"Ich habe ein paar Ideen": "Frankenstein"-Macher Guillermo del Toro hat Lust auf Verfilmung eines absoluten Horror-Romanklassikers
Björn Schneider
Björn Schneider
-Freier Autor
Seit Björn als Kind „Spiel mir das Lied vom Tod“ und „Hook“ gesehen hat, ist er vom Medium Film und seinen (audio-)visuellen Möglichkeiten fasziniert. Am liebsten schaut er Horror, Western, Mystery und Thriller. Musicals und romantische Komödien kosten ihn allerdings Überwindung.

Guillermo del Toro liebt es, klassische Stoffe neu zu interpretieren. Vielleicht kommt bald ein weiterer legendärer Schurke hinzu, den er, wie zuletzt „Frankenstein“, so richtig schön entstaubt. Es geht um eine besonders mysteriöse maskierte Gestalt!

Ken Woroner / Netflix

Fantasy- und Horror-Experte Guillermo del Toro ist unter anderem bekannt dafür, legendären Filmcharakteren und populären Franchises seinen ganz eigenen Stempel aufzudrücken. Das war bereits 2002 bei „Blade 2“ der Fall, als del Toro die Fortsetzung des auf den gleichnamigen Marvel Comics basierenden Vampir-Actioners von 1998 mit noch mehr Gewalt und Blut überzog. Mit seiner düsteren, animierten Version von „Pinocchio“ erfüllte er sich 2022 dann einen lang gehegten Herzenswunsch, ehe er in diesem Jahr einer weiteren filmischen Kultfigur und popkulturellen Ikone eine Frischzellenkur verpasste.

Denn aktuell läuft del Toros Sci-Fi-Horror „Frankenstein“ in ausgewählten deutschen Kinos, bevor er ab dem 7. November 2025 bei Netflix zu sehen sein wird. Seine Adaption des Romans von Mary Shelley aus dem Jahr 1818 wurde von Horror-Fans und Del-Toro-Liebhabern lange sehnsüchtig erwartet. Und es ist durchaus möglich, dass sich der mexikanische Oscar-Preisträger („Shape Of Water“) in Zukunft einem weiteren mysteriösen Wesen zuwendet: dem „Phantom der Oper“.

"Ich würde die Story anders umsetzen"

Im Gespräch mit Inverse betonte del Toro grundsätzlich sein großes Interesse an Gaston Leroux‘ 1910 veröffentlichtem, gleichnamigen Kult-Roman. Auf die Frage, welchen Bösewicht oder welches klassische Monster er nach „Frankenstein“ am liebsten auf die Leinwand bringen würde, antwortete der Meisterregisseur: „‚Das Phantom der Oper‘. Es erzählt eine ziemlich klassische Geschichte und ich habe ein paar Ideen dazu“. Im gleichen Atemzug ergänzte er jedoch: „Aber ich würde es anders umsetzen.“ Typisch del Toro. Denn diese Äußerung passt allzu gut zu seinen zu Beginn des Artikels erwähnten, ganz eigenen Interpretationen bekannter Stoffe und seiner unverkennbaren Handschrift.

Leroux erzählt in seinem bekanntesten Werk von einem Phantom, das in den Kellern der Pariser Oper lebt und sein Gesicht hinter einer Maske verbirgt. Von den Katakomben des Opernhauses aus sorgt das geheimnisvolle Wesen für mächtig Chaos und ordentlich Grusel – und verfällt dabei einer jungen, schönen Sopranistin. Weltbekannt wurde „Das Phantom der Oper“ nicht zuletzt durch Andrew Loyd Webbers Musical-Version, die 1986 Weltpremiere feierte. Bis heute gibt es über zehn Film-Versionen, die jüngste Adaption stammt aus dem Jahr 2004.

Das Phantom der Oper
Das Phantom der Oper
Starttermin 16. Dezember 2004 | 2 Std. 20 Min.
Von Joel Schumacher
Mit Gerard Butler, Emmy Rossum, Patrick Wilson
Pressekritiken
3,0
User-Wertung
3,2
Filmstarts
4,0

Das "Phantom" – wie gemacht für del Toro?

Die im Musical gezeigten und im Roman beschriebenen Figuren, Themen sowie Schauplätze verbinden all jene Zutaten, für die del Toro bekannt ist. Opulente Kostüme und eine fantasievolle Ausstattung treffen auf düstere Gothic-Vibes, märchenhafte Romantik und tragische Handlungselemente. Und mit missverstandenen, von der Gesellschaft verstoßenen Geschöpfen und Außenseiter-Charakteren kennt sich ohnehin kaum jemand so gut aus wie der 61-Jährige (siehe „Shape Of Water“ oder „Hellboy“).

Obwohl sich del Toro scheinbar brennend für „Das Phantom der Oper“ interessiert, stehen aktuell aber erst einmal andere Projekte für den gefeierten Regisseur an. „Im Moment widme ich mich erst einmal Krimis und Stop-Motion“, sagte er. Damit bezog er sich indirekt auch auf seine intensive Zusammenarbeit mit Netflix. Bereits die Anthologieserie „Cabinet Of Curiosities“, mit del Toro in der Rolle des Serienschöpfers und ausführenden Produzenten, sowie der erwähnte „Pinocchio“ entstanden für den Streaminganbieter. Künftig planen er und Netflix vor allem Projekte aus dem Bereich Stop-Motion, möglicherweise ganz im Stile von „Pinocchio“.

Zusätzlich arbeitet der vielbeschäftigte Filmemacher gerade an einer Adaption seiner eigenen Audio-Horror-Reihe „The Boy In The Iron Box“. Als Regisseur konnte er den Schöpfer eines der absoluten Horror-Fan-Favorites der vergangenen Jahre gewinnen:

Vom Macher eines der genialsten Horrorfilme der letzten Jahre: Hauptdarsteller für neuen Netflix-Schocker "The Boy In The Iron Box" gefunden

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