Jeder fängt einmal klein an – gerade in Hollywood, wo selbst heutige Superstars ihre ersten Spuren oft in teils immens winzigen Nebenrollen hinterließen. Auch Vin Diesel, der später als Anführer der „Fast & Furious“-Familie zu einem der bekanntesten Actiongesichter unserer Zeit wurde, begann seine Karriere nicht mit quietschenden Reifen und krachenden Explosionen, sondern mit einem einfach übersehbaren Auftritt in einem sensiblen Drama.
Vin Diesel: Ein kleiner Auftritt in einem vergessenen Drama
Im Jahr 1990 war Diesel gerade einmal 23 Jahre alt, als er in „Zeit des Erwachens“ eine winzige Rolle übernahm. Für wenige Sekunden ist er als namenloser Pfleger zu sehen, der sich im Hintergrund der Handlung bewegt. Es ist jener Moment, den man beim ersten Schauen leicht übersehen kann – nicht zuletzt, weil Diesel im Abspann gar nicht namentlich erwähnt wird. Dennoch markiert dieser kaum wahrgenommene Auftritt den Beginn einer Reise, die ihn später zu einem der bekanntesten Gesichter des Kinos machen sollte.
„Zeit des Erwachens“ basiert auf den Erinnerungen des Neurologen Oliver Sacks und erzählt die berührende Geschichte des Arztes Malcolm Sayer (Robin Williams), der mit Hilfe eines Medikaments Patienten aus einem jahrzehntelangen Koma zurück ins Leben holt. An seiner Seite brilliert Robert De Niro als Leonard Lowe, dessen kurzes Erwachen zu einer zutiefst bewegenden Erfahrung wird. Regisseurin Penny Marshall („Big“) inszenierte den Stoff mit Feingefühl und legte den Fokus auf Mitgefühl, Empathie und den Wert der kleinsten zwischenmenschlichen Begegnungen.
Obwohl der Film von für mehrere Oscars nominiert war und Kritiker wie Publikum gleichermaßen berührte, ist er heute ein wenig in Vergessenheit geraten. Dabei besitzt „Zeit des Erwachens“ eine eindrucksvolle Besetzung, die gerade im Zusammenspiel ihrer Stars beeindruckt. Vor allem Robin Williams verleiht der Figur des Arztes eine stille Würde, die auch mehr als drei Jahrzehnte später nichts an Intensität eingebüßt hat. Während der Dreharbeiten entwickelte Williams eine enge Freundschaft mit Co-Star De Niro – eine Verbindung, die sogar einen Nasenbruch überstand:
"Er ist der Beste": Robin Williams brach Hollywood-Ikone die Nase – trotzdem waren sie allerbeste Freunde!Vin Diesels Durchbruch kam erst später
Für Vin Diesel war diese Minirolle jedoch nicht der Türöffner, der seine Laufbahn prägte. Nach einigen Jahren voller Anstrengungen und Castingkämpfen drehte er 1995 den autobiografisch gefärbten Kurzfilm „Multi-Facial“. Darin thematisierte er die Schwierigkeiten eines Schauspielers gemischter Herkunft, in einer von Schubladendenken geprägten Branche ernst genommen zu werden.
Dieser Kurzfilm beeindruckte niemand Geringeren als Steven Spielberg, der Diesel daraufhin für eine kleine, aber markante Rolle in „Der Soldat James Ryan“ (1998) engagierte (dass Diesel lediglich einen kurzen und einen langen Spielfilm inszeniert hat, bezeichnete Spielberg sogar als Verbrechen am Kino). Erst dieser Auftritt machte Hollywood endgültig auf ihn aufmerksam und ebnete ihm den Weg zu den großen Rollen, die ihn schließlich zu internationalem Ruhm führen sollten.
Dass Diesel also seine ersten Schritte ausgerechnet in einem Drama machte, das heute nur noch selten im Gespräch ist, wirkt fast ironisch. Doch genau diese winzigen Momente zeigen, wie verschlungen und unvorhersehbar Karrieren in Hollywood verlaufen können. Ein gutes Beispiel dafür ist auch Oscar-Preisträger Ben Affleck. Der ehemalige Batman-Darsteller begann seine Karriere als Schauspieler in einem eher ungewöhnlichen Format. Mehr dazu erfahrt ihr im folgendem FILMSTARTS-Artikel:
Vor 40 Jahren machte er seine ersten Schritte vor der Kamera, heute ist er ein Megastar: Habt ihr ihn erkannt?*Bei diesen Links handelt es sich um sogenannte Affiliate-Links. Bei einem Kauf über diese Links oder beim Abschluss eines Abos erhalten wir eine Provision. Auf den Preis hat das keinerlei Auswirkung.