"Seid ihr wahnsinnig?": Eines der größten Hollywood-Studios wollte mit "Zurück in die Zukunft" nichts zu tun haben!
Björn Schneider
Björn Schneider
-Freier Autor
Seit Björn als Kind „Spiel mir das Lied vom Tod“ und „Hook“ gesehen hat, ist er vom Medium Film und seinen (audio-)visuellen Möglichkeiten fasziniert. Am liebsten schaut er Horror, Western, Mystery und Thriller. Musicals und romantische Komödien kosten ihn allerdings Überwindung.

Unfassbar, aber wahr: Das Skript zum Sci-Fi-Meilenstein „Zurück in die Zukunft“ wurde über 40-mal an diverse Studios verschickt – und immer wieder abgelehnt. Dazu zählte auch Disney. Was den Mäusekonzern an der Story störte, lest hier nachfolgend.

DeLorean, Plutonium und ordentlich Rock’n'Roll: Die Sci-Fi-Komödie „Zurück in die Zukunft“ ist seit 40 Jahren fest in der Popkultur verankert und gehört zu den größten Filmklassikern überhaupt. Fast 400 Millionen Dollar spielte der Film weltweit ein und zahllose Zitate und Memes sorgen dafür, dass gleichsam jüngere Generationen Marty McFly und den verrückt-genialen Wissenschaftler „Doc“ Brown kennen und lieben lernen.

Doch der Weg zum Erfolg war für die Autoren des Films, Bob Gale und Robert Zemeckis, langwierig und beschwerlich. Denn etliche Studios waren zögerlich und verkannten das in der Geschichte schlummernde Potenzial! Dazu zählte auch der Disney-Konzern, der sich an einem ganz bestimmten Aspekt der Story störte.

Zu anzüglich und sexistisch?

Der erste Entwurf des Drehbuchs zum Zeitreise-Abenteuer stammt aus dem Februar 1981. Bis im November 1984 die erste Klappe fiel, sollten also noch fast vier Jahre vergehen! In dieser Zeit erlebten Gale und Zemeckis, die sich an der renommierten School of Cinematic Arts in Los Angeles kennengelernt hatten, eine Absage nach der anderen.

Über 40 Mal waren Produzenten und Studios von Gales und Zemeckis Ideen alles andere als begeistert. Zu jenen Studios zählte ebenso der Unterhaltungs-Gigant Disney. Der Mäusekonzern hatte mit seinen letzten beiden Realfilmen , „Die große Muppet-Sause“ und „Zum Teufel mit Max“ (beide 1981), wenig Erfolg. Deshalb mussten neue, erfolgversprechende Stoffe her. Doch dazu zählte "Zurück in die Zukunft" definitiv nicht.

Zurück in die Zukunft
Zurück in die Zukunft
Starttermin 3. Juli 1985 | 1 Std. 56 Min.
Von Robert Zemeckis
Mit Michael J. Fox, Christopher Lloyd, Lea Thompson
Pressekritiken
4,5
User-Wertung
4,6
Filmstarts
5,0
Im Stream

Disney missfiel vor allem ein ganz elementarer Teil der Handlung: Die Entscheider fanden es unangebracht und regelrecht sexistisch, dass sich eine Mutter (Lea Thompson als Lorraine McFly) in ihren eigenen Sohn verliebt. Dies ging dem streng auf locker-leichte, familienfreundliche Unterhaltung ausgerichteten Studio eindeutig zu weit. Das Unternehmen wollte mit solch „anzüglichen Inhalten“ nichts zu tun haben.

"Das ist uns zu schmutzig!"

Gale erinnerte sich Jahre später in einem CNN-Interview an das Treffen mit den Disney-Entscheidern (via Far Out Magazine): „Wir trafen uns mit einem Manager und er sagte: ‚Seid ihr verrückt? Seid ihr wahnsinnig? So einen Film können wir nicht machen. Das ist Inzest. Wir sind Disney und das ist uns zu schmutzig!‘“

Einzig Star-Regisseur Steven Spielberg („Der weiße Hai“) glaubte zu jener Zeit an „Zurück in die Zukunft“, doch zu einer Umsetzung kam es (noch) nicht. Ein wahrscheinlicher Grund: Anfang der 1980er-Jahre war der spätere Erfolgs-Regisseur Robert Zemeckis („Forrest Gump“) noch ein unbeschriebenes Blatt. Er galt vielen womöglich noch als zu unerfahren für einen aufwändigen, hoch budgetierten Blockbuster. Doch alles änderte sich 1984.

Ohne Michael Douglas kein Marty McFly? Sicher ist: Disney und seine verbundenen Unternehmen
Ohne Michael Douglas kein Marty McFly? Sicher ist: "Auf der Jagd nach dem grünen Diamanten" änderte alles.

Zemeckis, damals 32 Jahre alt, gelang mit der kommerziell höchst einträglichen Abenteuer-Komödie „Auf der Jagd nach dem grünen Diamanten“ ein Welterfolg – und bewies damit, dass er erfolgreich und routiniert massenkompatible Filme drehen konnte. Der Rest ist, wie es immer so schön heißt, Geschichte. Filmgeschichte. Mit Zemeckis' Box-Office-Abenteuer-Hit im Rücken und mit Spielberg als Produzent gewann man schließlich Universal als produzierendes Studios, das „Zurück in die Zukunft“ noch im Jahr des „Diamanten“-Erfolgs grünes Licht erteilte.

Wusstet ihr eigentlich, dass ursprünglich gar nicht Michael J. Fox als Marty McFly gecastet wurde? Welchen späteren Tarantino-Star er abgelöst hat (und warum), erfahrt ihr im nachfolgenden Artikel:

Michael J. Fox sprang in letzter Sekunde für ihn ein: Dieser Tarantino-Star sollte eigentlich Marty McFly in "Zurück in die Zukunft" spielen!
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