Bevor Eddie Murphy Kinder mit seiner Stimme als Esel in „Shrek“ oder mit verrückten Professorenrollen zum Lachen brachte, war er ein kompromissloser Stand-up-Rebell. Anfang der 1980er-Jahre sorgte er mit scharfzüngigen, oft provokanten Witzen in der Kultshow „Saturday Night Live“ für Furore. Rassismus, Sex, alle möglichen Tabuthemen – nichts war sicher vor seiner Attacke. Gerade dieser Mut, Grenzen zu sprengen, katapultierte ihn in Windeseile ins Rampenlicht.
Hollywood wurde schnell aufmerksam: Schon seine ersten beiden Filme „Nur 48 Stunden“ und „Die Glücksritter“ trafen den Nerv der Zeit und bewiesen, dass Murphy mehr als ein Bühnen-Comedian war – er hatte das Charisma eines echten Filmstars. „Wenn ich ins Kino gehe und mich selbst auf der Leinwand sehe, ist das das Größte“, schwärmte er 1984 im Rolling Stone Magazin. Als sein Name beim Vorspann von „Nur 48 Stunden“ eingeblendet wurde und das Publikum jubelte, sei er „wie auf Wolken“ gewesen.
Eine Abneigung sondergleichen: Murphys bittere Abrechnung mit SNL
Trotz des Erfolgs im Kino hing Murphy noch an „Saturday Night Live“ fest – allerdings mehr gezwungenermaßen als freiwillig. Produzent Dick Ebersol überredete ihn, noch eine Staffel dranzuhängen, indem er moralischen Druck ausübte: „Wenn du gehst, verlieren andere hier ihren Job.“
Für Murphy begann damit eine Phase, die er selbst als Qual empfand. In einem selten ehrlichen Moment gab er offen zu: „Ich kann es kaum erwarten, zu gehen. Ich mag die Show nicht. Ich finde sie nicht lustig. Ich hasse es.“ Statt voller Leidenschaft aufzutreten, zählte er die verbleibenden Episoden herunter.
„Ich hatte zehn Shows, die ich machen musste – und dann wollte ich einfach nur noch weg.“ Die Folge: wenig eigene Beiträge, sinkende Energie, das Gefühl, nur noch auf Sparflamme zu laufen. Später zeigte Murphy sogar Reue und gestand, dass er seine Kollegen enttäuscht habe. „Ich entschuldige mich dafür“, sagte er rückblickend. Für einen Mann, der sonst vor Selbstbewusstsein strotzte, war das ein ungewöhnlich demütiger Ton. Heute ist klar: Ohne SNL wäre Murphy kein Weltstar geworden – und doch war genau diese Rolle die, die er am meisten verabscheute.
Später lief es auch mit der Leinwand-Karriere nicht mehr so gut – was Murphy zu dieser Phase zu sagen hat, könnt ihr im folgenden Artikel nachlesen:
"Ich habe beschissene Filme gemacht": "Beverly Hills Cop 4"-Star Eddie Murphy stand kurz davor, seine Karriere an den Nagel zu hängen