Dass über die Jahre Prominente wie Stephen Hawking, Carrie Fisher und Elon Musk in „The Big Bang Theory“ auftauchten, war zum einen Fanservice, gleichzeitig aber auch sinnbildlich für den Wandel, den die sogenannte Nerdkultur in den letzten 20 Jahren durchlaufen hat. Während dieser Zeit ist das einstige Außenseitertum zum Mainstream geworden, mit Superheld*innen, die die Kinoleinwände dominieren, und „The Big Bang Theory“ als langjährigem Aushängeschild der US-Sitcom. Angesichts der immensen Popularität der Comedy kam es für einige wohl umso überraschender, dass ein ganz großer Name des Showgeschäfts in der allerletzten Folge nicht auftauchte: Die Rede ist von Sandra Bullock.
Die Oscar-Preisträgerin („Blind Side“) galt über viele Staffeln der Serie hinweg als heimlicher Schwarm von Raj Koothrappali (Kunal Nayyar). Entsprechend war für das Finale bereits ein Gag geplant, bei dem Raj auf Sheldon (Jim Parsons) und Amys (Mayim Bialik) Nobelpreis-Gala neben Bullock Platz nimmt – worin viele Fans wohl ein augenzwinkerndes Mini-Happy-End für den ewigen Pechvogel der Clique gesehen hätten.
Doch Bullock sagte aus Termingründen ab, und stattdessen sprang „Buffy“-Darstellerin Sarah Michelle Gellar ein. Und so spinnt sich in ihr ein die Serie durchziehendes Muster weiter: Wann immer Raj mal für einen Moment Glück zu haben scheint, bricht dieses in sich zusammen. So auch in jener Szene mit Gellar, in der diese klar macht, dass die beiden sich nicht auf einem Date befänden.
Für Produzent Steve Molaro hingegen liegt in der geplatzten Szene vielmehr ein Hauch von bittersüßem Realismus. Im Gegensatz zu all den Paar-Happy-Ends der Clique wirkt Rajs andauerndes Single-Dasein wie eine Erinnerung daran, dass das Schicksal nicht allen Figuren vollends gewogen ist. So ist es Jessica Radloffs Buch „The Big Bang Theory - Der definitive Insiderbericht zur kultigen TV-Serie*“ zu entnehmen, in dem Molaro folgendermaßen zitiert wird (via SlashFilm): „Ich bin froh, dass wir diesen Weg nicht gegangen sind [...]. Es liegt eine traurige Ironie darin, dass Raj, der die Liebe bis zum Ende am meisten suchte, letztlich allein bleibt. Vielleicht wollte er sie gar zu sehr, und gerade das machte seine Suche nur noch komplizierter.“
Molaro führt dann noch weiter aus, dass keine Scham darin liege, Single zu sein, und dass es sich dabei um eine realistischere und schönere Weise handele, die Serie zu beenden. Ob die Fans das genauso sehen, bleibt indes fraglich, wurde sich doch über die Jahre hinweg wiederholt darüber beschwert, dass viele der Witze letztlich auf Rajs Kosten gingen.
Ein weiterer Running-Gag und das Markenzeichen der langlebigen Erfolgscomedy war Sheldons Bazinga. Wenn ihr schon immer mal wissen wolltet, wie es eigentlich dazu kam, dann findet ihr die Antwort dazu im folgenden Artikel:
Sheldons "Bazinga!" erklärt: Das ist die wahre Herkunft des "The Big Bang Theory"-Kultspruchs!*Bei diesem Link zu Amazon handelt es sich um einen Affiliate-Link. Mit dem Kauf des Buches über diesen Link unterstützt ihr FILMSTARTS. Auf den Preis hat das keinerlei Auswirkung.