Mit „Das Kanu des Manitu“ hat Michael Bully Herbig („Ballon“) nach vielen Jahren seine Kultfiguren Abahachi und Ranger zurück auf die große Leinwand gebracht – diverse Gastauftritte in seinen anderen Komödien klammern wir einfach mal aus.
Ein Blick auf die Zahlen beweist: Lange Pausen müssen einem Kinoerfolg nicht schaden. Zwar mussten die Fans der „Bullyparade“-Crew ‚nur‘ 23 Jahre auf die Fortsetzung warten, doch im Vergleich zu anderen Sequels war das immer noch verhältnismäßig kurz. „Top Gun: Maverick“ etwa ließ sich satte 36 Jahre Zeit, ehe er 2022 endlich durchstartete – und dennoch wurde der Film ein weltweiter Blockbuster.
Auch bei Bully ist die Messlatte enorm hoch. Schließlich lockte schon das Original „Der Schuh des Manitu“ im Sommer 2001 unglaubliche 950.000 Besucherinnen und Besucher allein am Startwochenende in die Kinos. Bis zum Ende der Laufzeit summierte sich das Publikum auf 11,77 Millionen verkaufte Eintrittskarten, was einem Einspielergebnis von rund 65 Millionen Euro entspricht. Das war nicht bloß ein Erfolg, das war eine Sensation.
Schnell könnte man meinen, dass Bullys Western-Parodie damit der besucherstärkste Film seines Genres in Deutschland sei. Doch so einfach ist es nicht. Denn gegen die Legenden Bud Spencer („Banana Joe“) und Terence Hill („Mein Name ist Nobody“) zieht selbst Abahachi mit seinem Blutsbruder Ranger den Kürzeren.
Hill und Spencer klatschen Abahachi, Frodo und Simba weg
1972 startete der komödiantische Italo-Western „Vier Fäuste für ein Halleluja“ in den westdeutschen Kinos und zog 11,3 Millionen Menschen in die Säle. Damit lag das Duo Spencer/Hill zwar knapp hinter „Der Schuh des Manitu“, doch die Geschichte war damit längst nicht beendet.
Zehn Jahre später, 1982, kam der Film noch einmal in die westdeutschen Kinos – und lockte dabei zusätzlich eine Million Besucher an. Mit insgesamt 12,3 Millionen verkauften Tickets gehört die turbulente Westernklamotte bis heute zu den acht erfolgreichsten Kinofilmen in Deutschland überhaupt.
Damit rangiert von Regisseur Enzo Barboni („Vier Fäuste gegen Rio“) sogar noch vor Hollywood-Giganten wie „Der Herr der Ringe: Die Gefährten“ (2001) und Disneys „Der König der Löwen“ (1994), die sich mit Plätzen neun und zehn begnügen müssen.
„Vier Fäuste für ein Halleluja“ erzählt von den ungleichen Brüdern Trinity (Spencer) und Bambino (Hill), die widerwillig zusammenarbeiten und dabei weniger auf klassische Westernspannung als auf Fäuste, Witz und Slapstick setzen. Der kernige Schlagabtausch, das perfekt eingespielte Timing und die charmante Selbstironie machten den Film zum Phänomen, welches bis heute ungebrochenen Kultstatus genießt.
Im direkten Vergleich reiht sich „Der Schuh des Manitu“ auf Platz 11 ein – noch vor James Camerons „Avatar – Aufbruch nach Pandora“, der mit 11,2 Millionen Besuchern den zwölften Rang belegt. Dass Bully mit seiner Westernsatire einen internationalen Megahit hinter sich lassen konnte, ist eine Leistung, die selbst heute noch für Staunen sorgt!
Das bedeutet allerdings nicht, dass Bullys Kinohit damit auch die „beste deutsche Komödie aller Zeiten“ ist. Mehr noch: Er hat es noch nicht einmal in die Top 10 nach den Bewertungen der FILMSTARTS-Community geschafft! Welcher Kult-Klassiker dagegen an der Spitze steht, könnt ihr im folgenden Artikel nachlesen:
4,22 von 5 Sternen! Das ist die laut Publikum beste deutsche Komödie aller Zeiten – und es ist nicht "Der Schuh des Manitu"!*Bei diesen Links zu Joyn handelt es sich um Affiliate-Links. Mit dem Abschluss eines Abos über diese Links unterstützt ihr FILMSTARTS. Auf den Preis hat das keinerlei Auswirkung.