionen Dollar eingespielt. Jetzt könnte ausgerechnet DiCaprio auch das Zünglein an der Waage für „Heat 2“ sein.
Leonardo DiCaprio für "Heat 2" im Gespräch
Laut dem gut vernetzten und äußerst verlässlichen Brancheninsider Matthew Belloni, der für den Newsletter Puck schreibt, befindet sich DiCaprio aktuell in Gesprächen mit Michael Mann über eine mögliche Hauptrolle in „Heat 2“. Noch ist nichts unterschrieben – aber sollte der „Titanic“-Star tatsächlich zusagen, könnte das dem Projekt den entscheidenden Schub geben.
Bei Warner besteht großes Interesse, „Heat 2“ zu realisieren. Das Problem ist das Budget: Ursprünglich verlangte Mann mehr als 200 Millionen Dollar, laut Verhandlungskreisen hat er es mittlerweile auf etwa 170 Millionen reduziert. Doch selbst das ist dem Studio offenbar noch zu viel. Zwar spielte der erste „Heat“-Film 1995 rund 187 Millionen Dollar ein – inflationsbereinigt heute fast 400 Millionen –, doch Manns jüngste Werke blieben kommerziell hinter den Erwartungen zurück.
Warner könnte sich nun auch einen Partner ins Boot holen – entweder ein weiteres Studio oder einen Streamingdienst. Laut Belloni wurde das Drehbuch bereits Apple zur Prüfung vorgelegt. Letztlich scheint alles davon abzuhängen, ob Leonardo DiCaprio unterschreibt und ob Warner bereit ist, die Produktionskosten notfalls mit einem Co-Finanzierer zu stemmen. Erst dann dürfte „Heat 2“ grünes Licht bekommen.
Übrigens: Wusstet ihr, dass „Heat“ tatsächlich eine Neuverfilmung ist? Der Film landete sogar in unserer Liste der 10 besten Remakes aller Zeiten auf Platz 1. Welche Titel dort noch vertreten sind, erfahrt ihr im nachfolgenden Artikel:
4,55 von 5 Sternen! Das ist das beste Remake aller Zeiten – laut den deutschen Zuschauern