Steven Spielberg gilt nicht nur als einer der erfolgreichsten Regisseure aller Zeiten, sondern auch als leidenschaftlicher Chronist des Zweiten Weltkriegs. Von „Schindlers Liste“ bis hin zur Miniserie „Band Of Brothers“ hat er das Grauen dieses Kapitels der Geschichte immer wieder auf die Leinwand gebracht. Eine seiner eindrücklichsten filmischen Schöpfungen, „Der Soldat James Ryan“ (1998), beginnt allerdings mit einer Szene, die viel älter ist als der Film selbst.
"Das ist genau so passiert": Der Ursprung der ersten Szene von "Der Soldat James Ryan"
Denn Spielberg trug dieses Bild ganze 26 Jahre lang mit sich herum. Es war kein Drehbuch-Einfall, keine konstruierte Idee aus dem Writers’ Room, sondern eine Erfahrung, die er selbst als junger Filmemacher gemacht hatte – und die er nie mehr vergessen konnte. 1972 reiste Spielberg nach Europa, um für seinen Thriller „Duell“ zu werben. Dabei lenkte er seinen Wagen einmal nicht in eine Großstadt, sondern direkt an die Küste der Normandie. Dort, am Strand von Omaha, sah er etwas, das ihn tief erschütterte.
„Ich sah etwas, das ich nie vergessen werde. Ich verbrachte den ganzen Tag dort. Vor mir ging ein Mann mit seiner Familie“, erinnerte sich Spielberg im Gespräch mit Entertainment Weekly. „Als er die unzähligen Kreuze und Davidsterne erblickte, brach er zusammen. Er weinte hemmungslos, und seine Angehörigen mussten ihn stützen.“
Mehr als Kino – ein Stück gelebte Geschichte
Dieses Erlebnis grub sich so tief in sein Gedächtnis, dass es Jahrzehnte später den Anfang von „Der Soldat James Ryan“ bilden sollte: ein alter Veteran, James Ryan, der am Soldatenfriedhof in der Normandie unter der Last seiner Erinnerungen zu Boden sinkt. Spielberg entschied sich also gegen einen rein fiktionalen Auftakt, sondern eröffnete das Meisterwerk mit einem filmischen Abdruck dessen, was er 1972 mit eigenen Augen gesehen hatte. „So beginnt der Film“, sagte er. „Genau so habe ich es damals erlebt.“
Auch die darauffolgende Szene hat Kinogeschichte geschrieben – wer die berühmte D-Day-Sequenz einmal gesehen hat, wird sie garantiert niemals vergessen. Warum deshalb gar eine Notfall-Hotline eingerichtet werden musste, erfahrt ihr im nachfolgenden Artikel: