Wer „Titanic“ (1997) gesehen hat – und das dürften die meisten sein –, erinnert sich bestimmt an das fröhliche Mädchen aus der dritten Klasse, das DiCaprios Jack Dawson liebevoll seine Tanzpartnerin nennt. „You’re still my best girl!“ – dieser Satz gehört zu den charmantesten Momenten des Films, bevor das Schicksal seinen grausamen Lauf nimmt.
Erst am Ende der Szene erfährt man, dass das kleine Mädchen Cora heißt – gespielt von der damals achtjährigen Alex Owens-Sarno, deren Gesicht Millionen von Zuschauerinnen und Zuschauern in Erinnerung blieb, obwohl sie nur wenige Minuten Leinwandzeit hatte. Doch was wurde eigentlich aus ihr?
Sie tanzte auf der "Titanic" mit Leonardo DiCaprio: Die Geschichte von Alex Owens-Sarno
Alex Owens-Sarno war ein klassischer Fall jener jungen Darstellerinnen, die mit einer kleinen, aber markanten Rolle zu einem winzigen, doch bleibenden Teil der Kinogeschichte wurden. Geboren in Kalifornien, stieß sie eher zufällig zum Filmteam: Sie begleitete eine Freundin zu einem Casting, das ursprünglich nur Komparsenrollen vorsah.
Regisseur James Cameron („Terminator“), der bekanntlich größten Wert auf Authentizität legte, suchte für die Szenen unter Deck Kinder, die natürlich, lebendig und ungekünstelt wirkten. Owens-Sarno überzeugte ihn sofort mit ihrer offenen Art – und so durfte sie an der Seite von Leonardo DiCaprio („The Wolf of Wall Street“) und Kate Winslet („Der Vorleser“) auftreten.
Die Dreharbeiten prägten die junge Schauspielerin nachhaltig. In späteren Interviews (etwa beim Podcast Titanic: Legacy) erzählte sie, wie überwältigend die Atmosphäre am gigantischen Set von Baja California war. Besonders die berühmte Tanzszene mit DiCaprio habe sie nie vergessen.
Der spätere Superstar behandelte sie mit großer Herzlichkeit, erklärte ihr geduldig die Abläufe und improvisierte sogar einige Bewegungen, um die Szene natürlicher wirken zu lassen. Diese kurze, aber emotionale Begegnung gehört bis heute zu den Momenten, die „Titanic“ seine menschliche Wärme verleihen.
Nach dem weltweiten Erfolg – und den elf Oscars, die James Camerons Epos gewann – zog sich Owens-Sarno zunächst aus der Filmbranche zurück. Sie beendete die Schule, studierte Theaterwissenschaft und entdeckte später ihre Leidenschaft für die Bühne. In den 2010er-Jahren tauchte sie wieder im Filmgeschäft auf, etwa in der Independent-Produktionen „The Haunting Of Grady Farm“ (2019). Der ganz große Durchbruch blieb zwar aus, doch sie blieb der Schauspielerei treu und arbeitet heute auch als Autorin und Theaterpädagogin.
In den letzten Jahren ist Alex Owens-Sarno durch soziale Medien wieder stärker ins Bewusstsein vieler „Titanic“-Fans gerückt. Auf Conventions und Fan-Treffen teilt sie Erinnerungen an die Dreharbeiten, zeigt private Fotos vom Set und erzählt charmante Anekdoten über den Umgang mit Cameron und DiCaprio. Ihre Instagram-Seite ist zu einem kleinen Archiv geworden, das nostalgische Einblicke in den Dreh eines der größten Filme aller Zeiten bietet.
Die Cora-Darstellerin über gelöschte "Titanic"-Szenen und was sie mittlerweile so macht
Besonders interessant ist, dass Owens-Sarno kürzlich in einem Podcast über die berühmten „Deleted Scenes“ gesprochen hat, die es nie in die finale Kinofassung geschafft haben. Im Gespräch verrät sie, dass tatsächlich einige zusätzliche Szenen mit Cora gedreht wurden. Darin habe man ihre Figur und ihre Familie näher beleuchtet – Szenen, die jedoch der Laufzeit zuliebe gestrichen wurden. James Cameron habe ihr damals erklärt, dass ihr kurzer Auftritt dennoch „genau das ausdrückt, was er zeigen wollte“: echte Lebensfreude inmitten der Tragödie.
Heute lebt Owens-Sarno in Los Angeles, wo sie neben ihrer Schauspielarbeit Theaterworkshops für Kinder gibt. Sie spricht mit großer Dankbarkeit über ihre Zeit am Set und betont, dass sie dort gelernt habe, wie intensive Teamarbeit einen Film formen kann. Statt in nostalgischer Distanz auf ihre Vergangenheit zu blicken, nutzt sie ihre Erfahrungen, um jungen Talenten die Faszination des Filmemachens näherzubringen.
Für viele Zuschauer*innen bleibt Alex Owens-Sarno untrennbar mit dem Bild des lachenden Mädchens verbunden, das über das Tanzparkett der dritten Klasse wirbelt. Ihr kurzes, aber lebendiges Lächeln steht sinnbildlich für jene Unbeschwertheit, die „Titanic“ jenseits seiner Tragödie so berührend macht. Auch wenn sie nie wieder eine Rolle spielte, die ähnlich ikonisch wurde – Cora, das kleine Mädchen mit den Sommersprossen, hat längst einen festen Platz im kollektiven Gedächtnis des Kinos gefunden.
Ein weiteres bekanntes Kindergesicht aus „Titanic“ ist Reece Thompson. Obwohl dieser nur in wenigen Szenen zu sehen war, wird er dafür immer noch entlohnt. Wie viel Geld der Schauspieler bis heute für seinen Auftritt erhält, verrät euch dieser FILMSTARTS-Artikel:
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